Unterelbe - Wirtschaft

Hamburg

978-3-14-100700-8 | Seite 30 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 500.000
Unterelbe | Wirtschaft | Hamburg | Karte 30/1

Informationen

Hamburg verdankt seine Entwicklung zur Hafen- und Handelsstadt sowie zum Verkehrsknotenpunkt einerseits der Lage an der seeschifftiefen Elbe und andererseits der Lage an der landeinwärts ersten Querungsmöglichkeit im Stromspaltungsgebiet von Norder- und Süderelbe. Auf beiden Seiten der etwa 100 Kilometer langen und zwei bis vier Kilometer breiten Unterelbe mit ihrer pendelnden Tiefwasserrinne liegen fruchtbare Marschgebiete, an die sich Geestflächen mit höchsten Erhebungen von 74 bzw. 155 Metern anschließen. Die Geest tritt lediglich im Stadtgebiet Hamburgs (östlich von Wedel) und westlich von Cuxhaven direkt an den Strom bzw. an das Nordseewatt heran; sie wird überwiegend als Acker- und Dauergrünland genutzt und ist nur zu sechs bis sieben Prozent mit Wald bestanden. Die tief gelegenen Marschgebiete sind durch einen nach der Sturmflut von 1962 erhöhten Haupt- und Seedeich und durch Sperrwerke an den Mündungen der Nebenflüsse geschützt. Die Autofähre Glückstadt — Wischhafen ist die einzige Verkehrsverbindung über die Unterelbe.

Sonderkulturen an der Unterelbe
Entsprechend der Thünen'schen Theorie hat sich um die Großstadt Hamburg herum und entlang der Unterelbe eine Zone intensiver Bodennutzung in Form von Gartenbau entwickelt. Anbauschwerpunkte sind die Vier- und Marschlande — wo auf dem Gebiet Hamburgs das mit 4000 Hektar größte geschlossene Gemüse- und Blumenanbaugebiet Deutschlands existiert —, das Alte Land, Kehdingen sowie die Haseldorfer Marsch mit Obstbau, die Wilster Marsch mit Gemüsebau und das Pinneberger Baumschulgebiet.
Die Obstanbaufläche des Niederelbegebietes ist mit rund 12 000 Hektar (davon ca. 500 Hektar Beerenobst) nach dem Bodenseegebiet die zweitgrößte Deutschlands. Auf dem weit überwiegenden Teil der Flächen werden Äpfel angebaut. Die bedeutendsten Sorten sind Cox Orange, Ingrid Marie und Boskop; Letzterer liefert von allen Baumobstarten den höchsten Ertrag, ist gut haltbar und eignet sich daher gut für den überregionalen Absatz über Genossenschaften und Großhandel. Sauerkirschen, Birnen und Pflaumen sind prozentual gering vertreten; Süßkirschen und Beerenobst dienen dem direkten Absatz an den Endverbraucher. Dieser kann im liberalisierten EU-Obstmarkt für kleinere Betriebe existenzsichernd sein.
Voraussetzung für ein gutes Pflanzenwachstum sind neben den fruchtbaren Böden die günstigen Klimaverhältnisse: Milde Winter, gemäßigte Sommer, ausgeglichene Herbste mit spätem Vegetationsabschluss, geringe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht (Maritimität) und die relativ hohe Sonneneinstrahlung (53—54° n. Br.) im Sommer ermöglichen eine überdurchschnittliche Assimilationsleistung der Pflanzen. Der häufige Wind in Küstennähe sorgt dafür, dass der Staubgehalt der Atmosphäre deutlich unter dem mitteleuropäischen Durchschnitt liegt.
Für das "größte geschlossene Baumschulgebiet der Welt" bei Pinneberg ist der tiefgründige, humose und gut durchlüftete Geestboden eine weitere wichtige natürliche Grundlage. In rund 500 Betrieben auf 4000 Hektar haben Ziersträucher und Rosen (jeweils mehr als 12 Mio. Pflanzen) den höchsten Flächenanteil und Umsatz, gefolgt von Forstpflanzen und Obstgehölzen. Begünstigt durch den hohen Technisierungsgrad und die kooperativen Versandeinrichtungen (gute Verkehrsanbindungen) wird der Großteil der Baumschulprodukte über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus verkauft.

Industrieansiedlungen an der Unterelbe
Aufgrund ihrer geringen Industrie-, Bevölkerungs- und Kaufkraftdichte werden die administrativen Einheiten des Unterelberaumes als ländliche Gebiete mit zum Teil schwerwiegenden Strukturproblemen, als "Peripherraum" kategorisiert (Kreise an der Elbmündung mit den Standorten Cuxhaven und Brunsbüttel; vgl. 66).
Bis Anfang der 1990er-Jahre waren alle Kreise an der Unterelbe mit Ausnahme Pinnebergs Fördergebiete, da sie als "hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben" eingestuft wurden. Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruk-tur" erhielten sie Investitionsförderungen von 15 bis 20 Prozent.
D. Tiedemann, K. M. Weber

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