Umweltbelastung

Umwelt

978-3-14-100759-6 | Seite 14 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 1.500.000
Umweltbelastung |  | Umwelt | Karte 14/2

Informationen

Die Karte zeigt die Entwicklung der Binnengewässergüte und der Luftgüte in Mecklenburg-Vorpommern seit 1990 bzw. 1993. Darüber hinaus werden verschiedene Umweltrisiken dargestellt.

Binnengewässergüte
Die Entwicklung der Binnengewässergüte wird im Kartenbild in vier Gruppen dargestellt. Die meisten Gewässer zeigen seit 1990 eine gleichbleibende Qualität oder eine leichte Verbesserung. Nur auf wenigen, kleineren Flussabschnitten hat sich die Wassergüte verschlechtert. Deutlich verbessern konnte sich die Gewässergüte der Recknitz, der Barthe und des Augrabens.
Die Ursachen für die Qualitätsverbesserung sind die Einführung von Umweltauflagen, der Ausbau von Großkläranlagen sowie die Verringerung der Einträge durch die Landwirtschaft. Heute sind alle Binnengewässer Mecklenburg-Vorpommerns lediglich gering bis mäßig belastet.

Luftgüte
Die Entwicklung der Luftgüte wird in der Karte mithilfe der Belastungen durch Stickstoffdioxid (NO₂) und Schwefeldioxid (SO₂) dargestellt. Stickstoffdioxid-Emissionen stammen überwiegend aus Verbrennungsprozessen in Motoren und Feuerungsanlagen, Schwefeldioxid entsteht bei der Verbrennung von Kohle und Öl zur Erzeugung von Wärme und Strom. Die Emissionswerte werden durch ein bundesweites Netz an Verkehrsmessstationen und ländlichen Messstationen erfasst.
Sowohl die Stickstoffdioxid- als auch die Schwefeldioxid-Belastungen haben sich seit 1993 deutlich verringert. Die Stickstoffdioxid-Emissionen konnten durch die Einführung von Katalysatoren zwar deutlich vermindert werden, dennoch gilt der Kfz-Verkehr weiterhin als Hauptverursacher der Umweltbelastung. Der Schwefeldioxid-Ausstoß konnte durch die Einführung von Rauchgasentschwefelungsanlagen in Kraftwerken und die Umsetzung der Großfeuerungsanlagenverordnung erheblich verringert werden. Nicht zuletzt haben sich die Emissionen in den neuen Bundesländern infolge des Zusammenbruchs der DDR und den damit verbundenen Betriebsstilllegungen erheblich vermindert.

Umweltrisiken
Mehrere Tankerrouten führen in Küstennähe durch die Ostsee. Besonders empfindlich gegenüber Ölverschmutzung sind die flachen Küsten der Bodden. Weitere Gefahren gehen von den starken Küstenwinden aus, die insbesondere die Moorböden an der Recknitz und im Ziesebruch durch Erosion beeinträchtigen können.
Das Kernkraftwerk Lubmin/Greifswald war der größte Kernenergiestandort der DDR. Fünf der insgesamt acht geplanten Kernkraftwerksblöcke waren zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung in Betrieb. Nach einer Begutachtung durch die Gesellschaft für Reaktor- und Anlagensicherheit wurden 1990 alle Kernkraftwerksblöcke abgeschaltet und seit 1995 abgebaut. Die teilweise hochkontaminierten Ausrüstungen werden seitdem im Zwischenlager Nord deponiert. Das brandenburgische Kernkraftwerk Rheinsberg wurde ebenfalls 1990 abgeschaltet und befindet sich seit 1995 im Rückbau. Im benachbarten Niedersachsen befindet sich das Zwischenlager Gorleben, in dem abgebrannte Brennelemente und hochradioaktive Abfälle gelagert werden.
H. Kiegel

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