Trier - Neuzeitliche Stadt um 1800

Trier - Territorial- und Stadtentwicklung

978-3-14-100390-1 | Seite 27 | Abb. 7 | Maßstab 1 : 20.000
Trier | Neuzeitliche Stadt um 1800 | Trier - Territorial- und Stadtentwicklung | Karte 27/7

Überblick

<p>Die Entwicklung Triers zwischen 1200 und 1800 verlief langsam und war durch zahlreiche Rückschläge gekennzeichnet. Lebten 1250 noch etwa 12 000 Einwohner in Trier, so ging die Einwohnerzahl bis 1697 zurück auf 2680, 1801 erreicht sie zwar wieder 8830, lag aber weit unter den 80 000 zur Zeit der Römer im Jahr 300.</p>
<p>Diese Entwicklung zeigt auch das Stadtbild. Die Wohnbebauung im Jahr 1800 ist zwar im Vergleich zu 1200 etwas angewachsen, aber innerhalb der Stadtmauer gibt es noch große Freiflächen. An der Grundstruktur hat sich nicht viel geändert.</p>

Geschichtliche Entwicklung

<p>Die Stadt Trier stand lange unter der Herrschaft der Erzbischöfe. Die Gründung der Universität 1473, mit heute etwa 12 600 Studierenden, sollte ein erstes Zeichen für die Unabhängigkeitsbestrebungen der Trierer Bürger sein, die sich bis ins 16. Jahrhundert fortsetzten – jedoch ohne Erfolg. Stattdessen residierten die Erzbischöfe aus Ärger darüber nun seltener in Trier, was zu einem Prestigeverlust führte. Die Randlage Triers erschwerte zudem die überregionalen Handelsbeziehungen, sodass die Stadt weiter an Bedeutung verlor. Trier litt unter dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) sowie unter weiteren Kriegen und Besatzungen. Während der längsten Besatzungsperiode zwischen 1688 und 1698 rissen die Franzosen die Stadtmauer ein und sprengten zwei Pfeiler der Römerbrücke. Trier beherbergte damals fast mehr Soldaten als Einwohner. Mit Beginn des 18. Jahrhunderts setzte eine langsame Erholung ein. Die Römerbrücke und die Stadtmauer wurden wieder aufgebaut, es gab bedeutende Neubauten wie die Basilika St. Paulin.</p>
<p>1797 wurde Trier wie das gesamte linksrheinische Deutschland in das französische Staatsgebiet eingegliedert. Als Hauptstadt des Saardepartements (1798–1814) erfuhr die Stadt einen Prestigezuwachs und Modernisierungsschub. 1801 erhielten die Trierer Bürger die französische Staatsbürgerschaft. Nach dem Abzug der Franzosen 1814 wurde Trier in die preußische Rheinprovinz eingegliedert und kam damit erneut in eine Randlage.</p>

Herausbildung der Herrschaft im Früh- und Hochmittelalter

Differenzierende Karte

Trier im Wandel
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