Trier im 4. Jahrhundert n. Chr. und 2007

Tourismus

978-3-14-100757-2 | Seite 8 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 22.500
Trier im 4. Jahrhundert n. Chr. und 2007 |  | Tourismus | Karte 8/2

Informationen

In Deutschland gibt es immer wieder Unstimmigkeiten, welche Stadt als die älteste des Landes gelten darf. Bei den römischen Stadtgründungen ist es Trier, das im Jahr 16 v. Chr. als Augusta Treverorum entstand. 1986 wurden die Reste der antiken Bebauung und die aus ihnen entstandenen Nachfolgebauten von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Die römische Stadt
Bevor sich die Römer dazu entschlossen, am Standort des heutigen Trier eine Stadt zu etablieren, hatten sie in der Nähe bereits im Jahr 30 v. Chr. für kurze Zeit ein Militärlager errichtet.
Unter Kaiser Augustus war Gallien in drei Provinzen aufgeteilt worden: das zentrale Gallia Lugdunensis, das südwestliche Gallia Aquitania und das nordöstliche Gallia Belgica, zu dessen Hauptstadt Trier wurde. Die Stadt war optimal in das römische Verkehrsnetz eingebunden, das bis ins 4. Jahrhundert weiter ausgebaut wurde: Richtung Nordwesten war es nicht weit bis nach Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln), nordöstlich ging es u. a. nach Mogontiacum (Mainz), die südlichen Straßen und Wege führten nach Lutetia Parisiorum (Paris), Divodurum (Metz) und Argentoratum (Straßburg).
Bis zum Jahr 300 hatte sich Trier zur größten römischen Stadt nördlich der Alpen entwickelt, in der bis zu 80 000 Menschen lebten. Entsprechend prachtvoll waren die Bauten, z. B. das Amphitheater, das um das Jahr 100 entstand und Teil der Stadtbefestigung war. Die Pfeiler der noch heute erhaltenen Römerbrücke über die Mosel stammen aus der Mitte des 2. Jahrhunderts. Ähnlich alt sind die benachbarten Barbarathermen, und um das Jahr 180 begannen die Arbeiten an der Porta Nigra, die mit bis zu 30 m Höhe eines der massigsten römischen Bauwerke nördlich der Alpen ist.
Seine prachtvollste Zeit erlebte die Stadt unter Kaiser Constantius I. und dessen Sohn Konstantin I., die hier seit 293 regelmäßig residierten. Die Anfang des 4. Jahrhunderts gebaute Palastaula diente Konstantin I. als Thronsaal, in diese Zeit fällt auch der Bau der Kaiserthermen. Im Jahr 326 entstand die Doppelbasilika, deren Reste heute noch im Dom und der benachbarten Liebfrauenkirche zu finden sind.
Bis 392 blieb Trier eine der Residenzen der römischen Kaiser. Das Ende ihrer Herrschaft wurde im 5. Jahrhundert mit Zerstörungen der Franken und Hunnen eingeläutet, 475 wurde Trier fränkisch.

Das heutige Trier
Einen großen Teil seiner Identität bezieht Trier aus seiner rund 500 Jahre andauernden römischen Epoche. Aufgrund der Vielzahl der entsprechenden architektonischen Überreste, ist die Stadt Teil des Weltkulturerbes. Auf der Karte sind die sieben Bauten der UNESCO-Liste zu erkennen: Römerbrücke, Barbarathermen, Porta Nigra, Dom, Basilika, Kaiserthermen und Amphitheater.
Der Grundriss der römischen Stadt ist am Verlauf der beiden von Nord nach Süd und von West nach Ost verlaufenden Hauptstraßen nachzuvollziehen. Die Saarstraße zieht sich über die Neustraße, die Brotstraße und die Simeonstraße bis zur Porta Nigra. Die Kaiserstraße/Südallee verbindet noch immer die Römerbrücke mit den Kaiserthermen.
In der Nordhälfte der alten römischen Stadt entwickelte sich das mittelalterliche Trier, in dem rund um den Kornmarkt heute das von einer Fußgängerzone geprägte moderne Geschäftszentrum liegt.
D. Falk

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