Thüringen - Wirtschaft

Thüringen - Wirtschaft

978-3-14-100385-7 | Seite 18 | Abb. 1
Thüringen | Wirtschaft | Thüringen - Wirtschaft | Karte 18/1

Überblick

Wie in vielen Teilen Deutschlands entstanden auch in Thüringen die Ursprünge der Industrie in den wald- und wasserreichen Mittelgebirgen. Glasherstellung (Christbaumschmuck) sowie die Fabrikation von Spielwaren (Sonneberg) sind noch heute bedeutsam. Den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland überlebten viele Betriebe nicht. Ein Großteil der Arbeitsplätze Thüringens fiel seit 1990 weg. Als Folge schrumpfte die Thüringer Bevölkerung bis heute um mehr als 8 Prozent durch Abwanderung, aber auch durch Geburtenrückgang. Mittlerweile hat sich die Wirtschaft etwas erholt. Die Arbeitslosenquote in Thüringen lag im August 2018 bei 5,4 Prozent und damit nur geringfügig über dem Bundesdurchschnitt. Beim Bruttoinlandsprodukt je Einwohner lag Thüringen 2016 aber mit 28 700 Euro immer noch auf dem viertletzten Platz im Bundesländervergleich und weit unter dem Bundesdurchschnitt von 39 500 Euro.

Industrie

Thüringens Industrie konzentriert sich vor allem auf die Branchen Fahrzeugbau, Mikroelektronik, Informationstechnik, Optik, Optoelektronik sowie Jagd- und Sportwaffenproduktion. Auch die Lebensmittelindustrie hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftszweig Thüringens entwickelt. Nach der Automobilindustrie ist das Ernährungsgewerbe der zweitwichtigste Industriezweig Thüringens. In Schönbrunn steht eines der bedeutendsten Gewürzwerke in Europa.

Wirtschaftszentren

Die drei bedeutendsten Wirtschaftszentren Thüringens sind Eisenach, Jena und Erfurt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist Eisenach ein Zentrum des Automobilbaus, dessen Tradition heute von der Adam Opel AG weitergeführt wird. Dazu kommen eine bedeutende Automobilzulieferindustrie, der Maschinenbau und die Elektrotechnik. In Jena, 2008 zur „Stadt der Wissenschaften“ gekürt, konzentrieren sich innovative Unternehmen der Feinmechanik, Optik und Elektronik. Dazu kommen die Herstellung von Spezialglas, Ausrüstungen für die Solarindustrie und Arzneimittel.

Bergbau, Stromgewinnung und Verkehr

Der Erzbergbau, seit dem Mittelalter im Thüringer Wald, dem Thüringer Schiefergebirge und im Harz betrieben, spielt heute keine Rolle mehr. Nach der Einstellung des Uranerzabbaus bei Ronneburg und der Braunkohlengewinnung im Altenburger Land wird nur noch Kalisalz im Werrarevier (Unterbreizbach) gefördert. Fast die Hälfte des Thüringer Stroms stammt aus Laufwasser- und Pumpspeicherkraftwerken. Die Bleilochtalsperre staut die Saale zum größten Stausee Deutschlands. Das Pumpspeicherwerk Goldisthal im Thüringer Schiefergebirge ist mit einer Leistung von 1060 MW das größte Wasserkraftwerk Deutschlands (siehe auch Karte 25.3 „Wasser- und Energiewirtschaft“). Im Thüringer Becken werden zunehmend große Windparks in Betrieb genommen. Nach dem Ausbau des Autobahnnetzes ist Thüringen dank seiner zentralen Lage in Deutschland ein wichtiges Durchgangsland für den Nord-Süd-Verkehr und den West-Ost-Verkehr. Die Landeshauptstadt Erfurt ist ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt und verfügt über einen internationalen Flughafen.

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