Thüringen - Umwelt und Naturschutz

Thüringen - Umwelt und Energie

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Thüringen | Umwelt und Naturschutz | Thüringen - Umwelt und Energie | Karte 24/1

Überblick

Die Landschaft von Thüringen ist unterschiedlich ausgeprägt. Im Norden grenzt die Gebirgslandschaft des Harzes an. Im Süden und Südwesten liegt der Thüringer Wald. In Thüringen gibt es einen Nationalpark, mehrere Biosphärenreservate und Naturparks sowie zahlreiche Naturschutzgebiete.

Nationalpark

Ein Nationalpark ist ein klar festgelegtes Gebiet, das sich durch ökologische Besonderheiten und eine natürliche Schönheit auszeichnet. Diese Gebiete sind streng vor dem Eingriff des Menschen geschützt. Ein solcher Nationalpark ist seit 1997 der Hainich, der einzige Nationalpark in Thüringen. Der Hainich ist der größte zusammenhängende Laubwald in Deutschland und liegt auf einem Höhenrücken im Osten Thüringens. Dort sind viele seltene Baum- und Tierarten zu finden. Besonders ausgedehnte Buchenwälder prägen das Landschaftsbild. Zudem ist fast das gesamte Gebiet des Hainich anerkanntes EU-Vogelschutzgebiet. In den Wäldern des Hainich darf kein Holz geschlagen werden.

Biosphärenreservate und Naturschutzgebiete

Innerhalb des Thüringer Walds befindet sich das Biosphärenreservat Vessertal. Ein Biosphärenreservat ist eine von der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) wegen ihrer Einzigartigkeit unter Schutz gestellte Landschaft. Das Vessertal umfasst eine Fläche von rund 17 000 ha. Die dortige Landschaft ist durch Wälder, Bergwiesen und Hochmoore geprägt. Der größte Teil ist von dichten Wäldern bedeckt. Im Biosphärenreservat ist eine forstwirtschaftliche Nutzung nur in bestimmten Abschnitten erlaubt. Auch die nördlichen Ausläufer der Rhön im Südwesten von Thüringen bilden ein Biosphärenreservat. Dort gibt es gleichzeitig eine große Zahl an Naturschutzgebieten unterschiedlicher Größe. Naturschutzgebiete sind ebenfalls schützenswerte Gebiete, die weder durch Bebauung noch eine andere Nutzung verändert werden dürfen. Naturschutzgebiete dürfen zudem nur auf ausgewiesenen Wegen betreten werden. Im Vergleich zu den Großschutzgebieten (Nationalparks, Naturparks, Biosphärenreservate) sind Naturschutzgebiete kleinräumiger. Die meisten der Naturschutzgebiete in der Thüringer Rhön und anderen Teilen Thüringens umfassen zwischen 100 und 400 Hektar. Es gibt jedoch auch vereinzelt größere Naturschutzgebiete, die eine Fläche von mehr als 400 Hektar haben.

Naturparks

Der Hainich bildet einen Teil des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal. Ein Naturpark ist eine Landschaft, die der Mensch über einen langen Zeitraum mitgeprägt hat. Diese Landschaften sollen bewahrt und gleichzeitig vor weiteren Eingriffen geschützt werden. Im Norden des 870 km² großen Naturparks befindet sich das Eichsfeld. Prägend für diese hügelige Landschaft sind die Muschelkalkplateaus mit ihren zahlreichen Klippen. Im südlich gelegenen Werratal durchfließt die Werra ein Gebiet von Auenlandschaften und steilen Felswänden. Weitere Naturparks sind beispielsweise der Kyffhäuser im Norden Thüringens mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, ausgedehnten Buchenwäldern und Feuchtwiesen sowie der Thüringer Wald.