Thüringen - Bezirke 1945–1990

Thüringen - Geschichte und Verwaltung

978-3-14-100385-7 | Seite 26 | Abb. 2
Thüringen | Bezirke 1945–1990 | Thüringen - Geschichte und Verwaltung | Karte 26/2

Überblick

Thüringen wurde im April 1945 von den Amerikanern besetzt und am 1. Juli 1945 an die sowjetische Militärverwaltung übergeben. In der Folgezeit kam es zu Grenzverschiebungen zwischen der amerikanischen und der sowjetischen Besatzungszone. Im Jahr 1946 erhielt das Land Thüringen eine Verfassung. Der Regierungssitz wurde 1950 nach Erfurt verlegt. Das Land Thüringen bestand von nun an aus dem ehemaligen Freistaat Thüringen, dem Gebiet des früheren preußischen Regierungsbezirkes Erfurt und der Herrschaft Schmalkalden. Es hatte eine Gesamtfläche von 15 585 km².

Verwaltungsreform in der DDR

Ein Jahr später wurde Thüringen Teil der DDR. Am 25. Juli 1952 beschloss der Landtag mit einer Verwaltungsreform in der DDR das „Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe in Thüringen“. Damit wurde das Land seiner Funktion enthoben. Fortan bestanden nur noch die Bezirke Erfurt, Gera und Suhl. Neuerdings gab es nicht mehr zwölf, sondern nur noch vier Stadtkreise. Dagegen wurde die Anzahl der Landkreise von 23 auf 35 erhöht. Der Kreis Altenburg und der Kreis Schmölln wurden dem Bezirk Leipzig zugewiesen. Der neue Kreis Artern, bestehend aus Gebieten des Landes Thüringen und des Landes Sachsen-Anhalt, kam zum Bezirk Halle.

Wiedervereinigung und Neustrukturierung

Mit der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurde der Freistaat Thüringen wieder gegründet. Man setzte ihn zusammen aus den bisherigen Bezirken Erfurt, Gera und Suhl sowie aus Teilen der Bezirke Leipzig (Kreise Altenburg und Schmölln) und Halle (Kreis Artern). Das neue Land war damit ungefähr 600 km² größer als 1952. Landeshauptstadt wurde Erfurt.

Die Bezirke Erfurt, Gera und Suhl in der DDR

Am 13. August 1961 begann die völlige Abriegelung der Grenzen. Dabei wurden mehrere Dörfer im Thüringer Grenzgebiet zwangsumgesiedelt und abgerissen. Etwa 6000 Menschen wurden umgesiedelt. Dies geschah oftmals unangekündigt und unter Zurücklassung ihres Besitzes. 1989 wurde auch Thüringen von Massendemonstrationen gegen das SED-Regime erfasst. Die Grenzübergänge zu den westdeutschen Bundesländern wurden schließlich in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 geöffnet.