Temperaturen im Juli

Südamerika - Klima

978-3-14-100700-8 | Seite 216 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 60.000.000
Temperaturen im Juli |  | Südamerika - Klima | Karte 216/2

Informationen

Der Aspekt einer meridionalen Zonierung des Klimas in Südamerika schlägt sich in dem starken Temperaturgradienten zwischen dem feucht-heißen Amazonasbecken und den kühlen Gebirgsklimaten der Anden nieder. Zugleich zeichnet sich innerhalb des Kontinents deutlich der Übergang von den tropischen Tageszeitenklimaten zu den außertropischen Jahreszeitenklimaten ab.
Während in den tropischen Bereichen die Durchschnittstemperaturen im Januar und Juli nur sehr geringfügig differieren, zeigen sich im Tagesablauf mitunter erhebliche Temperaturamplituden. Mit zunehmender geographischer Breite nehmen die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede zu. Dies wird südlich des Wendekreises besonders deutlich.
In weiten Teilen des Amazonastieflandes herrschen das ganze Jahr über monatliche Durchschnittstemperaturen von 25 °C bis 30 °C. Das Thermoisoplethendiagramm von Belém verdeutlicht den jahres- und tageszeitlichen Temperaturgang dieser inneren Tropen. Die Temperaturen fallen in Meeresniveau auch nachts kaum unter 22 °C. Um die Mittagszeit erreichen sie zumeist die 30 °C-Marke. Durch die geringfügigen Insolationsunterschiede (Sonneneinstrahlung) zwischen Sommer und Winter — innerhalb der Wendekreise beträgt die Tageslängenschwankung im Laufe eines Jahres lediglich drei Stunden — variiert dieser tageszeitliche Temperaturgang kaum. Es herrscht ein ausgeprägtes Tageszeitenklima.
Humboldt bezeichnete diese Stufe der frostfreien Tieflandtropen mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von über 22 °C als Tierra caliente und diejenige mit einer Durchschnittstemperatur von 16 °C bis 22 °C als Tierra templada. Im Bereich des Äquators reicht die Region völliger Frostfreiheit bis in eine Höhe von etwa 2500 Metern, um dann bis etwa 30 Grad nördlicher und südlicher Breite auf Meeresniveau abzusinken. Dort liegt die äußere Grenze der Tropen. Tages- und Jahresschwankung der Temperatur erreichen hier etwa den gleichen Wert. Mit zunehmender Höhe gehen die Warm- in die Kalttropen über.
Bei Jahresdurchschnittstemperaturen von etwa 6 °C bis 16 °C treten im Bereich der Tierra fria bereits regelmäßig Fröste auf. Quito liegt an der Untergrenze dieser klimatischen Höhenstufe. Das Thermoisoplethendiagramm verdeutlicht auch hier den ausgeprägten Tagesgang der Temperatur. Tagsüber steigt sie knapp über 20 °C, nachts sinkt sie teilweise unter 8 °C. Auch in den größeren Höhen der Tropen sind keine thermischen Sommer und Winter ausgebildet.
Ab einer Höhe von etwa 3500 Metern beginnt in Äquatornähe die Zone der Tierra helada mit Jahresdurchschnittstemperaturen von etwa 0 °C bis 6 °C. Die Zahl der Frostwechsel- und Eistage steigt stark an.
Die Tierra nevada umfasst den Bereich des ewigen Schnees in den Tropen. Sie beginnt in den feuchten inneren Tropen bei etwa 5000 Metern Höhe und steigt polwärts infolge der wachsenden Aridität an.
Mit zunehmender geographischer Breite nehmen die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede zwischen Sommer (Januar) und Winter (Juli) zu. Südlich des 20. Breitengrades wird dies besonders deutlich. In Buenos Aires beträgt die Jahresamplitude bereits vier Temperaturstufen. Kaltluftvorstöße, die als Pamperos bezeichnet werden, sorgen bis über den südlichen Wendekreis hinaus immer wieder für die Zufuhr antarktischer Kaltluftmassen. Trotz zunehmender geographischer Breite und damit wachsender solarklimatischer Unterschiede zwischen Sommer und Winter ist südlich des 40. Breitengrades mitunter ein Rückgang der Temperaturdifferenzen zwischen Januar und Juli festzustellen. Dieser geht auf den wachsenden thermischen Einfluss des Meeres zurück, der sich infolge der Verjüngung Südamerikas im Bereich von Patagonien zunehmend bemerkbar macht. Auf Feuerland geht die Temperaturamplitude Januar/Juli teilweise auf zwei Temperaturbereiche zurück.
A. Siegmund, P. Frankenberg, D. Volz

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Bild

Thermoisoplethendiagramm von Belem

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