Temperaturen im Januar

Afrika - immerfeuchte und wechselfeuchte Tropen

978-3-14-100770-1 | Seite 172 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 72.000.000
Temperaturen im Januar |  | Afrika - immerfeuchte und wechselfeuchte Tropen | Karte 172/1

Überblick


Der afrikanische Kontinent erstreckt sich über zwei Klimazonen: die Tropen (in Äquatornähe) und die Subtropen (jenseits der Wendekreise). Nördlich des Äquators ist – wie in Deutschland – im Januar Winter. Durch den ganzjährig hohen Stand der Sonne werden im nördlichen Afrika jedoch auch im Winter relativ hohe Temperaturen erreicht. Selbst in den Gebirgen fallen die monatlichen Durchschnittstemperaturen im Winter nicht unter null Grad. In den Flachländern liegen die Temperaturen sogar zwischen etwa 10 °C (jenseits des Nördlichen Wendekreises) und über 25 °C (am Äquator). Südlich des Äquators ist dagegen im Januar Sommer. Im sommerlichen Südafrika liegen die Temperaturen selbst in höheren Lagen nicht unter 10 °C.

Ursachen der Temperaturverteilung
Die Temperatur in Afrika wird vor allem von der Sonneneinstrahlung, der Bewölkung und der Verdunstung bestimmt (die Verdunstung hängt wiederum von der Höhe der Niederschläge und der Sonnenstrahlung ab). In den äquatorialen Breiten steht die Sonne das ganze Jahr über sehr hoch.
Doch trotz der hohen Sonneneinstrahlung werden in Äquatornähe nicht die höchsten Temperaturen Afrikas erreicht. Innerhalb der so genannten Innertropischen Konvergenzzone (ITC) kommt es nämlich ständig zu einer dichten Bewölkung und zu starken Regenfällen – beides wirkt einem Temperaturanstieg entgegen: Durch die Bewölkung wird ein Teil der einfallenden Sonnenstrahlung reflektiert, die somit nicht zur Erwärmung der Erdoberfläche beiträgt.
Andererseits die starken Regenfälle am Äquator, die zu einer starken Verdunstung führen. Für die Verdunstung von Wasser wird sehr viel Energie benötigt. Dadurch wird ein weiterer Teil der Sonneneinstrahlung (Strahlungsenergie) in latente (versteckte) Wärme umgewandelt, ohne dass sich die Temperatur erhöht.
Die höchsten Temperaturen in Afrika treten im Bereich der Wendekreise auf. Dort bzw. im subtropischen Hochdruckgürtel sinkt die Luft ab und erwärmt sich dabei. Daher kommt es – zum Beispiel über der Sahara – zur Auflösung der Wolken. Diese Regionen sind extrem trocken – es regnet fast nie und die Sonne strahlt ungehindert auf die Erdoberfläche, sodass es mitunter sehr heiß wird. Nachts und im Winter ist die Ausstrahlung der Wärme ins Weltall jedoch sehr hoch, da es keine schützende Wolkendecke in der Atmosphäre gibt. Daher kühlt es vor allem nachts, aber auch im Winter sehr stark aus.

Tages- und Jahresschwankungen
In Äquatornähe ist die Sonneneinstrahlung das ganze Jahr über relativ gleichmäßig. Dies führt zur Ausbildung eines tropischen Tageszeitenklimas. Dabei sind die Temperaturunterschiede über das ganze Jahr deutlich geringer als die zwischen Tag und Nacht. Aus diesem Grund schwanken die Temperaturen im tropischen Afrika zwischen Januar und Juli (vgl. Karte 102.2) auch nur um höchstens eine Temperaturstufe.
Mit zunehmender Entfernung vom Äquator nehmen die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede zu. Jenseits der Wendekreise wird dies besonders deutlich. Die monatlichen Durchschnittstemperaturen schwanken dort zum Teil bis zu 20 °C.

A. Siegmund, P. Frankenberg, D. Volz, M. Schneider, S. Lemke

Info Plus

Der afrikanische Kontinent erstreckt sich über zwei Klimazonen: die Tropen in Äquatornähe und die Subtropen jenseits der Wendekreise. Durch den ganzjährig relativ hohen Sonnenstand und die damit verbundene starke Energiezufuhr, bilden sich in Afrika keine echten thermischen Hochwinter aus. Selbst in den Hochlagen der Gebirge fallen die Monatsdurchschnittstemperaturen im Winter nicht unter null Grad. In den Flachländern liegen die Temperaturen sogar zwischen etwa 10 °C jenseits der Wendekreise und über 25 °C am Äquator.

Ursachen der Temperaturverteilung
Die Temperaturverteilung Afrikas wird wesentlich von drei Faktoren bestimmt — der Sonneneinstrahlung, der Bewölkung und der Verdunstung, die ihrerseits unter anderem von der Höhe der Niederschläge abhängt. Theoretisch erfahren die äquatorialen Breiten durch den das ganze Jahr über sehr hohen Sonnenstand — die Inklination der Sonne unterschreitet am Äquator in den Mittagsstunden nie 66,5 ° — die stärkste Energiezufuhr. Durch die mit der Konfluenzzone der Passate verbundene starke Bewölkung im Bereich der Innertropischen Konvergenzzone (ITC) wird jedoch ein Teil dieser einfallenden Strahlung reflektiert und damit einer Erwärmung der Erdoberfläche entzogen. Die hohen äquatorialen Niederschläge führen darüber hinaus zu einer starken Verdunstung. Infolge des dabei notwendigen Energieaufwandes wird ein weiterer Teil der Strahlungsenergie in latente und nicht in fühlbare Wärme umgewandelt.
Aus diesem Grund treten die höchsten Temperaturen in Afrika nicht in Äquatornähe, sondern im Bereich der Wendekreise auf. Der subtropische Hochdruckgürtel sorgt dort durch absteigende Luftbewegungen zur Wolkenauflösung und damit zur Ausbildung extremer Trockenräume. Dies führt zu einer weitgehend ungehinderten Sonneneinstrahlung, die im Sommer durch den Zenitstand der Sonne eine entsprechend starke Erwärmung mit sich bringt.
Der geringe Feuchtigkeitsgehalt des Bodens und die weitgehend fehlende Vegetation, die in äquatorialen Breiten durch ihre Transpiration maßgeblich zur Verdunstung beiträgt, haben geringe Verdunstungsraten zur Folge. Dadurch kann der größte Teil der einfallenden Sonnenenergie in fühlbare Wärme umgewandelt werden. So steigen die Temperaturen im Innern der Sahara tagsüber mitunter bis über 50 °C. Nachts und im Winter ist die Ausstrahlung und die damit verbundene Abkühlung aber auch entsprechend hoch.

Tages- und Jahresschwankungen
Die ganzjährig relativ gleichmäßige Strahlungszufuhr führt in Äquatornähe zur Ausbildung eines typischen tropischen Tageszeitenklimas. Die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede sind dabei deutlich geringer als die zwischen Tag und Nacht. Aus diesem Grund schwanken die Temperaturen im tropischen Afrika zwischen Januar und Juli auch nur um höchstens eine Temperaturstufe. Mit zunehmender Entfernung vom Äquator nehmen die jahreszeitlichen Strahlungs- und damit auch Temperaturunterschiede zu. Jenseits der Wendekreise wird dies besonders deutlich. Die monatlichen Durchschnittstemperaturen schwanken dort zum Teil bis zu 20 °C.
Im Nordsommer (Juli) fällt die starke Erwärmung der tropisch-subtropischen Trockengebiete auf, die auf die mit dem Zenitstand der Sonne verbundene hohe Energiezufuhr und die weitgehend fehlende Bewölkung zurückzuführen ist. Die Temperaturen erreichen im Monatsmittel über 35 °C.
A. Siegmund, P. Frankenberg, D. Volz

Google Maps

Zur Orientierung

Die Lage und Ausdehnung dieser Diercke Karte kannst Du Dir zur Orientierung als Kartenrahmen in Google Maps anzeigen lassen.

Jetzt orientieren