Temperaturen

Euregio Tirol-Südtirol-Trentino – Landwirtschaft/Klima

978-3-14-100782-4 | Seite 19 | Abb. 3
Temperaturen |  | Euregio Tirol-Südtirol-Trentino – Landwirtschaft/Klima | Karte 19/3

Informationen


Die beiden Karten zeigen die räumliche Verteilung der Temperaturen im langjährigen Durchschnitt in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino im Jänner (Winter) und im Juli (Sommer). Die neunstufige Niederschlagsskala umfasst einen Wertebereich von unter -10 °C bis über 20 °C. Klar erkennbar sind die unterschiedlichen Temperaturen in den beiden Jahreszeiten. Darüber hinaus wird die Höhenabhängigkeit der Temperaturen deutlich. In den von Westen nach Osten verlaufenden Tälern wie dem Vinschgau führen Beschattungseffekte auf den Nordhängen und der günstige Bestrahlungswinkel auf den Südhängen zu einer kleinräumigen Differenzierung in Schatten- und Sonnenseiten, die sich in den Temperaturen widerspiegelt. Erkennbar sind diese Effekte auch an der bevorzugten Besiedlung auf den Nordseiten der Täler (z. B. Meran, Bozen).
Charakteristisch für den Temperaturverlauf in den Tälern ist auch der Wechsel zwischen dem nächtlichen Bergwind und dem tagsüber wehenden Talwind. In den Tälern können sich Kaltluftseen, an den Gipfeln Hochnebeldecken bilden.

Temperaturen im Jänner
Die höchsten Jännertemperaturen verzeichnen die tiefen Lagen des Vinschgaus und des Etschtals sowie das flache Alpenvorland von Venetien im Südosten der Karte. In diesen Abschnitten werden teilweise Durchschnittstemperaturen oberhalb des Gefrierpunktes erzielt. Die relativ hohen Temperaturen in den Tälern werden durch häufig auftretende Föhnlagen begünstigt. Dabei überströmen kräftige Winde die Gebirgskämme und führen auf der strömungsabgewandten Leeseite zu trockenen Fallwinden. Die warme Luft fließt dabei von den Ötztaler Alpen als Teil des Alpenhauptkamms nach Norden und Süden durch die Föhntäler. Im Inntal weht der Föhnwind von Westen nach Osten. Der warme Föhnwind beschleunigt im Winter die Schneeschmelze und kann mit Lawinen, Muren und Sturmschäden einhergehen. Mit zunehmender Höhe fallen die Durchschnittstemperaturen. In den höchsten Höhenlagen erreichen die Durchschnittstemperaturen in Winter Werte von unter -10 °C. Die niedrigen Temperaturen in der Höhe resultieren aus dem in der Höhe geringen Umsatz von Sonnenenergie in fühlbare Wärme. Zusätzlich tragen hohe Windgeschwindigkeiten auf den exponierten Lagen und die Zufuhr kühler Luftmassen aus höheren Atmosphärenschichten zu dem tiefen Temperaturniveau bei.

Temperaturen im Juli
Auch im Juli werden die Durchschnittstemperaturen durch die Höhenlage bestimmt. Die tiefsten Lagen des Vinschgaus und des Etschtals sowie das Alpenvorland von Venetien erreichen Durchschnittstemperaturen von über 20 °C. Zusätzlich macht sich in diesen Tälern die Lage im Lee des Alpenhauptkamms bemerkbar. Durch die geschützte Lage werden im Vinschgau und im Etschtal höhere Temperaturen erzielt als im nördlich der Ötztaler Alpen gelegenen Inntal. Mit zunehmender Höhe fallen die Durchschnittstemperaturen, erreichen aber auch in den höchsten Höhenlagen der Region im Juli Werte oberhalb des Gefrierpunktes.

Heidrun Kiegel