Talsperre Hohenwarte - Energieversorgung und Tourismus

Thüringen - Umwelt und Energie

978-3-14-100385-7 | Seite 25 | Abb. 4
Talsperre Hohenwarte | Energieversorgung und Tourismus | Thüringen - Umwelt und Energie | Karte 25/4

Überblick

Die Talsperre Hohenwarte im Thüringer Wald mit ihrem gleichnamigen Stausee, auch „Thüringer Meer“ genannt, wurde in den 1930er-Jahren fertiggestellt. Dabei staute man den Fluss Saale und errichtete eine 75 m hohe und 412 m lange Staumauer aus Beton. Infolge des Baus des Staumauer mussten mehr als 250 Menschen umgesiedelt werden. Die Dörfer Presswitz und Saalthal wurden überflutet. Der Stausee erstreckt sich in mehreren Windungen über eine Länge von rund 27 km. Er bildet das Ausgleichs- und Unterbecken für die beiden Kraftwerke Hohenwarte I und II. Mit einem Fassungsvermögen von 182 Millionen m³ handelt es sich um die zweitgrößte Talsperre innerhalb der sogenannten Saalekaskade. Gleichzeitig ist die Talsperre Hohenwarte die viertgrößte in Deutschland.

Nutzung

Die Talsperre wird zur Energiegewinnung eingesetzt. Dafür gibt es ein Laufkraftwerk an der Staumauer und ein Pumpspeicherkraftwerk, das zwischen der Staumauer bzw. dem Oberbecken und der benachbarten Talsperre Eichicht liegt. Beide zusammen produzieren 380 MW Strom. Jedoch ist die Energieversorgung nicht der einzige Zweck, den die Talsperre erfüllt. Rund um Kraftwerk und Stausee ist ein Naherholungsgebiet entstanden. Neben zahlreichen Übernachtungsmöglichkeiten vom Hotel bis zur Jugendherberge gibt es dort auch ein umfangreiches Kultur- und Sportangebot. Nordöstlich des Ortes Saalthal-Alter liegt der größte Campingplatz des Stausees. Zudem wurde rund um den Stausee ein umfangreiches Rad- und Wanderwegenetz angelegt. Auf dem 76 Kilometer langen Panoramaweg „Hohenwartestausee“ kann man den Stausee umrunden.