Sunbelt/Frostbelt

Nord- und Mittelamerika – Klima

100750 | Seite 150 | Abb. 4 | Maßstab 1 : 42.000.000
Sunbelt/Frostbelt |  | Nord- und Mittelamerika – Klima | Karte 150/4

Informationen

Die Wolkenverteilung, die thermische Kontinentalität und der vorherrschende meridionale Luftmassen- und damit Temperaturaustausch steuern wesentlich die Zahl der Sonnen- und Frosttage in den USA. Die Offenheit des Kontinents nach Norden bedingt die deutliche meridionale Differenzierung des Sunbelts (Sonnengürtel).
Die höchsten Zahlen an Sonnenscheinstunden werden im Lee der südlichen Kordilleren erreicht. Die Lage dieses Raumes im Einflussbereich des subtropischen Hochdruckgürtels führt zu einer noch stärkeren Wolkenauflösung als im Lee der nördlichen Kordilleren und damit zu einer entsprechenden Zunahme der Sonnenscheindauer. Dennoch liegt die Zahl der Frosttage mit bis zu 120 Tagen im Sunbelt weit über entsprechenden Vergleichswerten aus Europa.
Die maximal mögliche Sonnenscheindauer ist in Boston und Chicago zwar zeitweise höher als in Arizona. Die Bewölkung im Nordwesten und Südosten der USA reduziert jedoch die reale Sonnenscheindauer sehr stark. Es sind dies die überwiegend ganzjährig von den Westwinden beregneten Gebiete der USA im Staubereich von Kordilleren und Appalachen, dort, wo der Westwind im Bereich der kanadischen Grenze in den Kontinent eindringt. Der Südwesten der USA sowie der Südosten mit Florida liegen dagegen unter dem Einfluss des Subtropenhochs.
Die regionale Differenzierung der Frosttage (Frostbelt) folgt einem Nord-Süd-Wandel der Insolationsintensität (Sonneneinstrahlung), der Änderung des Kontinentalitätsgrades sowie einem Höhenwandel. Die geringste Zahl der Frosttage wird deshalb im Südwesten und an der Küste des Golfes von Mexiko registriert. Die höchste Zahl von Frosttagen ist naturgemäß im Norden sowie in den Rocky Mountains festzustellen. Teilweise decken sich diese Gebiete des Frostbelts mit denen der geringsten Sonnenscheindauer (Cloudbelt). Frostbelt und Sunbelt schließen sich räumlich nicht völlig aus — hohe Einstrahlung dank geringer Bewölkung bedeutet auch ungehinderte Ausstrahlung, also mitunter Frost vor allem im Winterhalbjahr. So wird im Norden der USA Frost überwiegend durch Importe arktischer Luftmassen bestimmt (Advektivfrost), in den Trockengebieten überwiegt der nächtliche Ausstrahlungsfrost.
A. Siegmund, P. Frankenberg, D. Volz