Stuttgart - Innenstadt

Verwaltung und Bevölkerung

978-3-14-100852-4 | Seite 21 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 15.000
Stuttgart | Innenstadt | Verwaltung und Bevölkerung | Karte 21/3

Überblick

Stuttgart ist Hauptstadt und gleichzeitig die größte Stadt des Bundeslandes Baden-Württemberg. Mit mehr als 612 000 Einwohnern ist es nach Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main die sechstgrößte Stadt in Deutschland. Der städtebaulichen Entwicklung der Stuttgarter Innenstadt werden durch die Beckenlage natürliche Grenzen setzt. Auch der Verlauf der Verkehrswege orientiert sich an diesen Strukturen. Der Autoverkehr führt nicht nur zu erheblichen Lärmbelastungen entlang der Hauptverkehrsstraßen, sondern ist als Hauptverursacher von Emissionen auch für Grenzwertüberschreitungen bei Luftschadstoffen wie Feinstaub und Stickstoffdioxid verantwortlich. Die Luftbelastung in Stuttgart wird durch die Kessellage verstärkt, die den Luftaustausch in Abhängigkeit von der Wetterlage stark behindern kann.

Stuttgarts Innenstadt

Die auf der Karte abgebildete Innenstadt ist zu großen Teilen mit dem Stadtbezirk Stuttgart-Mitte identisch, der in zehn Stadtteile untergliedert ist. Der auffälligste und zentrale Bau ist das Neue Schloss, das 1746–1807 als Residenz der württembergischen Herrscher errichtet wurde. Direkt vor dem Gebäude erstreckt sich der Schlossplatz. Das Neue Schloss birgt heute mit dem Finanzministerium und dem Kultusministerium gleich zwei zentrale Institutionen der Landesregierung. In der Innenstadt liegen außerdem die Gebäude des Landtags, des Wirtschaftsministeriums, des Ministeriums für Arbeit und Soziales, des Innenministeriums, des Justizministeriums, des Wissenschaftsministeriums, des Umweltministeriums, des Landwirtschaftsministeriums und des Staatsministeriums.

Neben diesen geballten Regierungsfunktionen liegt in der Innenstadt auch die City mit zentralen Einkaufsmöglichkeiten. Markiert wird sie durch die Achse der Königsstraße, die zum Hauptbahnhof führt. Wie die meisten der nahen Parallel- und Seitenstraßen ist sie als Fußgängerzone angelegt. Die hohe Erreichbarkeit zeigt sich zum einen an den U-Bahn-Linien, die sie flankieren, zum anderen an den zahlreichen Parkmöglichkeiten: Über 30 Parkhäuser mit mehr als 100 Stellplätzen stehen zur Verfügung.

Auch die Kultur kommt in Stuttgarts Innenstadt nicht zu kurz, was sich u. a. an der Stadtbibliothek, dem Haus der Geschichte oder der 1843 eröffneten Staatsgalerie zeigt. Das Museum von internationalem Rang wurde 1984 durch die Neue Staatsgalerie erweitert. In dem der Galerie gegenüber liegenden Staatstheater finden Oper-, Schauspiel- und Ballettaufführungen statt.

Das Gebäude liegt im Oberen Schlossgarten. Die Anlage hat eine 600 Jahre alte Tradition; die nördlich anschließenden Bereiche des Mittleren Schlossgartens und des – in der Karte nicht mehr dargestellten – Unteren Schlossgartens ziehen sich bis zum Neckar und sind mit dem benachbarten Rosensteinpark und dem Zoologischen und Botanischen Garten Wilhelma die grüne Lunge der Stuttgarter Innenstadt.

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Stuttgart 21

Die Verantwortlichen in Stuttgart verharren nicht inmitten des geballten historischen Vermächtnisses, sondern zeigen sich der Zukunft zugewandt: 1997 wurde das Projekt Stuttgart 21 beschlossen, dessen Kernaufgabe in der Umstrukturierung des Hauptbahnhofs besteht. Eingebettet sind die Bauarbeiten in ein Projekt, das in der Eigenwerbung als „das neue Herz Europas” bezeichnet wird. Der Rahmen ist eine geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke der Bahn, die von Bratislava über Stuttgart nach Paris führt. Um deren Anforderungen gerecht werden zu können, wird aus dem heutigen Kopfbahnhof ein unterirdischer Durchgangsbahnhof. Nur wenige Hundert Meter nördlich des Bahnhofs entstehen neue und erneuerte Stadtviertel, der Fildertunnel soll auf über neun Kilometer Länge den Bahnhof mit dem Flughafen und dem Messegelände verbinden. Das umstrittene Projekt soll 2023 abgeschlossen sein.

D. Falk

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