Straßenverkehr - Durchschnittlicher Tagesverkehr

Alpenraum – Verkehr

978-3-14-100782-4 | Seite 41 | Abb. 7
Straßenverkehr | Durchschnittlicher Tagesverkehr | Alpenraum – Verkehr | Karte 41/7

Informationen

In zwei Karten mit gleichem Ausschnitt wird die tägliche Situation des KFZ-Aufkommens einerseits für den Transit- und andererseits für den Regionalverkehr Südtirols im Zusammenhang mit den benachbarten Alpenregionen von Bozen bis Innsbruck dargestellt. Informationen zu ausgewählten Stationen geben Aufschluss über die Luftschadstoffe Stickstoffdioxid, Schwebstaub und Ozon mit Angaben über die Anzahl von Tagen der Grenzwertüberschreitungen sowie Grenz- und Jahresmittelwerten. Im Raum Bozen sind die extrem hohen Werte auf die Lage im Alpenraum und auf das Verkehrsnetz zurückzuführen: Der Verkehr wird von den einzelnen Alpenpässen wie dem Reschenpass in Richtung Gardasee bzw. Norditalien in diesem Raum wieder zusammengeführt, durch die Brennerautobahn wird diese Verkehrskonzentration noch verstärkt.

Transitverkehr
Mit der 1974 fertiggestellten Brennerautobahn wurden die Weichen für den Durchgangsverkehr gestellt. Die Bedeutung der nord-südlich-verlaufenden Achse durch die Alpen nahm im Laufe der Jahre immer weiter zu. Dieser Transitverkehr wird durch das tägliche Verkehrsaufkommen im Raum Innsbruck noch übertroffen, was auf die Hauptverkehrsachse in ost-westlicher Richtung im Alpenraum zurückzuführen ist. Deutlich wird dies im Inntal und im Raum Bozen mit der Verbindung über den Brenner als Wirtschafts- und Verkehrszentrum mit Werten von über 50000 Fahrzeugen pro Tag, die um Innsbruck sogar Extremwerte von über 70000 Fahrzeugen pro Tag und in den Höhenlagen Werte von 20000 bis 30000 Fahrzeugen pro Tag erreichen.
Beim Vergleich der beiden Karten bezüglich der Luftschadstoffe fallen die Stickstoffdioxide besonders auf: Bei allen fünf dargestellten Messstationen des Transitverkehrs überschreiten die Jahresmittelwerte deutlich die Grenzwerte. In Vomp im Inntal übersteigen sie sogar das Doppelte der zulässigen Grenze von 30 μg/m³ mit 64 μg/m³. Dieser Wert ist mit dem von Klausen mit 65,4 μg/m³ vergleichbar, allerdings sind die zulässigen Grenzwerte in Südtirol mit 40 μg/m³ festgelegt und demnach um 10 μg/m³ höher. Die Schwebstaubwerte erreichen im Jahresmittel die zulässigen Grenzwerte von 50 μg/m³ nicht. Einzelne Tage, an denen die Grenze überschritten wird, liegen zwischen 7 und 21. In Gärberbach bei Innsbruck wurde eine Überschreitung an drei Wochen im Jahr gemessen. Im Innsbrucker Raum gibt es keine Angaben zu den Ozonwerten, in Südtirol bewegen sie sich im zulässigen jährlichen Grenzbereich von 180 μg/m³. Die Station Neumarkt im Süden überschreitet allerdings sogar an 26 Einzeltagen die zulässigen Tageshöchstwerte.

Regionalverkehr
Im Gegensatz zu der Anzahl von mindestens 20000 KFZ pro Tag durch Transitverkehr ist die Anzahl der KFZ pro Tag aus dem Regionalverkehr mit nur 10000 im südtiroler Raum deutlich geringer. Teilweise beträgt die Anzahl in den Höhenlagen weniger als ein Viertel des Transitverkehrs mit unter 5000 KFZ pro Tag. Im Inntal und in den ost-westlich-verlaufenden Achsen Südtirols wird eine tägliche Anzahl von 10000 bis 20000 KFZ pro Tag erreicht. Im Umland von Innsbruck übersteigt die Anzahl 20000 und in dem von Bozen 30000 KFZ pro Tag.
Die Stickstoffdioxide beim Regionalverkehr bewegen sich zumeist im zulässigen Grenzwertbereich von 30 μg/m³. Hier überschreiten die Werte von Innsbruck mit 42 μg/m³ wiederum die Grenzwerte. Da die Grenzwerte für Stickstoffdioxide im Südtirol bei 40 μg/m³ liegen, überschreiten die Werte von Kunting mit 33,9 μg/m³ und von Meran mit 34,3 μg/m³ in Südtirol die Grenzwerte nicht, die in Österreich bereits erreicht wären. Die Schwebstaubwerte, die auf den Regionalverkehr zurückzuführen sind, bewegen sich innerhalb der Grenzwerte von 50 μg/m³. Die einzelnen Tage, an denen die zulässigen Grenzwerte überschritten werden, betragen an den dargestellten Messstationen 7 bis 15 Tage. Eine Ausnahme stellt die Station Ritten bei Bozen mit keinem Tag der Überschreitung der Schwebstaubwerte und mit gegen Null gehenden Stickstoffdioxidwerten dar. Die Station hat allerdings mit 93,8 μg/m³ die höchsten Ozonwerte aufzuweisen, was auf die Höhenlage von über 1000 m zurückzuführen ist. Die anderen Stationen zeigen Werte von 39 bis 41,2 μg/m³ Ozon im Jahresmittel an, bewegen sich im Jahresmittel also im Grenzbereich und überschreiten alle bis auf die Station Innsbruck, die keine Angaben für Ozonwerte aufweist, die Grenzwerte im täglichen Betrachtungszeitraum: So ist das in Meran mir 4 Tagen am wenigsten und in Ritten mit 96 Tagen am häufigsten der Fall.

Sylvia Jakuscheit