Solarregion Freiburg

Deutschland – Nachhaltigkeit

100750 | Seite 53 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 100.000
Solarregion Freiburg |  | Deutschland – Nachhaltigkeit | Karte 53/3

Informationen

Solarenergie (vgl. 39.2) ist dezentral und regional verfügbar. Weil sie überall zur Verfügung steht, wo die Sonne scheint, konzentriert sich ihre Gewinnung nicht auf große Lagerstätten oder Großkraftwerke, von denen die herkömmliche Energieversorgung ausgeht.
Die technische Infrastruktur für die Bereitstellung von Solarenergie in der Freiburger Region ist, wie auf der Karte gut zu sehen, ein Netz zahlreicher dezentraler Einzelanlagen. Diese dezentrale Struktur gilt für beide Hauptformen, in denen die Sonnenenergie genutzt wird, also sowohl für die photovoltaischen Anlagen, die Solarstrom ins Netz einspeisen, als auch für die solarthermischen Anlagen, die Sonnenwärme für den Gebrauch vor Ort bereitstellen.
Hinzu kommt die "passive" Nutzung von Sonnenenergie durch Solararchitektur, die unmittelbar für den Gebäudestandort entwickelt wird. Gebäude selbst können Sonnenwärme und Licht einfangen, und dabei gleichzeitig Überhitzung vorbeugen, wenn geeignete Baumaterialien und Konstruktionsprinzipien gewählt werden. So wird der Energiebedarf für Heizung, Beleuchtung und Klimatisierung minimiert und der Wohnkomfort erhöht.
Von den mehr als 1000 Projekten in Freiburg erfasst die Karte nur die größeren Solarstromanlagen zwischen 50 und 440 kW Leistung und ausgewählte Solarthermie- und Architekturprojekte mit technischen Besonderheiten, wie beispielsweise zwei solarthermische Kühlanlagen, die Plusenergiehäuser der Solarsiedlung und die Stadtteile Vauban (vgl. 53.4) und Rieselfeld, in denen Niedrigenergiebauweise, zum Teil mit sogenannten Passivhäusern, dominiert.
Auf bereits genutzten und überbauten Flächen können zusätzlich Solarstromanlagen installiert werden. In Freiburg sind dies beispielsweise die Messehalle, das Fußballstadion, die Fassade des Hauptbahnhofturms, das Dach einer Lärmschutzgalerie sowie die Dachflächen von Unternehmen, Schulen, öffentlichen Gebäuden und Privathäusern. Die Doppelnutzung vorhandener Flächen für Solarenergie hält den Flächenverbrauch und damit den Eingriff in die Natur gering.
Dem technischen Netz aus vielen Anlagen entspricht ein gesellschaftliches Netzwerk aus vielen verschiedenen Akteuren, die Träger von Solarprojekten sind. Eine besondere Rolle spielen Unternehmen der Solarbranche (Produktion, Installation, Bau, Betrieb, Finanzierung usw.), Bürgerinnen und Bürger, die sich einzeln oder in Vereinen engagieren — viele der großen Anlagen auf der Karte sind Bürgerbeteiligungsanlagen —, und nicht zuletzt Schulen und Einrichtungen für Forschung und Entwicklung. Das beispielhafte Zusammenwirken von Kommunalpolitik, Wirtschaft, Bürgern und dem regionalen Energieversorgungsunternehmen ist in Freiburg der Motor für den weiteren Ausbau der Solarenergie.
T. Dresel

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Solarregion Freiburg

Freiburg hat sich deutschlandweit eine führende Stellung in der Nutzung von Solarenergie erworben. Zu den zwei Karten im Diercke Weltatlas gibt dieser kurze Unterrichtsfilm einen Überblick zu den unterschiedlichen Solarprojekten in dieser Stadt. Außerdem stellt er das neue Stadtviertel Quartier Vauban vor, das ein exemplarisches Beispiel für nachhaltige Stadtentwicklung darstellt.
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