Seebad Ahlbeck um 1900/2007

Geschichtliche Entwicklung

978-3-14-100759-6 | Seite 11 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 20.000
Seebad Ahlbeck um 1900/2007 |  | Geschichtliche Entwicklung | Karte 11/2

Informationen

Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck an Usedoms Nordküste liegen auf rund 8 km Länge so dicht beieinander, dass sie fast nahtlos ineinander übergehen. Als Kaiserbäder haben sie seit der Mitte des 19. Jahrhunderts einen legendären Ruf zu verteidigen. 2006 haben sich die einstigen Konkurrenten unter dem Namen Ostseebad Heringsdorf zusammengeschlossen, deren östlichster Teil nun Ahlbeck ist.

Entwicklung des Seebads Ahlbeck
Am Beginn von Ahlbeck stand eine Getreidemühle, die im Jahr 1700 an einem aalreichen Bach angelegt wurde. Bis 1765 hatten sich insgesamt 18 Siedler eingefunden. 1772 musste die Mühle geschlossen werden, weil ihr Betrieb den Bach so sehr staute, dass es zu häufig Überschwemmungen gab. 1817 war es mit dem recht ungeregelten Leben vorbei, ein Oberforstmeister kaufte Land und teilte es in Parzellen, auf denen sich Fischer ansiedelten.
1852 war die Geburtsstunde des Seebades, denn erste Gäste entdeckten die erfrischende Wirkung eines Bades in der Ostsee. Die Neuigkeit wurde verbreitet und 1880 öffneten erste Beherbergungsbetriebe. Zur weiteren Infrastruktur gehörte ein Warmbad sowie jeweils zwei voneinander getrennt liegende Damen- und Herrenbäder. Der Bau der Seebrücke begann 1882, bis 1898 war der strandnahe Bereich fertiggestellt. 1907 konnte dann auch der fast 300 m in die Ostsee ragende Steg der Öffentlichkeit übergeben werden. Die Ausstattung des Seebads war besonders für den gehobenen Mittelstand attraktiv, in der Sommersaison 1910 wurden 20 000 Gäste gezählt.
Besonders die Häuser entlang der Strandpromenade wurden im Stil der Bäderarchitektur prächtig gestaltet und strotzten vor verspielten Verzierungen wie Türmchen, Erkern und Balustraden. Noch aufwändiger arbeiteten die Architekten im nördlich anschließenden Heringsdorf, das zur Abgrenzung vom "einfachen Volk" vom Hochadel bevorzugt wurde.
Zu Zeiten der DDR waren dann alle Menschen gleich und die Hotels und Strandvillen gerieten in die Obhut des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB). Durch die intensive Nutzung waren die Häuser nach der deutschen Wiedervereinigung stark renovierungsbedürftig. Auch die Seebrücke wurde 1993 erneuert.
Heute erstrahlt Ahlbeck im altgewohnten Glanz. Die Zahl der Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen ist deutlich gestiegen. Der scheinbar endlose Strand ist nach wie vor das große Plus des gesamten Ostseebades Heringsdorf. Moderne Touristen stellen andere Ansprüche als die Generation ein Jahrhundert zuvor. Von getrennten Badestellen für Damen und Herren ist längst keine Rede mehr. Im Norden von Ahlbeck wurde 1996 die Ostseetherme Usedom mit sechs Becken und einem vielfältigen Wellness-Bereich eröffnet. Seit 1998 gibt es im Süden die Rehaklinik, die über 200 Patienten in den Bereichen Onkologie, Atemwegserkrankungen und Orthopädie zur Verfügung steht.
D. Falk

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