Schwaben, Oberbayern und Niederbayern - Physische Karte

Physische Karte

978-3-14-100851-7 | Seite 14 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 750.000
Schwaben, Oberbayern und Niederbayern | Physische Karte | Physische Karte | Karte 14/1

Überblick

Mitten in Südbayern liegt München, das Herz des Freistaates. Mit 1,5 Mio. Einwohnern ist München nach Berlin und Hamburg die drittgrößte deutsche Stadt. Die Kultur-, Wirtschafts- und Verkehrsmetropole hat seit Jahren ihre Anziehungskraft beibehalten. Weitere Wachstumsstandorte sind Neu-Ulm, Augsburg, Ingolstadt und Landshut sowie das Bayerische Chemiedreieck zwischen Inn, Chiemsee und Salzach. Südbayern gliedert sich von Westen nach Osten in Schwaben, Oberbayern und Niederbayern. Natürliche Grenzen bilden die Iller im Westen, die Donau und der Bayerische Wald im Norden, die Salzach im Osten und die Alpenkette im Süden.

Von Schwaben zum Bayerischen Wald

Schwaben gliedert sich in einen württembergischen und einen bayerischen Teil, auch Bayerisch-Schwaben genannt. Diese Region umfasst im Nordwesten das Donauried und Teile des Donaumooses. Die dünn besiedelten Flusslandschaften schließen heute weitgehend trocken gelegte Niedermoore und Auenwälder ein, die zum Teil unter Naturschutz stehen. Durch den Abbau der reichen Kiesvorkommen entstanden Hunderte von Baggerseen, die im Sommer viele Badegäste anlocken.

Die ausgedehnten Schotterebenen des Alpenvorlandes, etwa das Lechfeld südlich von Augsburg, bestehen aus Flussablagerungen der Würmeiszeit. Die hügeligen Gebiete südlich der Donau (tertiäres Hügelland), die eisfrei blieben, sind von feinen Lössaufwehungen bedeckt. Dazu zählt die fruchtbare Hallertau, Deutschlands größtes Hopfenanbaugebiet. Als weitere Spezialkultur wird um Schrobenhausen Spargel angebaut. Unterhalb von Regensburg erstreckt sich die „Kornkammer Bayerns“, der Gäuboden oder Dungau. In der fruchtbaren Beckenlandschaft um Straubing werden Getreide und Zuckerrüben angebaut.

Im Nordosten erhebt sich jenseits der Donau der Bayerische Wald, Teil des sich auch auf tschechischer Seite erstreckenden Böhmerwaldes. Die höchsten Erhebungen des waldreichen Gebirges sind der Große Arber (1456 m) und der Große Rachel (1453 m), der im Nationalpark Bayerischer Wald liegt. Von großer Bedeutung sind der Fremdenverkehr (auch Wintersport) und die auf eine lange Tradition zurückblickende Glasindustrie. Bei Hauzenberg wird Grafit abgebaut.

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Vom Bodensee zum Watzmann

Die Alpen nehmen nur einen vergleichsweise geringen Anteil an der bayerischen Landesfläche ein. Ganz im Südwesten hat Bayern um die Inselstadt Lindau Anteil am Bodensee. Nach Osten schließt sich das aus eiszeitlichen Moränenwällen und Molasserücken aufgebaute hügelige Alpenvorland des Westallgäus an. Die Allgäuer Alpen bestehen vor allem aus Kalk- bzw. Dolomitgesteinen. Besonders reizvoll sind die Allgäuer Grasberge (Höfats: 2259 m) und das Kleine Walsertal bei Oberstdorf. Viehzucht, Milchwirtschaft und der Tourismus spielen eine bedeutende Rolle. Auch die vielen Seen im Voralpenland ziehen zahlreiche Besucher an. Ammersee, Staffelsee, Starnberger See, Tegernsee, Chiemsee und andere Seen entstanden mit dem Abschmelzen der eiszeitlichen Gletscher (Zungenbeckenseen). Zwischen den Allgäuer Alpen und den Salzburger Alpen erstrecken sich die Bayerischen Alpen mit Zugspitze (2962 m), Wendelstein (1838 m) und Kampenwand (1669 m). Das Watzmannmassiv (2713 m) oberhalb des Königssees liegt im Nationalpark Berchtesgaden in den Salzburger Alpen.

E. Astor

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