Schnitt durch die Erdkruste

Erde - Plattentektonik

978-3-14-100770-1 | Seite 8 | Abb. 3
Schnitt durch die Erdkruste |  | Erde - Plattentektonik | Karte 8/3

Überblick


Die Kontinentale Kruste bildet den oberen Teil der Erdkruste. Aufgrund ihrer geringen physikalischen Dichte besitzt sie eine große vertikale Ausdehnung und befindet sich über dem Meeresspiegel. Im Gegensatz dazu führt die hohe Dichte der Ozeankruste nur zu einer geringen vertikalen Ausdehnung. Sie ragt lediglich in Ausnahmefällen, z. B. als Vulkan, über dem Meeresspiegel hervor.
Die Kontinentale Kruste besteht aus dem über dem Meer liegenden Festland und dem dazugehörigen Kontinentalschelf. Letztgenannter verläuft vom Festland bis zu 200 Meter tief unter die Meeresoberfläche.

Subduktion und Vulkanismus
Der Meeresboden ist Teil der Ozeanischen Kruste. Diese Kruste wird entlang der verschiedenen Mittelozeanischen Rücken regelmäßig neu gebildet.
An diesen Stellen treiben die Plattengrenzen auseinander. Die Erdkruste reißt auf und Magma steigt aus dem Erdinneren empor. Dort erstarrt sie und bildet neue Teile der Ozeanischen Kruste.
An anderen Stellen, den Subduktionszonen, wird die Erdkruste durch die regelmäßige Bewegung der Kontinentalplatten nach unten gedrückt. So wird die Grenze der Nazca-Platte beim Zusammenprall mit der Südamerikanischen Platte nach unten gedrückt. An dieser Stelle entstehen so Erdbeben und Tsunamis. Erdbeben entstehen an Stellen, wo sich die Erdkruste bewegt.
Eine weitere Folge dieses Aufeinandertreffens ist die Gebirgsbildung. Gebirge wie die Anden sind durch Vulkanismus entstanden. Durch das Abtauchen einer Platte ins Erdinnere wird Magma freigesetzt. Es steigt nach oben und sammelt sich in einer Magmakammer. Mit der Zeit steigt der Druck in dieser Kammer und Magma schießt nach oben. Daher kommt es im Bereich der Anden immer wieder zu Vulkanausbrüchen oder Erdbeben.
Als in den Schelfbereich vorgeschobene Plattengrenzen gliedern Inselbögen die Meere in Rand- und Nebenmeere. Zu solchen Inselbögen gehören beispielsweise die Phillippinen und Japan.

V. Kaminske, J. Seibel

Info Plus

Die Kontinente mit dem dazugehörenden Schelfbereich (0 bis 200 m unter NN) bilden die oberen Teile der festen Lithosphäre. Sie besitzen aufgrund ihrer geringen physikalischen Dichte eine große vertikale Ausdehnung, weshalb sie weit über den Meeresspiegel aufragen können. Im Gegensatz dazu führt die hohe Dichte der Ozeankruste zu einer nur geringen vertikalen Ausdehnung, weshalb dieser Krustentyp lediglich in Ausnahmefällen über den Wasserspiegel ragt. Die alten Festlandskerne — etwa Grönland, die Australische und Afrikanische Tafel, der Kanadische, Baltische und Sibirische Schild (vgl. S. 8/9) — haben ein Alter von bis zu 4,6 Mrd. Jahren. Sie sind seit der Krustenbildung ununterbrochen Festland. Die Ozeanböden, die in den mittelozeanischen Riftzonen kontinuierlich neu gebildet werden, sind hingegen nirgendwo älter als 200 Mio. Jahre.

Schalenbau und Topographie
Die Ursache all dieser Erscheinungen wird in der Struktur des Schalenbaus vermutet: Die Wärmeabgabe aus dem Erdinnern bzw. dem Erdmantel vollzieht sich bei der dünnen Ozeankruste fast ungehindert, bei der dicken Kontinentkruste jedoch staut sich die Wärme unterhalb zu einem sogenannten Wärmetumor, der seitwärtige Wärmeableitung und dadurch auch horizontal angelegte Konvektionsströmungen und Ablösungen von Terranen verursacht.
Derartige Forschungsergebnisse lassen vielfach gute Erklärungen für topographische Gegebenheiten zu. Beispielsweise erklären sich in Afrika die Randschwellen als Aufwölbungen der Randscholle entlang ehemaliger Grabenzonen, vergleichbar mit der Aufwölbung von Schwarzwald und Vogesen entlang des Rheingrabens. Dadurch erhält das Innere Afrikas häufig den Charakter einer abflusslosen Beckenlandschaft, in der Seen zu Salzseen umgewandelt werden. Die Plattendrift ermöglicht weiterhin eine Erklärung unsymmetrischer Gewässernetze: In Südamerika entspringen die Quellflüsse von Amazonas und Parana in den Anden nahe dem Pazifik, entwässern aber über den gesamten Kontinent zum Atlantik hin. Ähnliches trifft auch für Australien zu. Die Auffaltung von Gebirgen parallel zur Kollisionslinie erklärt den teilweise meerabgewandten Verlauf von Indus, Ganges und Brahmaputra, bis sich ein Durchbruch zum Meer ergibt.
Als in den Schelfbereich vorgeschobene Plattengrenzen gliedern Inselbögen die Meere ebenso in Rand- und Nebenmeere wie Landengen, Halbinseln und konvergente Küstenverläufe.
Die submarinen Rücken besitzen eine erst vor kurzem erkannte Bedeutung bei der Abschottung unterschiedlich warmer Wassermassen zwischen verschiedenen Meeresbecken. Lediglich oberflächlich fließende Warmwasserströme wie der Golfstrom verlaufen über Meere und ihre Schwellen hinweg, Kaltwasserströme werden an Schwellen festgehalten. Diese Feststellung besitzt wegen der unterschiedlichen Sauerstofflöslichkeit von kaltem und warmem Wasser Bedeutung für die Fischereiwirtschaft.
Die Verzahnung größerer Wasserflächen mit den großen Landmassen spielt für die Charakterisierung des Klimas eine ganz entscheidende Rolle, weil aus der unterschiedlichen Wärmespeicherkapazität von Wasser und Land ausgeglichenere Jahresgänge bei Temperatur und Niederschlag resultieren und somit ozeanisches bzw. kontinentales Klima abgeleitet werden können.
V. Kaminske

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