Schnitt durch die Erdkruste

Erde - Plattentektonik

978-3-14-100380-2 | Seite 168 | Abb. 3
 | Schnitt durch die Erdkruste | Erde - Plattentektonik | Karte 168/3

Überblick

Die Abbildung zeigt einen modellhaften Schnitt durch die Erdkruste und den obersten Teil des Erdmantels im Bereich der Südhalbkugel. In der Karte 168/169.1 kann die Schnittlinie anhand markanter Orte (Vulkane Lascar, Ol Doinyo Lengai und Kerinci, Insel Sankt Helena) verortet werden. Mithilfe der im Schnitt erkennbaren Vorgänge in Lithosphäre und Asthenosphäre (siehe Erläuterungen zur Karte 168.2 „Schalenbau der Erde“) können sowohl plattentektonische Prozesse als auch Vulkanismus und Erdbeben erklärt werden.

Vorgänge an den Plattengrenzen

Entlang der Schnittlinie sind sechs mittelgroße bzw. große tektonische Platten dargestellt (siehe auch Karte 168/169.1 „Plattentektonik, Erdbeben und Vulkanismus“). An drei ozeanischen Rücken – im Atlantischen, Indischen und Pazifischen Ozean – entsteht gegenwärtig neue ozeanische Kruste. Dort drängt ständig Magma zum Meeresboden nach und breitet sich seitlich aus. Je weiter der Meeresboden von der Scheitelregion des Rückens entfernt ist, desto älter ist die Kruste. Wenn in der Kammregion der ozeanischen Rücken ständig ozeanische Kruste neu gebildet wird und sich seitlich ausbreitet, so müsste sich entweder die Erde ausdehnen – wofür es keinen Hinweis gibt – oder die neu entstandenen Krustenanteile müssen durch Abtauchen ozeanischer Kruste an anderer Stelle ausgeglichen werden. Dieses Abtauchen, die sogenannte Subduktion, ereignet sich in Tiefseegräben, die den Kontinenten unmittelbar vorgelagert sind (im Schnittbild vor Südamerika) oder auf der Ozeanseite gekrümmter Inselbögen liegen (im Schnittbild vor Indonesien). Dort schiebt sich jeweils die dichtere und damit schwerere ozeanische Kruste unter die weniger dichte und damit leichtere kontinentale Kruste. Als Antriebskraft der Plattenbewegungen wirken aufsteigende, divergierende bzw. absteigende, konvergierende Konvektionsströme in der Asthenosphäre. Entlang der Plattenränder sind eine oft intensive Gebirgsbildung, Erdbeben und Vulkanismus zu beobachten. Gebirge wie die Alpen, der Himalaya, der Ural, die Appalachen oder die Anden markieren Nahtstellen zwischen zwei Platten, wobei kontinentale Randgebirge an aktiven Plattenrändern auf eine andauernde Subduktion hindeuten (Anden), während innerkontinentale Gebirge von einem Verschweißungsvorgang in früheren Epochen der Erdgeschichte zeugen (Ural).

Basiskarte

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Tektonische Großplatten
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Lebendige Karte

Erdbeben an Plattenrändern
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