Schema des Eisrückzuges bei Neubrandenburg – Entstehung des Tollensesees

Mecklenburg-Vorpommern - Naturraum und Ostsee

978-3-14-100381-9 | Seite 14 | Abb. 2
 | Schema des Eisrückzuges bei Neubrandenburg – Entstehung des Tollensesees | Mecklenburg-Vorpommern - Naturraum und Ostsee | Karte 14/2

Überblick

Die Spuren der letzten Eiszeit, der Weichseleiszeit, sind noch immer in der Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns zu entdecken. Viele Hügel, Täler und Seen wurden von den Gletschern geformt. Auch der Tollensesee in der Nähe von Neubrandenburg ist durch die Weichseleiszeit entstanden. In dieser Zeit bedeckten Gletscher aus Skandinavien mit einer Mächtigkeit von bis zu 1000 Metern das Tiefland von Mecklenburg-Vorpommern.

Die glaziale Serie

Das Eis der Gletscher, ihr Gewicht und mittransportiertes Gesteinsmaterial führten zur Herausbildung verschiedener Landschaftsformen, die immer noch das Relief von Mecklenburg-Vorpommern prägen. Am Gletschereisrand entstand eine bestimmte Abfolge dieser Formen, die typisch für Eiszeiten ist und als glaziale Serie bezeichnet wird. Dazu zählen die Grundmoräne, die Endmoräne, der Sander und das Urstromtal. (Zur glazialen Serie siehe auch Erläuterungen zur Karte 14.1 „Mecklenburg-Vorpommern – Nordische Vereisungen“.)

Die Entstehung des Tollensesees

Der Tollensesee, der bei Wassersportlern und Anglern sehr beliebt ist, entstand vor etwa 14 000 Jahren. Es gibt viele Hinweise darauf, dass es sich bei dem See um einen Zungenbeckensee handelt, doch auch andere glaziale Entstehungsformen sind möglich. Um den Tollensesee herum entstanden durch die Weichseleiszeit viele Moränenwälle mit einer Höhe von bis zu 50 Metern.

Glaziale Formen im Bereich der Grundmoräne

Im Bereich der Grundmoränen bildeten sich Oser, Drumlins, Toteisseen und Zungenbeckenseen. Oser sind wallartige Ablagerungen aus Schotter und Sanden. Drumlins bestehen aus dem zusammengepressten Lockermaterial der Grundmoräne. Es handelt sich hierbei um tropfenförmige Hügel. Toteisseen entstanden durch Eis, das vom Gletscher zurückblieb und bedeckt von Schutt und Geröll erst später abtaute. Viele dieser mit Schmelzwasser gefüllten Seen sind heute verlandet, andere sind noch immer an ihrer runden Form zu erkennen. Zungenbecken dagegen entstanden durch den starken Druck einer Gletscherzunge, die beim Vorrücken den Untergrund abgeschliffen hat und somit große Kerben entstehen ließ. Beim Abschmelzen des Eises füllten sich diese Becken mit Schmelzwasser und wurden zu Seen.

Lebendige Karte

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