Schema der globalen Windzirkulation

Erde - Klimazonen und ihre Entstehung

978-3-14-100384-0 | Seite 173 | Abb. 2
 | Schema der globalen Windzirkulation | Erde - Klimazonen und ihre Entstehung | Karte 173/2

Überblick

Durch die Kugelgestalt der Erde erfahren die verschiedenen Breitenkreiszonen der Erde eine unterschiedlich starke Energiezufuhr durch die Sonne. Mit abnehmendem Winkel der eintreffenden Sonnenstrahlen vom Äquator hin zu den Polen nimmt die Energiezufuhr ab. Die intensive Sonneneinstrahlung im Bereich der Tropen und Subtropen führt dort zu einem Energieüberschuss gegenüber den höheren Breiten. Die Atmosphäre versucht diese Energiegegensätze zwischen äquatorialen und polaren Breiten auszugleichen. Dabei steigen warme und damit leichtere Luftmassen in Äquatornähe auf. Am Boden stellt sich mit der äquatorialen Tiefdruckrinne ein Bereich tiefen Luftdrucks ein, während sich in den oberen Atmosphärenschichten ein Höhenhoch bildet. Im Bereich der Pole sinken die kalten und damit schweren Luftmassen ab. Auf diese Weise entsteht über den Polen ein Höhentief, während sich durch die in den unteren Schichten der Atmosphäre sammelnden Luftmassen ein bodennahes Kältehoch entwickelt. So entsteht zwischen den äquatorialen und polaren Breiten vor allem in der Höhe ein starker Luftdruckgegensatz.

Globale Ausgleichsströmungen

Diese Luftdruckunterschiede in den höheren Atmosphärenschichten verursachen eine Ausgleichsströmung, die von den äquatorialen Regionen in Richtung der polaren Breiten verläuft. Durch die ablenkende Kraft der Erdrotation (Corioliskraft) werden diese Luftströmungen jedoch mit zunehmender Entfernung vom Äquator immer mehr abgelenkt – auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links. Auf diese Weise entstehen im Bereich der größten Luftdruckgegensätze eng begrenzte Zonen großer Windgeschwindigkeiten in der Höhe: der Subtropenjet und der Polarjet. Durch absinkende Luftmassen im Bereich der Subtropen entstehen dort vor allem über den Meeresflächen stabile bodennahe Hochdruckzellen. Sie führen zu einer bodennahen Ausgleichsströmung in Richtung des tiefen Luftdrucks entlang der innertropischen Konvergenzzone am Äquator. Infolge der Ablenkung durch die Corioliskraft fließen die zum Äquator strömenden Luftmassen als Nordost- und Südostpassat zusammen. Zwischen den subtropischen Hochdruckzellen und dem Polarjet bildet sich auf beiden Halbkugeln eine Westwindzone aus. In der Westwindzone sorgen unter dem Einfluss des Jetstreams dynamische, also sich bewegende Tiefdruckgürtel für einen Großteil des Energieaustauschs zwischen den warmen tropischen-subtropischen und den kalten polaren Luftmassen. Im Bereich der Polarregionen stellen sich als Ausgleichsströmung zum tiefen Luftdruck der mittleren Breiten bodennahe Ostwinde ein.

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