Satellitenbildaufnahme des Vulkans Ätna

Ätna – Vulkanismus und Landnutzung

978-3-14-100782-4 | Seite 53 | Abb. 4
Satellitenbildaufnahme des Vulkans Ätna |  | Ätna – Vulkanismus und Landnutzung | Karte 53/4

Informationen

Das Satellitenbild und die daneben stehende Karte (53.5) zeigen im gleichen Maßstab den Vulkan Ätna im Nordosten Siziliens und seine nähere Umgebung. Sie lassen sich daher hervorragend miteinander vergleichen. Die Landnutzungskarte rechts ist als thematische Karte aus der Auswertung des Satellitenbildes entstanden.

Vulkanismus in Italien
Betrachtet man eine geologische Karte von Europa, zeigt sich Italien neben Island als Land mit den meisten aktiven Vulkanen. Nicht weit entfernt vom Ätna liegen vor der Nordküste Siziliens die Liparischen oder Äolischen Inseln. Der Archipel besteht aus den Hauptinseln Vulcano, Lipari, Salina, Filicudi, Alicudi, Panarea und Stromboli sowie einigen kleineren Eilanden. Auf der Hauptinsel Lipari wird heute noch Bimsstein abgebaut. Schon die Menschen der Jungsteinzeit nutzten das leicht spaltbare vulkanische Glas Obsidian, das zu scharfen Klingen verarbeitet wurde. Aktiven Vulkanismus gibt es noch auf der nach dem römischen Gott des Feuers Vulcanus benannten Insel Vulcano. Von 1888 bis 1890 fand der letzte Ausbruch des 391 m hohen Gran Cratere statt. Heute kann man bei der Besteigung des Vulkans am Kraterrand Solfataren- und Fumarolentätigkeit beobachten. Ständig tätig ist der derzeit 926 m hohe Stromboli auf der gleichnamigen Insel. In unregelmäßigen Abständen, meist sind es zehn Minuten, kommt es aus den fünf Schloten des Kraters zu Eruptionen. Über die „Sciara del fuoco“, die Feuerrutsche, fließt die Lava ins Meer, bei Dunkelheit ein eindrucksvoller Anblick.
Ein weiteres berühmtes Vulkangebiet erstreckt sich rund um die Stadt Neapel, die sich zu Füßen des Vesuv ausbreitet. Bei dem Ausbruch im Jahr 79 n. Chr. wurde der Gipfel des Vulkankegels weggesprengt und es entstand der Ringwall des Monte Somma, aus dem sich der neue Krater erhebt. Die Phlegräischen Felder im Westen von Neapel sind Teil einer gewaltigen riesige Caldera, die auch die vulkanischen Inseln Procida und Ischia im Golf von Neapel umfasst. Der Vesuv und die Phlegräischen Felder haben eine gemeinsame Magmakammer.

Europas größter aktiver Vulkan
Die Höhe des Ätna ändert sich durch die andauernde vulkanische Tätigkeit ständig, sodass eine im Atlas verzeichnete Höhe – beim vorliegenden Beispiel sind es 3323 m – nie aktuell sein kann. Die bis nach Catania ziehende Aschewolke ist ein Zeichen für einen gerade stattfindenden Ausbruch. Der Ätna zählt zu den gemischten Vulkanen und hat sowohl effusive als auch explosive Phasen. Bei den weniger gefährlichen und berechenbaren effusiven Eruptionen tritt dünnflüssige Lava aus, bei den hier selteneren explosiven Ausbrüchen werden neben Lava auch Gesteinsbrocken, Aschen und Gase ausgestoßen.
Am Ätna tritt die Lava meist aus zahlreichen Nebenkratern und Spalten aus. Der letzte größere Ausbruch ereignete sich 2002. Auch 2001 und vor allem 1991/92 kam es zu stärkeren Eruptionen. Damals konnte die Ortschaft Zafferana Etnea am Ostabhang nur durch die Umlenkung eines Lavastroms vor der Zerstörung bewahrt werden. Oft sind die Ausbrüche mit Erdbeben verbunden. So auch 1669, als die Lavaströme die Stadt Catania im Südosten des Ätna und das Meer erreichten. 1928 floss die Lava bis zur Eisenbahnstrecke bei Mascali an der Ostküste. Auf dem Satellitenbild besonders gut zu erkennen sind die jüngeren Lavaströme.

Ellen Astor