Saimaasee - Produktionsverflechtung in der Holzindustrie 2005

Skandinavien - Wirtschaft

978-3-14-100700-8 | Seite 93 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 1.000.000
Saimaasee | Produktionsverflechtung in der Holzindustrie 2005 | Skandinavien - Wirtschaft | Karte 93/3

Informationen

Die Holzveredelungsindustrie am Südrand der Finnischen Seenplatte produziert unter idealen Bedingungen: relativ kurze und kostengünstige Wege für den Antransport des benötigten Holzes aus großen Wäldern der näheren Umgebung, Import von Holz auch aus dem Baltikum und Russland, mehrstufige Verarbeitung des Holzes in miteinander verflochtenen Betriebsstätten und kurze Wege zu den Exporthäfen.
Die Holzveredelungsindustrie gliedert sich in einen chemischen und einen mechanischen Zweig. Der chemische Zweig umfasst die oftmals in integrierten Werken nacheinander erfolgenden Verarbeitungsstufen Holzschleiferei-Zellstoffabrik-Papier-/Kartonagenfabrik. Der mechanische Zweig enthält die industriellen Sägewerke und die Sperrholzfabriken, ggf. auch Spanplatten- und Holzfaserplattenfabriken.
Das in den Fabriken in der Karte verarbeitete Holz wird zu rund 60 Prozent aus Privatwald in der Region bezogen, hinzu kommen Importe aus Russland und dem Baltikum. Firmeneigener Wald ist nur für die Standorte Lappenranta und Imatra bedeutsam. Der Nadelholzanteil (vorwiegend Kiefer) liegt zwischen 40 und 100 %, der Rest entfällt auf Birken, diese vor allem in Kaukopää. Als Faustformel für die Umrechnung der Holzmenge auf die zu erzielende Zelluloseproduktion kann gelten: 2 Mio. Kubikmeter Holz "bringen" 330 000 bis 400 000 Tonnen Zellulose bzw. Papier.

Die finnische Forstindustrie
Die finnische Forstindustrie wird durch wenige Konzerne (in der Karte: Stora Enso, Oy Metsä Botnia AB und UPM-Kymmene) geprägt, die nach Durchlaufen eines Umstrukturierungsprozesses seit einigen Jahren auch als Globalplayer auf den internationalen Holzmärkten aktiv sind. In Finnland wurden 2007 rund 14,3 Mio. Tonnen Papier und Karton hergestellt (+1 Prozent gegenüber 2006; Deutschland 2007: 23,2 Mio. Tonnen), 90 Prozent werden exportiert. Der Weltmarkt für Papier wächst gegenwärtig stark (Verbrauch 2007: 370 Mio. Tonnen), insbesondere in Asien; allerdings steigt dort auch die Produktion, sodass asiatische Papierunternehmen zunehmend auf europäische Märkte drängen. Die dadurch verstärkte Konkurrenzsituation hat zur Schließung unprofitabler Papiermühlen und zu einer leichten Reduzierung der Produktionskapazitäten geführt. Die finnischen Papierunternehmen haben Absatz und Produktion zudem internationalisiert, sie unterhalten z. B. Produktionsstätten in Asien und Amerika.
Im Jahr 2007 machten die Konzerne der Forstindustrie 22,5 Mrd. Euro Umsatz, davon 38 % mit Papier und Karton. In Finnland selbst waren 2006 rund 62 000 Menschen in der Forstindustrie beschäftigt, davon die Hälfte in der Papierindustrie.
Neben Papier werden Zellstoff (2007: 13 Mio. Tonnen, Exportquote 19 Prozent), gesägtes Holz (2007: 12,4 Mio. Kubikmeter, Exportquote 58 Prozent) und Sperrholz (2007: 1,4 Mio. Kubikmeter, Exportquote 87 Prozent) erzeugt. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, liegt der Schwerpunkt neben der Internationalisierung von Absatz und Produktion auf der Entwicklung neuer Produkte, modernen und effizienten Produktionsabläufen und der nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen (u. a. durch Zertifizierung, Senkung der Emissionen, Wasserschutzprojekte).
R. Löttgers

Graphiken

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Die finnischen Wälder.Hlozvorrat und jährlicher Zuwachs im Jahr 2005

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Umweltschutzausgaben der finnischen Forstindustrie

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Entwicklung des Holzbestandes und Verbrauch in der Industrie

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Holzvorrat pro Bestand in Abhängigkeit von Lage und Alter

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Jährlicher Holzfluss in Finnland 2006

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Streng geschützte Waldfläche und durchschnittlicher Holzertrag

Finnland liegt fast vollständig im borealen Nadelwaldgürtel. Über 90% des jährlichen Holzeinschlages werden durch die Holzverarbeitende Industrie verbraucht. Der Wald kann, ökologisch und ökonomisch richtig genutzt, eine unerschöpfliche Rohstoffquelle darstellen.
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