Sachsen physisch

Sachsen physisch

978-3-14-100760-2 | Seite 4 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 750.000
Sachsen physisch |  | Sachsen physisch | Karte 4/1

Informationen

Die Kernregionen Sachsens um die kreisfreien Städte Leipzig, Dresden und Chemnitz (mit Zwickau) liegen in der nördlichen, flacheren Hälfte des Freistaates Sachsen und sind altbesiedeltes Land. Demgegenüber stehen dünn besiedelte Landschaften im Norden (Dübener Heide und Dahlener Heide) und im Nordosten (Lausitz). Die Mittelgebirgsregionen Erzgebirge und Vogtland profitierten lange Zeit vom Bergbau und einer sich im Anschluss an ihn entwickelnden Kleinindustrie bzw. einem hoch spezialisierten Kunsthandwerk. Heute spielt dort der Fremdenverkehr die überragende Rolle.

Landschaftliche Vielfalt
In Nordsachsen wechseln sich fruchtbare Böden der Leipziger Tieflandsbucht mit ausgedehnten Forst- und Heideflächen ab. Die zentralen Orte sind neben Leipzig die Städte Delitzsch, Torgau, Riesa und Oschatz. Die Bevölkerungsentwicklung ist ebenso rückläufig wie im dünn besiedelten Nordosten von Sachsen. Die Städte Hoyerswerda, Weißwasser, Görlitz und Bautzen umschließen das Lausitzer Seenland, eine Bergbaufolgelandschaft, die nach Südosten in das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft übergeht. Die reizvolle Landschaft ist wie auch das im Westen anschließende Umgebindeland (benannt nach dem eigenwilligen Fachwerkbaustil) sorbisches Siedlungsgebiet und hat ein hohes touristisches Potenzial.
Der Fremdenverkehr gewinnt auch an Bedeutung im südlich anschließenden Lausitzer Gebirge (auch Zittauer Gebirge nach dem Mittelzentrum Zittau), das sich auf tschechischem Gebiet fortsetzt. Die wichtigsten Fremdenverkehrsorte in dem von Basalt- und Phonolithsäulen durchdrungenen Sandsteingebirge sind Oybin und Jonsdorf, das bis 1917 für seine Mühlsteinproduktion bekannt war. Spektakuläre Felsformationen aus Elbsandstein machen den besonderen Reiz des sich zu beiden Seiten der Elbe erstreckenden Elbsandsteingebirges (mit dem Nationalpark Sächsische Schweiz) aus. Es setzt sich in der Tschechischen Republik unter dem Namen Böhmische Schweiz fort. Zusammen mit dem nahe gelegenen Dresden und dem mit Reben bestandenem Elbtal bis Meißen zählt die Gegend zu den meist besuchten Regionen Ostdeutschlands.
Die Besiedlung des Erzgebirges setzte erst nach 1168 ein, als Harzer Bergleute bei Freiberg reiche Silberfunde gemacht hatten. Rasch entwickelte sich die Region zu einer dicht besiedelten Mittelgebirgslandschaft mit reichen Bergstädten. Hochspezialisierte Kleinindustrie (z. B. die Fertigung von Luxusuhren in Glashütte), der Wintersport, die Relikte des Bergbaus sowie die Pflege von Brauchtum und Sprache sind Aushängeschilder der eher rauen Landschaft. Die die Höhenlage bestimmenden dunklen Fichtenwälder erholen sich nur langsam von den Schadstoffemissionen durch die tschechische Braunkohlenindustrie. Kunsthandwerk (Musikinstrumente aus dem Musikwinkel um Klingenthal, Plauener Spitzen) und Brauchtumspflege spielen auch eine große Rolle im westlich anschließenden Vogtland. Wirtschaftliches und kulturelles Zentrum ist Plauen an der Weißen Elster.
E. Astor

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