Sachsen - Landwirtschaft

Sachsen - Naturfaktoren und Landwirtschaft

978-3-14-100383-3 | Seite 17 | Abb. 6
Sachsen | Landwirtschaft | Sachsen - Naturfaktoren und Landwirtschaft | Karte 17/6

Überblick

Das östliche Bundesland Sachsen ist durch eine große Zahl unterschiedlicher Formen der Landwirtschaft geprägt. Die Art der jeweiligen landwirtschaftlichen Nutzung hängt insbesondere von der Lage, den klimatischen Bedingungen und der Bodenqualität ab. Die fruchtbareren Böden, z. B. Schwarzerden, eignen sich sehr gut für den Ackerbau.

Leipziger Tieflandsbucht und Elbtal

In der Leipziger Tieflandsbucht im Nordwesten von Sachsen wird auf zum Teil sehr guten Böden Obst und Gemüse angebaut. Auch das Gebiet der Lommatzschen Pflege zeichnet sich durch sehr gute Böden aus. Daher wird diese Region auch als „Kornkammer Sachsens“ bezeichnet. Neben ertragreichem Ackerbau findet hier auch flächenhafter Anbau von Obst und Gemüse statt. Ebenfalls ein ertragreiches Gebiet ist die Region entlang der Elbe von Meißen im Norden bis nach Pirna im Süden. Dort wird aufgrund des günstigen Klimas und der guten Böden in den Hanglagen sehr viel Wein angebaut. Der Hauptteil des Sächsischen Weinbaugebietes liegt im Elbtal zwischen Dresden und Meißen. Dort werden überwiegend Rebsorten für Weißwein angebaut.

Flächennutzung

Sachsen ist ein stark agrarisch geprägtes Bundesland. Der größte Teil der Fläche wird als Ackerland genutzt (39 %), als Grünland (13 %) und für Dauerkulturen sowie sonstige Landwirtschaft (2 %). Waldflächen nehmen 27 % der Landesfläche ein. Die sonstige Fläche wird für Wohnbebauung (5 %), Verkehr/Versorgung (5 %), Industrie/Tagebau (4 %), Gewässer (3 %) und Sonstiges (3 %) genutzt. Der Anteil der Landwirtschaft (insgesamt 54 %) ist in Sachsen höher als in Gesamtdeutschland (51 %), dafür ist der Anteil des Waldes (27 %) geringer als in Gesamtdeutschland (30 %).

Lausitz und Erzgebirge

Kargere Böden gibt es hingegen in der Oberlausitz, weshalb sich ein Anbau von Obst und Gemüse dort nicht lohnt. Die Böden im nördlichen Sachsen sind generell relativ sauer und nährstoffarm und eignen sich nicht für den Ackerbau. Die Menschen betreiben dort in erster Linie Fischzucht und Rinderhaltung, auch Forstwirtschaft. Im Süden der Lausitz gibt es vereinzelte Betriebe, die sich unter anderem auf die Verarbeitung von Getreide und die Fleisch- und Milchverarbeitung spezialisiert haben. Im Erzgebirge und seinem Vorland wird die Viehhaltung groß geschrieben. Verbreitet ist vor allem die Rinderhaltung. Aufgrund des Klimas und der schlechteren Bodenqualität eignet sich das Erzgebirge nicht für den Ackerbau, wohl aber für die Forstwirtschaft. Weiter nördlich werden zwischen dem Erzgebirge und der Leipziger Tieflandsbucht auf Böden mittlerer bis ärmerer Qualität noch Roggen, Kartoffeln oder Futtermittel für die Tierhaltung angebaut.

Differenzierende Karte

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