Sachsen - Böden

Sachsen - Naturfaktoren und Landwirtschaft

978-3-14-100383-3 | Seite 16 | Abb. 4
Sachsen | Böden | Sachsen - Naturfaktoren und Landwirtschaft | Karte 16/4

Überblick

Böden mit den gleichen Horizontfolgen und den gleichen Merkmalen und Eigenschaften werden als Bodentypen zusammengefasst. Sie sind das Ergebnis sogenannter bodenbildender Prozesse, die wiederum von dem Zusammenwirken verschiedener Faktoren abhängig sind. Hierzu zählen das Ausgangsgestein, das Relief, das Klima sowie Pflanzen und Tiere (insbesondere Bodenlebewesen). Auch der Mensch und die Zeit haben Auswirkungen auf die Entwicklung von Böden. Die Karte zeigt die vorherrschenden Bodentypen in Sachsen.

Braunerden, Parabraunerden und Podsole

Im Erzgebirge herrschen Braunerden vor. Der wichtigste bodenbildende Prozess bei Braunerden ist die Verbraunung. Diese ist eine Folge der Verwitterung des Ausgangsgesteins. Es kommt unter anderem zur Neubildung von Tonmineralen und Eisenoxiden, die dem Boden seine braune Farbe geben. Dabei kommt es auch zu einer Versauerung der Böden. Die Verbraunung ist ein typischer Bodenbildungsprozess, der in Laub- und Mischwäldern unter den humiden (feuchten) Bedingungen der kühl-gemäßigten Klimazone einsetzt. In der Leipziger Tieflandsbucht sind Parabraunerden verbreitet. Sie entstehen aus Braunerden, in denen Tone aus den oberen in untere Horizonte verlagert werden. Daher sind Parabraunerden in folgende drei Horizonte unterteilt: den verarmten Humushorizont, den Tonanreicherungshorizont sowie das Ausgangsgestein. Die oberen Höhenlagen des Erzgebirges, das Elbsandsteingebirge sowie die Gebiete nördlich von Dresden und an der Lausitzer Neiße werden von Podsolen (Bleicherden) eingenommen. Podsole entstehen auf durchlässigen Substraten wie sandigen Lehmen, in denen sich Substanzen in tiefere Horizonte verlagern und dort verfestigen. Daher sind Podsole in folgende drei Horizonte unterteilt: den verarmten Auswaschungs- bzw. Bleichhorizont, den Anreicherungshorizont, der sich durch die extreme Anreicherung von Eisen-, Mangan- und Aluminiumoxiden sowie Humusstoffen zu einem Ortstein verdichtet hat, und das darunter liegende Ausgangsgestein. Podsole sind nährstoffarme und geringwertige Böden.

Sonstige Böden

Im Westen Sachsens, an der Grenze zu Sachsen-Anhalt, hat sich Schwarzerde ausgebildet. Hierbei handelt es sich um sehr humusreiche und äußerst fruchtbare Böden. Die südlich von Leipzig eingezeichneten anthropogenen (d. h. menschlich geprägten) Böden sind das Ergebnis des langjährigen Braunkohlenabbaus.

Gleye und Pseudogleye

Die größeren Flüsse in Sachsen werden von Gleyen begleitet. Gleye zeigen einen speziellen Grundwasser- und Bodenwasserhaushalt, der sich periodisch verändert. Bei der Vergleyung erfolgt ein Wechselspiel zwischen Reduktion bei Sättigung mit Wasser und Oxidation bei Luftzutritt. Dadurch kommt es zu einer Stoffverlagerung und -ausfällung. Daher sind Gleye in folgende drei Horizonte unterteilt: den Humushorizont, den Oxidationshorizont, der durch oxidiertes Eisen rostrot gefleckt ist, sowie den darunter befindlichen Reduktionshorizont, der durch reduziertes Eisen grau gefärbt ist. Wird der Wasserhaushalt künstlich reguliert, können Gleye gute Böden sein. Auf den ebenen Flächen zwischen den Flüssen haben sich Pseudogleye (Staunässeböden) entwickelt. Sie entstehen auf gering durchlässigen Substraten wie Lehmen und Geschiebemergel. Der entscheidende bodenbildende Prozess ist hier ebenfalls die Vergleyung, doch diese wird nicht durch den schwankenden Grundwasserstand, sondern durch die Staueigenschaften des Untergrundes bestimmt.