Sachsen-Anhalt - Raumplanung

Sachsen-Anhalt - Strukturwandel und Raumplanung

978-3-14-100384-0 | Seite 25 | Abb. 4
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Überblick

Die aktuellen rechtlichen Grundlagen der Raumordnung und Landesplanung in Sachsen-Anhalt wurden im Landesplanungsgesetz von 1998 festgelegt. Verantwortlich für die Aufstellung und Fortschreibung von regionalen Entwicklungsplänen sind die fünf regionalen Planungsgemeinschaften Altmark, Magdeburg, Harz, Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg und Halle.

Zentrale Orte

Oberzentren dienen der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen des langfristigen Bedarfs (z. B. Möbel, Elektrogeräte, Schmuck) in einem Verflechtungsbereich von mindestens 300 000 Einwohnern. In Sachsen-Anhalt erfüllen die Städte Dessau-Roßlau, Halle und Magdeburg diese Voraussetzungen. Mittelzentren sollen in Sachsen-Anhalt in der Regel mindestens 50 000 Einwohner mit Gütern und Dienstleistungen des mittelfristigen Bedarfs (z. B. Oberbekleidung, Schuhe) versorgen. Insgesamt wurden 22 Orte als Mittelzentren ausgewiesen. Zwei von ihnen – Halberstadt und Stendal – übernehmen aufgrund ihrer Lage im räumlichen Siedlungsgefüge Teilfunktionen eines Oberzentrums.

Verkehr

Sachsen-Anhalt ist durch vier Autobahnen in das nationale und internationale Verkehrsnetz eingebunden. Alle Autobahnen wurden im Rahmen der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit aus- oder neugebaut: Die A 2 verbindet das Ruhrgebiet über Hannover mit Berlin. Die A 9 schneidet den Südosten des Landes und verbindet Berlin mit München. Die A 14 verläuft von Dresden über Leipzig/Halle nach Magdeburg, eine Verlängerung bis nach Schwerin über Stendal ist geplant. Die Südharzautobahn A 38 wurde komplett neugebaut und verbindet Göttingen mit Leipzig. Zwischen 1995 und 2010 hat sich die Gesamtlänge der Bundesautobahnen in Sachsen-Anhalt von 199 auf 407 Kilometer erhöht. Mehrere wichtige Eisenbahnverbindungen kreuzen das Bundesland, die teilweise ebenfalls im Rahmen der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit aus- oder neugebaut wurden. Hierzu zählen beispielsweise die Strecken Hannover–Berlin, Helmstedt–Magdeburg–Berlin sowie die 2015 in Betrieb genommene Hochgeschwindigkeitsstrecke Nürnberg–Erfurt–Halle/Leipzig–Berlin. Durch den Mittellandkanal und den Elbe-Havel-Kanal ist das Bundesland über die Elbe mit Berlin und dem Ruhrgebiet verbunden. Der Flughafen Leipzig-Halle ist seit 2008 ein internationales Luftdrehkreuz der Post-Frachttochter DHL und liegt mit seinem Frachtvolumen deutschlandweit hinter Frankfurt am Main an zweiter Stelle. Ein weiterer Ausbau ist geplant. Gemessen an der Passagierzahl rangiert der Flughafen auf Platz 13.

Raumstruktur

Die engeren Stadt-Umland-Bereiche der Städte Magdeburg und Halle sind Verdichtungsräume. Sie weisen neben einer hohen Bevölkerungsdichte und einem vielfältigen Arbeitsplatzangebot auch eine Vielzahl von Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen sowie Einrichtungen der Versorgung und Betreuung auf. Der ländliche Raum umfasst die Teile Sachsen-Anhalts, die keine Verdichtungserscheinungen aufweisen. Dort überwiegt die land- und forstwirtschaftliche Flächennutzung gegenüber allen anderen Flächennutzungen.