Sachsen-Anhalt - Bevölkerungsverteilung

Sachsen-Anhalt - Verwaltung und Bevölkerung

978-3-14-100384-0 | Seite 29 | Abb. 2
Sachsen-Anhalt | Bevölkerungsverteilung | Sachsen-Anhalt - Verwaltung und Bevölkerung | Karte 29/2

Überblick

Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte in Deutschland lag im Jahr 2016 bei 231 Einwohnern/km². Sachsen-Anhalt belegte mit einer Bevölkerungsdichte von 109 Einwohnern/km² den 14. Rang aller 16 Bundesländer, vor Brandenburg (84) und Mecklenburg-Vorpommern (69). Innerhalb Sachsen-Anhalts sind die Unterschiede groß. Die Mehrzahl der Einwohner lebt im Südwesten und in den Großstädten des Bundeslandes. Der Norden dagegen ist nur dünn besiedelt. Im Altmarkkreis Salzwedel, dem Landkreis Stendal und dem Jerichower Land leben nur etwa 13 Prozent der Bevölkerung auf etwa einem Drittel der Landesfläche. Ein Viertel der Bevölkerung Sachsen-Anhalts hingegen lebt in Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau – auf nur 2,8 Prozent der Landesfläche.

Gemeinden und Landkreise mit sehr geringen Bevölkerungsdichten

Die überwiegende Mehrzahl der Gemeinden in den vier nördlichen Landkreisen Sachsen-Anhalts – Altmarkkreis Salzwedel, Stendal, Börde und Jerichower Land – weisen sehr geringe Bevölkerungsdichten von unter 100 Einwohnern/km², teils sogar unter 20 Einwohnern/km2, auf. Eine ähnliche Situation zeigen darüber hinaus nur die Gemeinden im Landkreis Wittenberg im Osten Sachsen-Anhalts. Hinsichtlich dieser Werte gehören diese Gemeinden und Landkreise zu den Peripherräumen Deutschlands. Hierzu zählen alle dünn besiedelten Gebiete mit unter 100 Einwohnern/km² sowie einer größeren Entfernungen zu den Zentren.

Handlungserfordernisse infolge der abnehmenden Bevölkerungsdichte

Die Bevölkerungsdichte ist in Sachsen-Anhalt seit 1990 deutlich gesunken. Infolge geringerer Geburtenzahlen und anhaltendem Wegzug verringerte sich die Bevölkerungsdichte zum Teil um über 20 Prozent (siehe auch Karte 29.3 „Sachsen-Anhalt – Bevölkerungsentwicklung“). Prognosen zeigen, dass sich dieser Trend auch zukünftig fortsetzen wird. Daher ist es von großer Wichtigkeit, in den ausgedünnten Landstrichen den Zugang zu allen notwendigen infrastrukturellen Einrichtungen (z. B. Schulen und Krankenhäuser) zu erhalten.

Kreisfreie Städte mit hohen Bevölkerungsdichten

Die kreisfreien Städte Magdeburg und Halle sind mit 1187 bzw. 1770 Einwohnern/km² die Gemeinden in Sachsen-Anhalt, die zu den Zentralräumen Deutschlands gehören. Außer einer hohen Bevölkerungsdichte weisen diese Räume auch eine starke Einbindung in das überregionale Verkehrsnetz auf. Die dritte kreisfreie Stadt Sachsen-Anhalts, Dessau-Roßlau, weist mit etwa 336 Einwohnern/km² im Vergleich zu den zwei anderen kreisfreien Städten eine deutlich niedrigere Bevölkerungsdichte auf.