Südwestdeutschland um 1815

Verwaltung und historische Entwicklung

978-3-14-100752-7 | Seite 14 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 3.000.000
Südwestdeutschland um 1815 |  | Verwaltung und historische Entwicklung | Karte 14/3

Informationen

Die vor dem Zweiten Weltkrieg bestehende Territorialgliederung Südwestdeutschlands hatte seit Beginn des 19. Jahrhunderts Bestand gehabt. Nach dem Krieg war Deutschlands südwestlichste Region anfangs so geteilt worden, dass die historischen Zuschnitte ignoriert wurden. Die Grenze verlief entlang einer Linie zwischen Karlsruhe, Stuttgart und Ulm. Unter amerikanischer Besatzung entstand im Norden als Übergang Württemberg-Baden, unter französischer Besatzung im Süden Württemberg-Hohenzollern. Als drittes Gebiet kam im Südwesten Baden hinzu. Die Geburtsstunde des aus den drei Regionen zusammengefassten Bundeslandes Baden-Württemberg schlug schließlich am 25. April 1952.

Baden, Württemberg und Hohenzollern um 1815
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fanden sich im heute von Baden-Württemberg eingenommen Gebiet mehrere Hundert Territorien, die eine Selbstständigkeit für sich beanspruchten. Dazu zählten z. B. die Kurpfalz und das Herzogtum Württemberg. Fast unübersichtlich war die Zahl der kirchlichen Gebiete, zu denen Konstanz, Salem oder Mainau gehörten — das erste als bischöfliches Territorium, das zweite als Reichsabtei, das dritte dem Deutschen Orden zugehörig. Neben den verschiedenen Landesherren spielten auch die unterschiedlichen Konfessionen eine große Rolle.
Unter dem Reglement von Napoleon begann 1802/03 ein neues Kapitel: Die von der Kirche regulierten Gebiete und Besitztümer wurden säkularisiert und weltlichen Herren unterstellt. Die Zahl der Staaten reduzierte sich auf die Kurfürstentümer Baden (ab 1806 Großherzogtum) und Württemberg (ab 1806 Königreich) sowie die beiden Fürstentümer Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen — diese regionale Verteilung sollte bis 1945 stabil bleiben.
Die vier Staaten schlossen sich dem Rheinbund an, in dem bis zu Napoleons Niederlage 1813 zahlreiche deutsche Staaten als Gegengewicht zu Preußen zusammengeschlossen waren. Mit der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress 1815 wurden Baden, Württemberg, Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen Mitglieder des bis 1866 bestehenden Deutschen Bundes.
D. Falk

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