Südtirol - physisch

Südtirol – physisch

978-3-14-100782-4 | Seite 14 | Abb. 1
Südtirol | physisch | Südtirol – physisch | Karte 14/1

Informationen

Südtirol liegt im Übergangsbereich der Zentralalpen zu den Südlichen Kalkalpen. Die mit 7400 km² größte und zugleich nördlichste Provinz Italiens grenzt im Norden an das österreichische Bundesland Tirol und im Westen an den Schweizer Kanton Graubünden. Im Süden der Provinz Südtirol liegt die Provinz Trient, mit der sie zusammen die autonome Region Trentino-Südtirol bildet. Im Osten grenzt Südtirol an die Provinz Belluno in der Region Venetien.

Haupttäler und Gebirgsgruppen
Vier Haupttäler bestimmen das Landschaftsbild Südtirols: der Vinschgau, das Etschtal, das Eisacktal und das Pustertal. Der Vinschgau und das Etschtal werden von der Etsch durchflossen, das Eisacktal vom Eisack und das Pustertal von der Rienz. Bedeutende Nebentäler sind das Passeier mit der Passer, das Sarntal mit der Talfer und das Tauferer Ahrntal. In Südtirol liegen mehrere große Stauseen, so der Reschensee, der Haidersee und der Vernagter Stausee auf der Südabdachung der Ötztaler Alpen.
Die großen Täler werden von verschiedenen Gebirgsgruppen eingerahmt. Im Norden sind das die zur Etsch gerichteten Hänge der Ötztaler, Stubaier und Zillertaler Alpen mit ihren über 3000 m hohen Gipfeln und den rund 1000 m tiefer gelegenen Vorbergen wie die Texelgruppe. Diese zu den Zentralalpen zählenden Gebirgsgruppen bauen sich aus Granitgneisen, Gneisen und Schiefergneisen auf, in denen sich Flusstäler wie das Schnalstal mit steilen Hängen eingeschnitten haben.
Die westliche Umrandung Südtirols bildet die Ortlergruppe mit dem höchsten Berg Südtirols, dem 3905 m hohen Ortler. Die an der Ostabdachung der Ortlergruppe verlaufende Periadriatische Naht stellt die Grenze zu den Südlichen Kalkalpen dar. Zu diesen zählen die Dolomiten, die die östliche Umrahmung Südtirols bilden. Dort schneiden sich vielfach gewundene Täler schroff in die Kalkgruppen ein.

Wasserscheiden und Pässe
Tief eingeschnittene Pässe wie der Reschenpass (1507 m) und der Brenner (1374 m) verbinden das Etschgebiet mit dem Inngebiet im Norden. Die Wasserscheide zwischen Etsch und Drau, und damit die Wasserscheide zwischen der Adria (Etsch) und dem Schwarzen Meer (Drau und Donau), bildet das Toblacher Feld im Pustertal zwischen Toblach und Innichen. Im Süden Südtirols bildet das Etschtal einen Durchgang zur Poebene. Pässe durch die Kalkzone im Osten wie das Sellajoch (2241 m) und das Pordoljoch (2239 m) sind dagegen schwer zu befahren.

Besiedlung
Gunsträume der Besiedlung sind die breiten Flusstäler, insbesondere die südexponierten Nordseiten der Täler. Bozen liegt an der Mündung der Eisack in die Etsch, Meran im Mündungsbereich der Passer in die Etsch. Aufgrund der Durchgangslage zwischen Mitteleuropa und Italien entstanden in den Tälern Südtirols zahlreiche Siedlungen. Die Brennerachse verbindet bis heute Innsbruck über Bozen mit der Poebene. Die wichtige strategische Lage wird durch die Vielzahl der im Kartenbild eingezeichneten Burgen verdeutlicht. Insgesamt stehen in Südtirol rund 800 Burgen, Schlösser und Ansitze.

Heidrun Kiegel