Südosteuropa - physisch

Südosteuropa – physisch

100750 | Seite 94 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 6.000.000
Südosteuropa | physisch | Südosteuropa – physisch | Karte 94/1

Informationen

Südosteuropa, der östliche Mittelmeerraum und die Türkei haben ihre Gestalt fast vollständig während der Phase der jungen alpidischen Gebirgsbildung erhalten. Die Gebirgsketten haben in ihren höchsten Teilen Hochgebirgscharakter (u. a. Karpaten, Rhodopen, Taurus, Kaukasus). Im Osten liegen innerhalb der Gebirgslandschaften große Seen wie der Vansee und der Urmiasee. Die Anlage großer Stauseen am Oberlauf des Euphrat deutet auf einen für diese Region zentralen Aspekt und Konfliktpunkt hin: die Wasserversorgung.
Schmale Küstensäume leiten von den Gebirgsketten zum Mittelmeer und seinen Randmeeren wie dem Ägäischen und Adriatischen Meer über; hier finden sich zahlreiche Gruppen kleiner Inseln. Zypern und Kreta sind die beiden größten Inseln des östlichen Mittelmeeres, beide habe Gebirgscharakter.
Ausnahmen innerhalb der Gebirgslandschaften bilden die weit gespannten und von großen Flüssen durchströmten Landschaften des Pannonischen Beckens und des türkischen Anatoliens, das vom Pontischen Gebirge und dem Taurus eingerahmt wird. Ebenen größerer Ausdehnung entstanden an den Küsten, wo große Flüsse ihre Sedimente abgelagert haben (Donau, Seyhan/Ceyhan). Im Norden sind die Ebenen des Osteuropäischen Tieflandes, im Südosten die der Arabischen Halbinsel angeschnitten.
Der Mittelmeerraum ist aufgrund der aktiven tektonischen Störungslinien stark erdbebengefährdet.
M. Felsch