Südostaustralien - Wasserversorgung

Australien

978-3-14-100700-8 | Seite 184 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 6.000.000
Südostaustralien | Wasserversorgung | Australien | Karte 184/3

Informationen

Murray und Murrumbidgee bilden das einzige dauernd Wasser führende Flusssystem Australiens. In seinem Oberlauf durch enge Schluchten und starkes Gefälle gekennzeichnet, tritt der Murray bereits bei Albury (160 m) in eine Schwemmlandebene ein, in der er stark mäandriert und verwildert. Hier liegt das Kernland der Bewässerungskulturen, unterstützt von den Nebenflüssen aus den Weidegebieten der Victorian Highlands.

Regulierung der Abflussmengen
Die natürlichen Schwankungen in der Abflussmenge des Murray-Systems waren in der Vergangenheit das Haupthindernis bei der Intensivierung der Landwirtschaft in diesem Gebiet. Den verheerenden Überschwemmungen mancher Jahre standen extreme Trockenperioden gegenüber, in denen der Fluss kaum noch die Mündung erreichte. Dies gilt noch extremer für den längsten Nebenfluss Darling, der nur saisonal Wasser führt und daher nicht zur Bewässerung herangezogen werden kann. Um wirksame Verbesserungen zu schaffen, wurde ein Verbund mehrerer Maßnahmen notwendig.
Zu den wichtigsten Aufgaben zählten die Verminderung der Hochwassergefahr durch den Bau von Flussdämmen und Ausgleichsbecken wie dem Victoriasee und dem Humestausee und die Sicherung einer konstanten Wasserführung durch Einbringung sämtlicher Wasserreserven in ein umfassendes Wassernutzungssystem (Dartmouth-, Eildonstausee, Snowy Mountains). Weitere wichtige Herausforderungen waren der Aufbau eines großflächigen Bewässerungssystems mit lokalen Speichern und die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung der Bevölkerungszentren um Melbourne und Adelaide.

Anbaufrüchte und Bewässerungswirtschaft
Erste Versuche der Bewässerungswirtschaft datieren auf das Jahr 1887, in dem die ersten Zitrusplantagen um Mildura und Renmark angelegt wurden. Die unsichere Wasserversorgung und vor allem die Bodenversalzung brachten diese Versuche bald zum Scheitern. Die Einwanderung von Südeuropäern in diesen Raum hat nach 1945 zu einer Ausbreitung des Agrumen- und Weinbaus geführt, der meist in Verbindung mit der Schafweide betrieben wurde. Heute bilden die südlichen Bundesstaaten South Australia, New South Wales und Viktoria das Zentrum der australischen Weinindustrie, die sich vor allem seit den später 1990er-Jahren dank enormer Zuwachraten zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig entwickelt hat. Inzwischen belegt die australische Weinproduktion sowohl qualitativ als auch quantitativ einen internationalen Spitzenplatz.
In der von zahlreichen alten Flussbetten durchzogenen Riverina im Süden von New South Wales hat in den letzten Jahren der Anbau von Baumwolle zugenommen, außerdem werden hier vor allem Weizen und in geringerem Umfang auch verschiedene Sonderkulturen angebaut. In ihrem Süden befindet sich das Zentrum der australischen Produktion von Zitrusfrüchten, die im Bewässerungsfeldbau kultiviert werden. Um die urbanen Zentren Melbourne und Adelaide dominiert der Anbau von Obst- und Gemüsesorten.
Bei den Bewässerungsmethoden steht die Flutung von Weideland im Vordergrund. Bei Futter- und Gemüseanbau überwiegt die Beregnung, bei Wein, Baumwolle und Obst die Furchenbewässerung. Durch mangelhafte Entwässerung kommt es zu einem Anstieg des Grundwassers bis auf ein bis zwei Meter unter die Oberfläche. Der dadurch einsetzende kapillare Wasseranstieg hat zu einer Versalzung der obersten Bodenschichten geführt. In New South Wales und Victoria sind bereits 240 000 Hektar Land versalzen, 8,7 Mio. Hektar sind stark gefährdet. Die ausgewaschenen Salze führen im Unterlauf des Murray zu einer stark erhöhten Salinität, die die Trinkwasserversorgung von Adelaide zunehmend gefährdet. In Trockenjahren wird in dieser Region nicht mehr der WHO-Standard für Trinkwasser erreicht.
W. Maresch

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