Russland und Zentralasien - Physische Karte

Russland und Zentralasien - Physische Karte

978-3-14-100870-8 | Seite 146 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 18.000.000
Russland und Zentralasien | Physische Karte | Russland und Zentralasien - Physische Karte | Karte 146/1

Überblick

Das Kartenbild zeigt den Norden Eurasiens, von Mitteleuropa im Westen bis zur Beringstraße im Osten, vom Nordpolarmeer im Norden bis zu den großen Gebirgen Zentralasiens. Dieser Raum ist weitgehend identisch mit dem Staatsgebiet Russlands, dem nach der Fläche größten Land der Erde. Russland umfasst elf Zeitzonen bzw. rund 9000 Kilometer Ost-West-Ausdehnung und rund 4000 Kilometer Nord-Süd-Ausdehnung. Seine Fläche ist etwa 50-mal so groß wie Deutschland, die Bevölkerungszahl aber nur weniger als doppelt so groß - entsprechend dünn ist die Besiedlung. Russlands Bevölkerung konzentriert sich auf die Gebiete westlich des Urals, hinzu kommt ein Band vom südlichen Ural über Nowosibirsk und Kransnojarsk bis in die Region am Baikalsee.

Die im Kartenbild dargestellte Raum lässt sich grob in drei Teile untergliedern: Osteuropa, die Tief- und Bergländer Nordasiens sowie die Gebirgs- und Hochländer Zentral- und Ostasiens.

Weiträumige Niederungen, Tafel- und Hügelländer bestimmen die Oberflächengestalt Osteuropas. Lediglich im Südosten (Karpaten) und Süden (Krim) begrenzen Gebirge, die größere Höhen erreichen, das Osteuropäische Tiefland. Im Süden Osteuropas liegen die Binnenmeere des Kaspischen Meeres, des Asowschen Meeres und des Schwarzen Meeres, im Norden die Ostsee. Zu Mittel-europa besteht eine breite Übergangszone.

Innerhalb des Osteuropäischen Tieflandes fallen große Platten mit Höhen um 250 Meter auf. Sie sind vielerorts von Löss bedeckt und dann agrarische Gunsträume. Die Gebiete nördlich der Platten wurden während der Weichseleiszeit glazial überformt.

Die großen Ströme, die Osteuropa durchfließen, sind ebenso auffällig wie die Eingriffe des Menschen in das Gewässernetz (Stauseen an Kama, Wolga, Don und Dnipro). Während des Winters sind die Flüsse oft mehrere Monate zugefroren.

Zwischen Europa und Asien gibt es keine eindeutige Abgrenzung. Aus physisch-geographischer Sicht bilden Uralgebirge und Uralfluss sowie - zwischen dem Kaspischen und dem Schwarzen Meer - die Manytschniederung nördlich des Kaukasus die Grenzlinie. Politisch und wirtschaftlich, religiös und kulturell sind aber große Teile Nordasiens von Osteuropa aus geprägt worden - dort lagen und liegen die Entscheidungszentren Russlands.

Nordasien reicht von den Küsten des Nordpolarmeeres bis zur Kasachischen Schwelle und den Randgebirgen der Hochländer und Becken Zentralasiens (Altai, Sajan, Jablonowygebirge) im Süden. In west-östlicher Richtung erstreckt es sich vom Ural im Westen bis zum Pazifik im Osten. Es ist von seiner Oberflächengestalt und von seiner Entstehung her wiederum dreigeteilt: Neben dem - aus dem Erdaltertum stammenden - Westsibirischen Tiefland zwischen Ural und Jenissej gibt es das geologisch alte Mittelsibirische Bergland zwischen Jenissej und Lena (Mittelgebirge, Angara-Schild) sowie die jungen Kettengebirge östlich der Lena einschließlich Kamtschatka und Sichote-Alin mit zum Teil aktiver Tektonik. In Westsibirien lagern große Erdgas- und Erdölvorkommen (s. 150.1)

Die Inseln im Nordpolarmeer sowie die von den Flüssen durch ihre Sedimente aufgeschütteten Küstenebenen, die nur selten größere Ausdehnungen erreichen, bilden eigene räumliche Einheiten. Tundren und boreale Nadelwälder, in Westsibirien auch ausgedehnte Sümpfe, prägen großräumig das Bild der Landschaft, die mit Ausnahme des Südostens nur sehr dünn besiedelt und kaum erschlossen ist.

Der im Kartenbild dargestellte nördliche Teil Zentral- und Ostasiens wird weitgehend von Hochgebirgen und Hochländern sowie darin eingelagerten, verbreitet wüstenhaften Becken eingenommen. Eine vielerorts steil aufragende Gebirgskette vom Pamir über den Tian Shan und den Altai, West- und Ostsajan, das Jablonowy- sowie das Stanowoigebirge trennt das kalte Sibirien im Norden vom trockenen Zentralasien im Süden. Nur im Westen dieser Kette liegen einige Gebirgstäler, die agrarisch intensiv genutzt werden können, zum Beispiel das Ferganatal.

Naturräumliche Ausnahmen in Ostasien bilden die Mandschurei, ein agrarischer Gunstraum, und der Japanische Archipel. Zur Küste hin werden die Gebirge niedriger, erreichen aber immer noch bedeutende Höhen (zum Beispiel Sichote Alin, 2078 m). Die Halb-insel Korea hat einen ausgesprochen gebirgigen Charakter.

Besonderheiten

• Der höchste Berg im Kartenbild ist der Kongur Shan (7719 m).

• Rund um das nördliche Kaspische Meer liegen weite Gebiete deutlich unter dem Meeresspiegel (-26 m), der Wasserspiegel des Kaspischen Meeres liegt 28 m unter dem der Weltmeere. Noch größere Werte werden bei Aktau (-132 m) und in der Turpansenke (-154 m) erreicht.

• Das Kaspische Meer weist eine veränderliche Küstenlinie auf.

• Die Inseln im Nordpolarmeer sind weitgehend vergletschert, ebenso die Hochlagen von Pamir und Tian Shan.

• Der Baikalsee ist das größte Süßwasserreservoir und der tiefste Binnensee (1637 m) der Erde. Der Fläche nach ist er dem Bundesland Baden-Württemberg vergleichbar.

• Vor allem an der Wolga gibt es riesige Stauseen.

• In Ostasien ist der Verlauf der Großen Chinesischen Mauer teilweise zu erkennen. Als Ruinenstätte ist Karakorum verzeichnet, ab dem frühen 13. Jahrhundert Hauptstadt des Mongolischen Reichs.

• Kaliningrad ist eine russische Exklave, umgeben von Polen und Litauen.

• Um die südlichen Kurileninseln (mit Kunashiri und Etorofu) besteht ein Gebietsstreit. Sie gehören seit 1946 zu Russland, werden aber von Japan beansprucht.

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