Rotterdam - Europoort

Niederlande – Raumordnung/Hafen

100750 | Seite 83 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 250.000
Rotterdam | Europoort | Niederlande – Raumordnung/Hafen | Karte 83/2

Überblick


Der Europoort Rotterdam ist ein Teil des Rotterdamer Hafens. Der Hafen Rotterdam insgesamt ist einer der weltweit größten Seehäfen und der mit Abstand größte Seehafen Europas.
Die Hafen- und Industrieanlagen des Europoort erstrecken sich innerhalb und westlich der Stadt Rotterdam über ein Gebiet von rund 40 Kilometern Länge. Der Schwerpunkt liegt auf der südlichen Uferseite. Das Hafengebiet lässt sich in drei große Bereiche unterteilen: Im Osten liegen am Ufer der Neuen Maas (Nieuwe Maas) die älteren Häfen, die hauptsächlich vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Westlich davon, am Neuen Wasserweg (Nieuwe Waterweg), befinden sich die späteren Erweiterungen, die vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren errichtet wurden. Sie bilden heute das Kerngebiet des Europoort. Der dritte und jüngste Teil des Hafengebiets ist die ins Meer gebaute Maasvlakte (Maasebene) im Mündungsbereich. Sie wurde ab den 1970er-Jahren angelegt.

Hafenfunktionen und Bedeutung
Im Zuge der Hafenerweiterungen kam es zu einer räumlichen Trennung der umgeschlagenen Güter. Die Abfertigung von Containern konzentriert sich auf der Maasvlakte und auf einige wenige Bereiche am südlichen Ufer. Bei den großen Containerschiffen, die auf interkontinentalen Langstrecken verkehren, erfolgt die Verladung auf der Maasvlakte. Die älteren Stückguthäfen wurden speziell für den Containerverkehr auf kürzeren Strecken („Short-Sea-Verkehr“) umgebaut.
Die Abfertigung von Massengütern geschieht vor allem in den jüngeren Hafenbereichen im Westen. Ein Drittel der Steinkohle und der landwirtschaftlichen Schüttgüter wie Getreide, Saatgut, Sojabohnen oder Mais gelangen über den Europoort auf die Märkte in Westeuropa; gleiches gilt für knapp die Hälfte aller Erze, Schrottprodukte, Mineralstoffe und sonstigen Trockenmassengüter. Im Hafen sind vier international bedeutsame Ölraffinerien ansässig sowie mehr als 40 Chemie- und Petrochemie-Unternehmen. Rotterdam gehört mit Houston und Singapur zu den drei wichtigsten Öl- und Chemiezentren der Welt.

Wasserstraßen und Verkehrsanbindung
Zwischen Rotterdam und Maasvlakte gibt es vier parallel zueinander liegende Gewässer: Von Norden nach Süden sind dies der „Neue Wasserweg“ für die Schifffahrt zwischen Nordsee und östlichem Hafengebiet, der „Calandkanal“ für die Seeschifffahrt von und nach Europoort, der „Hartelkanal“ südlich des Europoorts für die Binnenschifffahrt von und nach Europoort und schließlich das von einem Grüngürtel umgebene „Brielse Meer“, das heute Erholungszwecken dient. Rotterdam verfügt über ein gut entwickeltes Netz von Wasserwegen, Pipelines, Eisenbahn- und Straßenverbindungen. Über Maas, Rhein und zahlreiche Kanäle erreichen die Binnenschiffe fast den gesamten Norden und Westen Europas.
Durch den Main-Donau-Kanal wurde das Rotterdamer Hinterland noch erheblich vergrößert. Pipelines verbinden den Hafen mit Deutschland, Belgien und dem Süden der Niederlande. 2007 wurde eine 160 Kilometer lange Hochgeschwindigkeits-Güterbahnstrecke (Betuwe-Route) von der Maasvlakte bis zur deutschen Grenze fertig gestellt. Das Schienennetz dient vor allem der Beförderung von Containern und von Massengütern wie Eisenerz und Kohle.

L. Vankan, S. Lemke

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Die Hafenanlagen von Rotterdam-Europoort erstrecken sich innerhalb und westlich der Stadt über ein Gebiet von rund 40 Kilometern Länge, der Schwerpunkt liegt auf der südlichen Uferseite. Das Hafengebiet lässt sich in drei große Bereiche unterteilen. Im Osten liegen die älteren Häfen, die hauptsächlich vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden, am Ufer der 1872 fertig gestellten Neuen Maas (Nieuwe Maas). Westlich davon, am Neuen Wasserweg (Nieuwe Waterweg), liegen die vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren angelegten Erweiterungen, die heute das Kerngebiet von Europoort bilden. Der jüngste Teil des Hafengebiets ist die ab den 1970er-Jahren ins Meer gebaute Maasvlakte (Maasebene) im Mündungsbereich.

Räumliche Gliederung
Durch den Ausbau der Hafen- und Industriegelände kam es zu einer räumlichen Trennung der umgeschlagenen Güter. Die Abfertigung von Containern konzentriert sich auf der Maasvlakte und auf einige wenige Bereiche am südlichen Ufer. Bei den großen Containerschiffen, die auf interkontinentalen Strecken verkehren, erfolgt die Verladung auf der Maasvlakte. Die älteren Stückguthäfen wurden speziell für den Shortsea-Containerverkehr umgebaut.
Die Abfertigung von Massengütern geschieht vor allem in den jüngeren Hafenbereichen im Westen. Ein Drittel der Steinkohle und der sogenannten Agribulk-Produkte wie Getreide, Saatgut, Sojabohnen, Mais oder Tapioka gelangen über Rotterdam-Europoort auf die Märkte in Westeuropa; gleiches gilt für rund 45 Prozent aller Erze, Schrottprodukte, Mineralstoffe und sonstigen Trockenmassengüter. Im Hafen sind vier Ölraffinerien von internationalem Rang sowie mehr als 40 Chemie- und Petrochemieunternehmen ansässig. Rotterdam gehört mit Houston und Singapore zu den drei wichtigsten Öl- und Chemiezentren der Welt. Die zunehmenden Schiffsgrößen haben in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass zur Mündung hin immer größere und tiefere Hafenbecken angelegt wurden.

Wasserstraßen und Verkehrsanbindung
Zwischen Rotterdam und Maasvlakte gibt es heute vier parallel zueinander liegende Gewässer. Von Norden nach Süden sind dies der Neue Wasserweg für die Schifffahrt zwischen Nordsee und östlichem Hafengebiet, der Calandkanal für die Seeschifffahrt von und nach Europoort, der Hartelkanal südlich des Europoorts für die Binnenschifffahrt von und nach Europoort — die rheinaufwärts bis nach Basel ohne Hindernisse verkehren kann — und schließlich das von einem Grüngürtel umgebene Brielse Meer — vor 1960 noch "Brielse Maas" —, das heute Erholungszwecken dient.
Da der Tidenhub im Rotterdamer Hafengebiet nicht größer als etwa 1,60 Meter ist, war es nicht nötig, die Hafenbecken mittels Schleusen vom offenen Wasser zu trennen, wie etwa in London und Antwerpen. Diese offene Verbindung zum Meer, die sehr tiefe Fahrrinne, die strategisch günstige Lage in Europa und die perfekten Hinterlandverbindungen sind gemeinsam mit dem hochwertigen Dienstleistungsangebot die Garanten für den Erfolg von Rotterdam.
Jedes Jahr legen 31 000 Seeschiffe und 133 000 Binnenschiffe im Rotterdamer Hafen an. Dieser verfügt über eine große Zahl von Shortsea- und Feeder-Diensten zu mehr als 200 anderen europäischen Häfen. Feeder-Dienste fungieren als Zubringer für den internationalen Hochseeverkehr. Dadurch brauchen die großen Seeschiffe der global operierenden Schifffahrtsgesellschaften nur eine kleine Zahl von europäischen Mainports anzulaufen.
Rotterdam verfügt über ein gut entwickeltes Netz von Wasserwegen, Pipelines, Eisenbahn- und Straßenverbindungen. Über Maas, Rhein und zahlreiche Kanäle erreichen die Binnenschiffe fast den gesamten Norden und Westen Europas. Durch den Main-Donau-Kanal wurde das Rotterdamer Hinterland noch erheblich vergrößert. Pipelines verbinden den Hafen mit Deutschland, Belgien und dem Süden der Niederlande. Da die Beförderung auf dem Schienenweg umweltfreundlich ist und die europäischen Straßen fast bis an die Grenzen ihrer Kapazitäten ausgelastet sind, wird der Transport mit der Bahn von der Europäischen Union aktiv gefördert. 2007 wurde eine 160 Kilometer lange Hochgeschwindigkeits-Güterbahnstrecke (Betuwe-Route) von der Maasvlakte bis zur deutschen Grenze fertig gestellt. Das Schienennetz dient vor allem der Beförderung von Containern und von Massengütern wie Eisenerz und Kohle. So werden durch wöchentlich 28 Züge rund 5,5 Mio. Tonnen Eisenerz vom EMO-Terminal auf der Maasvlakte zur Dillinger Hütte im Saarland transportiert.
Für die Lagerung und den Vertrieb von Containerladungen gibt es drei "Distriparks". Es handelt sich dabei um Gelände mit großen Lagerhäusern, die möglichst nahe bei Containerterminals liegen und die zugleich gut an das Straßen-, Wasserstraßen- und Schienennetz angebunden sind. Darin können Güter vor dem Weitertransport gelagert, sortiert, verpackt oder umgepackt werden.
Um die Luftverschmutzung einzudämmen, wurden verschiedene Maßnahmen getroffen, um vor allem die Freisetzung von Feinstaub zu reduzieren. Nicht allerdings die Industrie, sondern der Transport ist in Rotterdam die wichtigste Quelle der Luftverschmutzung.
Die Entwicklung des Rotterdamer Hafens wird auch in Zukunft eng mit den internationalen Entwicklungen verknüpft sein. Nach einem überdurchschnittlichen Wachstum im ersten Halbjahr 2007 rechnet die Hafenverwaltung mit einer deutlichen Steigerung des Jahresumschlags gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 390 Mio. Tonnen.
L. Vankan

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Rotterdam

Sprechertext: Von hier aus wird der Kontinent versorgt. Rotterdam - der größte Seehafen Europas und einer der größten der Welt. Der Hafen liegt an der Rhein-Maas-Delta-Mündung, dort wo der Rhein in die Nordsee fließt. 40 Kilometer ist er lang, über 10 500 Hektar breitet er sich aus. Noch: Denn die Globalisierung fordert Platz. Der Rotterdamer Hafen stößt an seine Grenzen. Es muss erneut erweitert werden, immer mehr Land wird dem Meer abgerungen. Für 1,5 Milliarden Euro wurden 280 Millionen Tonnen Land im Meer aufgeschüttet.
Sein großes Ansehen verdankt der Hafen von Rotterdam hauptsächlich seiner besonderen geographischen Lage. Die größten Schiffe der Welt können hier direkt vom Meer in den Hafen einlaufen. Schiffe bis 24 Meter Tiefgang fahren hier ein. Rotterdam ist mit Abstand der wichtigste Handelspunkt für Erdöl in Europa. Millionen Tonnen Öl kommen hier jedes Jahr an. Die Hälfte etwa wird ins Ruhrgebiet und nach Antwerpen weitergeleitet, die andere Hälfte wird direkt im Hafen verarbeitet. Fast alle Ölmultis haben ihre Raffinerien im Hafen, Großabnehmer wie der Frankfurter Flughafen oder die BASF sind durch eigene Pipelines direkt mit Rotterdam verbunden.
Die Mineralöle und die Chemikalien lassen den Hafen von Rotterdam gleichzeitig zu einem der gefährlichsten Plätze Europas werden. Strengste Sicherheitsvorkehrungen sollen das Schlimmste verhindern. Denn: 1,2 Millionen Menschen wohnen in unmittelbarer Hafennähe. Der Hafen von Rotterdam: Europas Tor zur Welt. Ohne ihn wäre das heutige Europa, ohne ihn wäre Globalisierung kaum denkbar.
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Weltweiter Containerumschlag in den Häfen

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