Rostock - Seehafen

Deutschland - Verkehr/Transport/Logistik

978-3-14-100700-8 | Seite 63 | Abb. 6 | Maßstab 1 : 75.000
Rostock | Seehafen | Deutschland - Verkehr/Transport/Logistik | Karte 63/6

Informationen

Die Hansestadt Rostock ist der wichtigste Hafenstandort in Mecklenburg-Vorpommern und der zweitwichtigste Ostseehafen Deutschlands nach Lübeck.
Das Kartenbild zeigt sechs der sieben Rostocker Häfen, darunter den Seehafen mit dem Übersee-, Fähr-, Öl- und Chemiehafen, den Passagierkai in Warnemünde mit dem Fährhafen, den Fracht- und Fischereihafen Marienehe an der Unterwarnow, den am Rande der historischen Altstadt gelegenen Stadthafen ("Alter Hafen") und schließlich den Werkshafen der Metallaufbereitung, dessen Standort nördlich des Fracht- und Fischereihafens Marienehe in der Karte nicht näher bezeichnet ist.

Universaler Umschlagplatz
Gegenwärtig lässt sich der Seehafen Rostock mit seinem modernen Ölhafen, mit Terminals für den Export von Zucker, Holz, Schrott und den verschiedenen Anlagen für den Getreide-, Kohle-, Düngemittel- und Zementumschlag als "Massengut- und Fährhafen" charakterisieren, der sich eine gewisse Universalität bewahrt hat. Nach den starken Einbrüchen in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung konnte er im Jahre 2001 erstmals wieder das Umschlagvolumen von 1989 erreichen und in den folgenden fünf Jahren sogar deutlich überschreiten. Zum neuen Herzstück des Hafens hat sich der Fährhafen mit den angeschlossenen Terminals für den Kombinierten Ladungsverkehr und den RoRo-Verkehr (von engl. Roll on Roll off) entwickelt, der seit Mitte der 1990er-Jahre die stärksten Zuwachsraten verzeichnet. Im Linien-Fährverkehr wurden im Rekordjahr 2006 insgesamt 2,3 Mio. Passagiere und 13,9 Mio. Tonnen Güter befördert, zugleich stieg der Umschlag von RoRo-Gütern, nicht zuletzt aufgrund der steigenden Papierexporte in die USA und nach England, auf 1,4 Mio. Tonnen. Auf dem Terminal für den Kombinierten Ladungsverkehr, auf dem sich seit Anfang 2006 drei Züge gleichzeitig bearbeiten lassen, werden inzwischen wöchentlich 21 Ganzzüge von und nach Duisburg, Verona und Basel abgefertigt.
Im Fracht- und Fischereihafen Marienehe, einst Standort des Fischkombinates Rostock, hat sich seit 1990 im Zuge des wirtschaftlichen Strukturwandels ein Areal mit Umschlags- und Lagerkapazitäten und einem Gewerbegebiet mit einem Branchenmix von 130 Unternehmen entwickelt; die Bedeutung der Fischerei hat hingegen stark abgenommen. Der alte Stadthafen ist inzwischen vor allem Seglerhafen, Zentrum des maritimen Tourismus und ein beliebter Geschäfts- und Gewerbestandort. Neben dem Stadthafen gibt es mehrere Yachthäfen an der Unterwarnow (Gehlsdorf) und in Warnemünde, wo sich auch ein Hafen für die Küstenfischerei befindet. Ein neuer, großer Yachthafen mit rund 800 Liegeplätzen ist an der Hohen Düne östlich des Seekanals entstanden, da sich vor Warnemünde ein sehr gutes Segelrevier befindet.
Einen bedeutenden Aufschwung hat Rostock seit Beginn der 1990er-Jahre als Kreuzschifffahrthafen erlebt. Seit 2002 ist der Standort Basishafen für Kreuzliner; 2006 war Rostock mit 138 Anläufen von 37 Kreuzfahrtschiffen der wichtigste Kreuzfahrthafen in Deutschland.
Bis 2010 wird eine Steigerung des Güterumschlags auf 35 Mio. Tonnen prognostiziert. Besondere Wachstumspotenziale werden im Fährverkehr und im Ro-Ro-Verkehr gesehen. Insgesamt wird davon ausgegangen, dass etwa 70 Prozent des Verkehrs von und zu Ostseehäfen erfolgen wird und Rostock sich als wachstumsstarker Universalhafen an der deutschen Ostseeküste sowie als Zentrum des deutsch-skandinavischen Fährverkehrs behaupten kann.
F. Zuber-Seifert

Google Maps

Zur Orientierung

Die Lage und Ausdehnung dieser Diercke Karte kannst Du Dir zur Orientierung als Kartenrahmen in Google Maps anzeigen lassen.

Jetzt orientieren