Rom - Antike Metropole - Bauwerke

Italien - Kulturlandschaften in Antike und Gegenwart

978-3-14-100870-8 | Seite 141 | Abb. 4 | Maßstab 1 : 40.000
Rom | Antike Metropole | Italien - Kulturlandschaften in Antike und Gegenwart | Karte 141/4

Überblick

Von Augustus (63 v. Chr. - 14 n. Chr.), mit dessen Erhebung zum Alleinherrscher 27 v. Chr. die römische Kaiserzeit begann, ist der Satz überliefert, er habe eine Stadt aus Ziegelsteinen vorgefunden und eine aus Marmor hinterlassen. Durch seine Initiative und die seiner Nachfolger entstanden in den drei folgenden Jahrhunderten viele bedeutende Baudenkmäler.

Capitol und angrenzende Viertel

Rom war zu dieser Zeit über die Stadtmauern aus republikanischer Zeit längst hinausgewachsen. Die vier Aquädukte reichten für die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser kaum noch aus. Augustus ließ deshalb zwei neue Aquädukte und Hunderte neuer Brunnen anlegen. Zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit richtete er im gesamten Stadtgebiet, das er in 14 Regionen unterteilt hatte, Feuer- und Polizeiwachen ein.

Der wichtigste der sieben Stadthügel war nach wie vor das Capitol. Hier befand sich neben einer Burg und dem Tempel der Schutzgöttin Juno das Staatsorakel, in dem die altrömischen Priester, die Auguren, den göttlichen Willen erforschten. Auf der südlich gelegenen Kuppe befanden sich der Hauptaltar und der Jupiter-Tempel, der Haupttempel Roms.

Südöstlich des Capitols lag mit dem Palatin ein Hügel, der zu Beginn der Kaiserzeit spärlich mit kleineren und größeren Villen bebaut war. Augustus ließ seinen dortigen Wohnsitz so prachtvoll ausgestalten, dass er zum Vorbild für zahllose kaiserliche Paläste wurde, die in den folgenden Jahrhunderten in unmittelbarer Nachbarschaft entstanden. Im Norden schlossen sich das Forum Romanum (s. u.) und die Kaiserforen an.

Die Senke zwischen Capitol und Palatin, das Velabrum, war ein Zentrum der Lebensmittelhändler. Der Fischmarkt im Norden des Forum Romanums musste unter Kaiser Vespasian (9-79 n. Chr.) dem Friedenstempel weichen. Östlich der Kaiserforen schloss sich das alte, dicht besiedelte Stadtviertel Subura an. Hier lebten Tischler, Töpfer, Schuster, Korbmacher, Gold- und Kupferschmiede, auch Flötenspieler und Prostituierte. Dicht besiedelt war auch das Viertel südlich des Zentrums auf dem Aventin. Die ganze Stadt war übersät mit einem Geflecht aus Straßen und Gassen.

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Forum Romanum

Das Forum Romanum war Zentrum des religiösen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens. Der älteste Tempel auf dem Gelände, der Saturntempel im Westen aus den ersten Jahren der Republik, wurde 42 v. Chr. nach einem Brand neu aufgebaut. Nördlich davon lag der Concordiatempel aus der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. Der Dioskurentempel, heute ein Wahrzeichen Roms, war Caspar und Pollux, den beiden Schutzgöttern der Stadt, geweiht. Wenige Schritte entfernt lag der Tempel der Vesta, das zentrale Heiligtum, das nur von Vesta-Priesterinnen und dem Oberpriester betreten werden durfte. Zu den auffälligsten Bauwerken gehörten außerdem die dreischiffige Maxentiusbasilika und der Doppeltempel der Venus und der Roma, der größte Tempel in Rom.

Das Forum Romanum war auch politischer Versammlungsort. An der Westseite lag die Rostra, die von Caesar an diesen Platz verlegte Rednertribüne. Nur einen Steinwurf entfernt befanden sich das Comitium, der Ort der Volksversammlungen, und die Curia, in der sich der Senat versammelte. Die große Basilica Aemilia auf der Nordseite diente wohl als Handelsbörse und Gerichtsgebäude. Ihr schräg gegenüber lag die Basilica Julia, die als Senatsgebäude und Tribunal diente.

Ein fester Bestandteil des Lebens in Rom waren die Thermen, öffentliche Badehäuser, die teilweise prachtvoll ausgebaut waren und durch Aquädukte mit Wasser aus dem Umland versorgt wurden. Die größte dieser Anlagen neben den Diokletians- und den Trajansthermen waren die Caracallathermen aus dem frühen 3. Jahrhundert, die bis zu 2000 Badegäste fassten.

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Pracht- und Monumentalbauten

nd Geschäften umgebener Platz, wurde unter Augustus zum Luxusviertel ausgebaut. In seinem Süden ließ er das dreigeschossige Theater Marcelli errichten, das 10 000 Zuschauer fasste. Zwischen Saepta Juli und Theater lag der Circus Flaminus, in dem unter anderem Krokodiljagden veranstaltet wurden. Die größte Vergnügungsstätte war der 600 Meter lange und 150 Meter breite Circus Maximus für die Pferde- und Wagenrennen, der nach mehreren Umbauten in der späten Kaiserzeit über 250 000 Zuschauer fasste.

Das neben der Saepta Julia gelegene Pantheon, der einzige vollständig erhaltene Kuppelbau der Antike, zählt zu den Meisterwerken der römischen Architektur. Nach zweimaliger Zerstörung durch Brände erfolgte unter Kaiser Hadrian (76-138 n. Chr.) der Neuaufbau. Die Kuppel mit ihrem Durchmesser von 43,20 Meter zeugt von einem Höchstmaß an technischem Können.

Das größte Theater der römischen Welt war das Kolosseum, das nach seiner Einweihung 80 n. Chr. als Stätte grausamer Gladiatorenkämpfe und blutiger Volksbelustigungen diente.

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Rom - Wasserversorgung

Aquädukte aus dem Umland spielten im antiken Rom die entscheidende Rolle bei der Wasserversorgung.
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