Rheinsberger Seenlandschaft

Rheinsberger Seenlandschaft

978-3-14-100758-9 | Seite 12 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 120.000
Rheinsberger Seenlandschaft |  | Rheinsberger Seenlandschaft | Karte 12/2

Informationen

Die Landschaftsformen in Deutschlands Nordosten sind durch die letzte Eiszeit geprägt worden. Das betrifft vor allem Mecklenburg-Vorpommern, aber in kleinerem Maßstab auch Brandenburg, das über eine Fülle von Seen verfügt. Die Rheinsberger Seenlandschaft an der Grenze beider Bundesländer ist sowohl typisch für die Natur als auch die touristische Nutzung der Region.

Natur und Nutzung
Geomorphologisch betrachtet ist die Rheinsberger Seenlandschaft einer von drei Teilen der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Seen im Nordwesten der Seenplatte, darunter die Müritz, entwässern über die Elde, die in die Elbe mündet. Das östlich und südlich anschließende Gebiet um Neustrelitz, mit der Rheinsberger Seenlandschaft, entwässert über die Havel, letztendlich also auch über die Elbe. Ebenso sieht es bei der am östlichsten liegenden Feldberger Seenlandschaft aus.
Alle Seen liegen im Jungmoränengebiet, das während der Weichseleiszeit durch Gletscher gebildet wurde. Sie entstanden in den Urstromtälern und Sandern, direkt südlich von Rheinsberg liegen die Endmoränen des Pommerschen Stadiums der Weichseleiszeit. Das Pommersche Stadium bezeichnet den mittleren von drei Eisvorstößen, der vor rund 16 500 Jahren begann und vor ca. 13 700 Jahren beendet war.
Die abwechslungsreiche Landschaft hat die Region zu einem bevorzugten Naherholungsraum für Berlin gemacht. Aber auch Besucher aus anderen Bundesländern finden sich ein, um dort ihren Urlaub zu verbringen, schließlich ist die Region neben den in Polen liegenden Seenplatten in Pommern und Masuren das größte Seengebiet im südlichen Ostseeraum. Das Zentrum ist Rheinsberg, das jedoch nicht am Rheinsberger See, sondern am südlicheren Grienericksee liegt. Die Stadt mit rund 9000 Einwohnern wurde durch die Schriftsteller Theodor Fontane und Kurt Tucholsky bekannt. Heute lockt sie vor allem mit ihrem Schloss aus dem 18. Jahrhundert und den dortigen Festspielen der Kammeroper.
Der bekannteste und größte See ist der östlich gelegene Große Stechlinsee. Er ist über 4 km² groß und mit bis zu fast 70 m der tiefste See in Brandenburg. Fontane setzte ihm mit seinem 1899 erschienenen Roman "Der Stechlin" ein literarisches Denkmal. Aufgrund seines klaren Wassers ist er bei Badetouristen und Tauchern gleichermaßen beliebt. Zu beachten ist allerdings, dass der See mitsamt seinem Umland bereits seit 1938 Naturschutzgebiet ist. Eingebettet ist es in den 2001 eingerichteten Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, auf dessen 680 km² mehr als 100 Seen liegen. Fast zwei Drittel der Naturparkfläche sind mit Wald bestanden, auf nur einem Viertel wird Landwirtschaft betrieben.
An allen Seen der Rheinsberger Seenlandschaft gibt es zahlreiche Bademöglichkeiten und Campingplätze. Der Ellbogensee, der Große Pälitzsee und andere Seen sind ebenfalls beliebte Surfreviere. Ein Netz aus Wander- und Radwanderwegen durchzieht die Region. Ein weiteres Freizeitvergnügen ist der Reitsport, der in einigen Orten betrieben werden kann.
D. Falk

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