Rheinland-Pfalz/Saarland - physisch

Rheinland-Pfalz/Saarland - physisch

978-3-14-100757-2 | Seite 4 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 750.000
Rheinland-Pfalz/Saarland | physisch | Rheinland-Pfalz/Saarland - physisch | Karte 4/1

Informationen

Bis auf wenige Ebenen (Oberrheinische Tiefebene) und Becken (Limburger Becken, Neuwieder Becken, Wittlicher Senke) bestimmen Mittelgebirge das Landschaftsbild von Rheinland-Pfalz. Der Rhein und seine Nebenflüsse haben relativ klar umrissene Landschaftseinheiten geschaffen. Zum Rheinischen Schiefergebirge zählen Eifel, Westerwald, Taunus und Hunsrück, weiter südöstlich schließen sich das Saar-Nahe-Bergland, das Pfälzer Bergland und der Pfälzer Wald an.

Rhein und Mosel
Die größten und für die Binnenschifffahrt wichtigsten Flüsse in Rheinland-Pfalz sind der Rhein (295 km in Rheinland-Pfalz) und die bei Koblenz in ihn mündende Mosel (233 km). Die anderen großen Nebenflüsse wie Lahn (58 km), Nahe (61 km) und Ahr (68 km) haben vor allem Bedeutung für den Ausflugs- und Freizeitverkehr. 2008 wurden in Rheinland-Pfalz 25,2 Mio. t Binnenschifffahrtsgüter umgeschlagen #150; vor allem auf dem Rhein, die wichtigsten Häfen sind Ludwigshafen und Andernach. Zwischen Wörth und Bingen fließt der Rhein, der hier die Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg bzw. Hessen bildet, durch die Oberrheinische Tiefebene. Bis zu seiner Begradigung (1817#150;79) mäandrierte der Fluss mit weiten Schleifen durch die Schotter und Sande der breiten Ebene. Dann wurden die Flussschleifen durchstochen und damit der Flusslauf erheblich verkürzt sowie später Hochwasserschutzdämme und Staustufen errichtet und das Flussbett für die Schifffahrt vertieft. Überreste des alten Flusslaufes blieben teilweise als Altwasserarme erhalten und stehen mit ihren Feuchtgebieten und Auenwäldern meist unter Naturschutz. Die durch die Rheinbegradigung südlich von Speyer entstandene Insel Flozgrün wird bei Hochwasser als Polder genutzt. Der Rheinabschnitt zwischen dem Binger Loch und Bonn wird als Mittelrhein bezeichnet. Beim Eintiefen in das Rheinische Schiefergebirge hat der Rhein ein eindrucksvolles Durchbruchstal geschaffen.
Auch die Mosel musste sich ab Trier einen Weg durch das Rheinische Schiefergebirge suchen. Sie hat dabei ein tief eingeschnittenes mänderreiches Tal geformt, das Eifel und Hunsrück voneinander trennt. Das Moseltal zwischen Schweich und Cochem zählt zu den reizvollsten Flusstälern Deutschlands. Besonders eindrucksvoll ist der Blick vom Calmont auf die enge Moselschleife bei Bremm und die Klosterruine Stuben. Die Weinlage am Calmont ist mit einer Hangneigung von 65 Grad die steilste in Europa. Neben dem Weinbau und dem Ausflugsverkehr spielt die Mosel eine wichtige Rolle für die Binnenschifffahrt. Zwischen Frouard bei Nancy in Lothringen und Koblenz kann die Mosel seit 2001 auf einer Stecke von 394 km von 1500-t-Schiffen befahren werden. Den Höhenunterschied von 161 m bewältigen 28 Staustufen. Trier hat auch durch seine Verbindung mit dem Großschifffahrtsweg Saar den größten deutschen Moselhafen. Trotz der Anlage von Schutzvorrichtungen kommt es besonders an der Untermosel immer wieder zu verheerenden Hochwassern.
E. Astor

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