Rheinland-Pfalz - Wirtschaft und Verkehr

Wirtschaft und Verkehr

978-3-14-100857-9 | Seite 18 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.000.000
Rheinland-Pfalz | Wirtschaft und Verkehr | Wirtschaft und Verkehr | Karte 18/1

Überblick

Ursprünglich von der Landwirtschaft dominiert, hat die Wirtschaft von Rheinland-Pfalz grundlegende Strukturveränderungen bewältigt. Das einst recht arme Bundesland erreicht beim Bruttoinlandsprodukt einen Platz in der vorderen Hälfte aller Bundesländer. Das produzierende Gewerbe steht dabei noch immer an der Spitze. Schwerpunktregionen sind Ludwigshafen am Rhein, Mainz und Koblenz, gefolgt von Trier, Kaiserslautern und dem alten Industriegebiet um Betzdorf im Siegerland.

Das Saarland, im 19. Jahrhundert zum drittgrößten Schwerindustriegebiet Deutschlands aufgestiegen, erlebte einen wirtschaftlichen Niedergang mit der Kohle- und Stahlkrise der 1960er- und 1970er-Jahre. Neunkirchen, in dessen Nähe 1593 das erste Eisenwerk entstand, steht stellvertretend für den Wandel im Saarland. Trotzdem spielen Stahlunternehmen auch heute eine wichtige Rolle. So werden 80 Prozent aller Gießereiprodukte an die Automobilindustrie geliefert.

Rheinland-Pfalz

Die wichtigsten Industriestandorte befinden sich am Rhein, angefangen von Unternehmen des Maschinenbaus und der Metallverarbeitung in Andernach im Norden bis zur Automobilindustrie in Wörth im Süden. Der Rhein ist auch die wichtigste Verkehrsachse. Im Luftverkehr hat der Flughafen Hahn im Hunsrück eine herausragende Bedeutung. Hochschulstandorte sind die Landeshauptstadt Mainz, Ludwigshafen, Trier, Landau, Speyer und die Behördenstadt Koblenz. Umsatzstärkstes Unternehmen und größter Arbeitgeber ist der Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen. Betriebe der chemischen und pharmazeutischen Industrie konzentrieren sich auch im Raum Mainz und in Ingelheim. Weitere wichtige Branchen sind der Fahrzeug- und Maschinenbau, die Kunststoffindustrie, die Nahrungs- und Genussmittelindustrie (zahlreiche Sektkellereien), die keramische Industrie im Kannenbäckerland um Höhr-Grenzhausen und die Verarbeitung von Edelsteinen in Idar-Oberstein.

Rheinland-Pfalz verfügt über keine nennenswerten Bodenschätze. Eine große Rolle spielen aber die vielen Mineralquellen und der Abbau von Steinen und Erden (z. B. Bimssteintuff im Neuwieder Becken).

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Saarland

Die früher dominierenden Wirtschaftszweige Steinkohlenbergbau sowie Eisen- und Stahlindustrie sind stark rückläufig. Nach dem Grubenbeben im Jahr 2008 bei Saarwellingen wurde 2012 der Saarkohlenbergbau endgültig eingestellt. Von den das Saarland einst prägenden Eisenhütten sind nur noch wenige Betriebe wie das Dillinger Hüttenwerk übrig geblieben. Wachstumsbranchen sind heute vor allem die Automobil- und die Automobilzuliefererindustrie sowie die chemische und elektrotechnische Industrie. Von überregionaler Bedeutung sind die feinkeramischen Betriebe und die Herstellung von Fertighäusern im Landkreis Merzig-Wadern.

Das Dienstleistungsgewerbe konzentriert sich auf die Landeshauptstadt Saarbrücken, die neben einer Universität weitere Hochschulen und Forschungsinstitute hat. Das Saarland verfügt über hervorragende Verkehrsanbindungen an Rheinland-Pfalz und das benachbarte Ausland. 2007 wurde der Bahnhof Saarbrücken zum „Eurobahnhof” an der Hochgeschwindigkeitsstrecke Frankfurt-Mannheim-Paris ausgebaut. Überregionale Bedeutung hat auch der Flughafen der Messestadt Saarbrücken.

E. Astor

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