Rheinland-Pfalz - Wirtschaft und Verkehr

Rheinland-Pfalz - Wirtschaft und Verkehr

978-3-14-100390-1 | Seite 22 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.000.000
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Überblick

Die Wirtschaft von Rheinland-Pfalz hat in den letzten Jahrzehnten grundlegende Strukturveränderungen bewältigt. Das einst recht arme und von der Landwirtschaft geprägte Bundesland erreicht bei der Wirtschaftskraft einen Platz in der vorderen Hälfte aller Bundesländer. 2018 betrug das Bruttoinlandsprodukt rund 149 Milliarden Euro; damit belegte Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich den 6. Platz. 2,1 Prozent der knapp über zwei Millionen Erwerbstätigen waren 2018 im primären Sektor beschäftigt, 25,5 Prozent im sekundären und 72,4 Prozent im tertiären Sektor.

 

Wirtschaftliche Schwerpunktregionen sind Ludwigshafen, Mainz und Koblenz, gefolgt von Trier, Kaiserslautern und dem alten Industriegebiet um Betzdorf im Siegerland.

Wirtschaft im Überblick

Die bedeutendsten Wirtschaftsräume haben sich aufgrund der günstigen Verkehrsanbindung entlang der Rheinachse herausgebildet. Der südliche Teil der Pfalz hat sich vor allem in den letzten beiden Jahrzehnten sehr dynamisch entwickelt. Dagegen weist die Westpfalz durch ihre politische Grenzlage und geographische Trennung von der Rheinebene eine deutlich schwächere Wirtschaftsentwicklung auf. Der Pfälzerwald hat die Verkehrserschließung erschwert und verhinderte damit eine ähnlich gute wirtschaftliche Entwicklung wie in der Rheinpfalz.   Die wichtigsten Industriestandorte befinden sich am Rhein, angefangen von Unternehmen des Maschinenbaus und der Metallverarbeitung in Andernach im Norden bis zur Automobilindustrie in Wörth im Süden. Universitätsstandorte sind die Landeshauptstadt Mainz, Kaiserslautern, Trier sowie Landau und die Behördenstadt Koblenz. Darüber hinaus bestehen zahlreiche, überwiegend junge Fachhochschulstandorte. Umsatzstärkstes Unternehmen und größter Arbeitgeber des Landes ist der Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen. Betriebe der chemischen und pharmazeutischen Industrie konzentrieren sich auch im Raum Mainz und in Ingelheim. Weitere wichtige Branchen sind der Fahrzeug- und Maschinenbau, die Kunststoffindustrie, die Nahrungs- und Genussmittelindustrie (zahlreiche Sektkellereien), die keramische Industrie im Kannenbäckerland um Höhr-Grenzhausen und die Verarbeitung von Edelsteinen in Idar-Oberstein. Das Bundesland verfügt über keine nennenswerten Bodenschätze; eine große Rolle spielen aber die vielen Mineralquellen und der Abbau von Steinen und Erden (z. B. Bimssteintuff im Neuwieder Becken).

Verkehr

Einen herausragenden Stellenwert hat in Rheinland-Pfalz der Straßenverkehr. Bundesweit verfügt das Bundesland über die höchste Straßendichte (926 Meter Straße pro km² Fläche; Stand 2017). Allein auf den Autobahnen des Landes verkehren jeden Tag mehr als eine Million Menschen. In nordsüdlicher Richtung verlaufen die Autobahnen A 1, A 2, A 60, A 61, A 62, A 63 und A 65; von Westen nach Osten ziehen sich die A 6, A 8, A 48, A 64, A 602 und A 650.
Die wichtigsten Knotenpunkte im Schienenverkehr bilden Mainz, Koblenz, Ludwigshafen, Trier, Kaiserslautern, Montabaur und Neustadt an der Weinstraße. Bedeutende Bahnstrecken sind die Rheinstrecken (beiderseits des Rheins), die Moselstrecke (entlang der Mosel) sowie die Hochgeschwindigkeitsstrecke Köln – Rhein/Main, die durch den Westerwald führt; auf rheinland-pfälzischem Gebiet ist der Bahnhof Montabaur einziger ICE-Halt an dieser Strecke.
Im Bereich der Schifffahrt ist der Rhein die mit Abstand wichtigste Wasserstraße. Der Ludwigshafener Rheinhafen zählt zu den fünf leistungsstärksten Binnenhäfen in Deutschland. Neben dem Rhein sind die Mosel und die Saar wasserwirtschaftlich bedeutsam.
Der größte und wichtigste Flughafen des Landes ist der im Hunsrück gelegene Flughafen Hahn. Obwohl der Flughafen als Regionalflughafen eingestuft ist, hat er hinsichtlich des Passagier- und Frachtaufkommens eine deutlich größere verkehrliche Bedeutung als etwa der internationale Flughafen Saarbrücken im Saarland.

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