Rheinland-Pfalz - Landwirtschaft

Landwirtschaft und Klima

978-3-14-100857-9 | Seite 16 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.000.000
Rheinland-Pfalz | Landwirtschaft | Landwirtschaft und Klima | Karte 16/1

Überblick

Das Relief beschränkt die ackerbauliche Nutzung in Rheinland-Pfalz und im Saarland auf die flachen Abschnitte zwischen den Höhenzügen der Mittelgebirge. Im Oberrheinischen Tiefland erfolgt eine intensive Nutzung mit Sonderkulturen. Dabei nimmt der Weinbau eine überragende Stellung ein.

Pflanzliche Produktion

58 Prozent der 2015 in Rheinland-Pfalz genutzten 705 400 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche waren Ackerland (Saarland 2014: 48,1 % bei einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von 77 500 ha). Den Schwerpunkt bildet der Anbau von Getreide, der 34,3 Prozent (Saarland 59 %) der landwirtschaftlichen Nutzfläche einnimmt. In den letzten Jahren wurde der Anbau von Raps ausgedehnt; 2015 wurden in Rheinland-Pfalz über 43 100 ha (Saarland 2014: 4 200 ha) mit Winterraps bestellt. Die Ursachen liegen in den Züchtungen besonderer Rapssorten sowie in der europäischen Agrarpolitik, die auch auf Stilllegungsflächen den Anbau von Non-Food-Raps für die Produktion von Biodiesel erlaubt.

Auf den guten bis sehr guten, zum Teil mit Löss bedeckten Böden in Rheinhessen, der Vorderpfalz und im Maifeld werden Weinreben sowie Sonderkulturen wie Obst, Gemüse (u. a. Spargel) und Tabak angebaut. Sechs der 13 deutschen Weinbaugebiete für Qualitäts- und Prädikatsweine liegen in Rheinland-Pfalz: Ahr, Mittelrhein, Mosel, Nahe, Rheinhessen und Pfalz. Die beiden größten Anbaugebiete sind (2014) Rheinhessen (26 563 ha) und die Pfalz (23 592 ha). Insgesamt stellen die Rebflächen 9,1 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

42 Prozent der Landesfläche von Rheinland-Pfalz sind von Wald bedeckt. Die oberen Höhenlagen der Mittelgebirge werden überwiegend forstwirtschaftlich genutzt. Große zusammenhängende Waldgebiete gibt es im Pfälzerwald und im Hunsrück.

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Betriebsstrukturen

In Rheinland-Pfalz gab es 2014 insgesamt 18 800 landwirtschaftliche Betriebe (Saarland 2013: 1 226). Im Vergleich zu 2007 bedeutete das einen Rückgang um 6,7 Prozent. Gleichzeitig erfolgte ein Trend zu größeren Betrieben: Während 2013 ein landwirtschaftlicher Betrieb im Durchschnitt über eine Betriebsfläche von 37 ha verfügte, waren es 2007 erst 28 ha. Besonders deutlich zeigt sich die Tendenz zur Betriebsaufgabe bzw. -vergrößerung im Weinbau: Zwischen 2007 und 2013 hat sich die Zahl der Weinbaubetriebe von 11 037 auf 8 500 reduziert, während die Rebfläche nahezu unverändert blieb.

Viehhaltung

In Rheinland-Pfalz werden 31,9 Prozent (Saarland: 51,2 %) der landwirtschaftlichen Nutzfläche als Dauergrünland genutzt. Der Schwerpunkt der Viehwirtschaft liegt in der Rinderhaltung. Von den 350 600 Rindern 2015 waren 118 100 Milchkühe (Saarland: 51 000 Rinder, 15 200 Milchkühe). Regionale Schwerpunkte sind die Eifel, der Westerwald sowie das Saar-Nahe-Bergland und der Pfälzerwald.

Nahrungs- und Genussmittelindustrie

Der Schwerpunkt der Nahrungs- und Genussmittelindustrie liegt in der Milchverarbeitung, von der es mehrere Standorte in Rheinland-Pfalz und dem Saarland gibt. Rheinhessen ist Standort einer Zuckerfabrik und der Obst- und Gemüseverarbeitung, die auch in der Vorderpfalz eine große Rolle spielt. In den Weinanbaugebieten gibt es zahlreiche Großkellereien. Bedeutender für den Weinhandel sind allerdings die zum Teil hochprämierten Weingüter.

 

H. Kiegel, E. Astor

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