Rheinland-Pfalz - Böden und Gesteine

Rheinland-Pfalz - Klima und Landwirtschaft

978-3-14-100390-1 | Seite 19 | Abb. 6 | Maßstab 1 : 1.800.000
Rheinland-Pfalz | Böden und Gesteine | Rheinland-Pfalz - Klima und Landwirtschaft | Karte 19/6

Überblick

<p>Rheinland-Pfalz besteht aus erdgeschichtlich verschiedenartigen Gesteinen und lässt sich geologisch in vier Gebiete unterteilen. Die gesamte nördliche Hälfte wird von etwa 400 Millionen Jahre (Devon) alten Schiefergesteinen des Rheinischen Schiefergebirges (Eifel, Hunsrück, Westerwald, Taunus) dominiert. Darin eingebettet sind jüngere vulkanische Gesteine (Basalte) der Eifel und des Westerwaldes. Zwischen Trier und Bitburg finden sich zudem Gesteine aus der Trias (Tonsteine, Kalksteine und Sandsteine) und dem Jura (Kalksteine). Zwischen Kaiserslautern, Bad Kreuznach und Birkenfeld sind im Saar-Nahe-Becken Rotliegend-Sedimentgesteine (296 bis 251 Millionen Jahre alt) und Vulkangesteine verbreitet. Das Schichtstufenland des Pfälzerwaldes und des westlich angrenzenden Westrichs sind aus Buntsandsteinen und Muschelkalk aufgebaut. Im Oberrheinischen Tiefland wurden junge Sedimente wie Sand und Löss abgelagert.</p>
<p>So vielfältig die Ausgangsgesteine, so vielfältig auch die Böden, die sich daraus entwickeln. Auf den Schiefern des Rheinischen Schiefergebirges und den Sedimentgesteinen des Saar-Nahe-Beckens überwiegen Braunerden mit unterschiedlichen Lösslehmanteilen. Dieser Löss ist während der Kaltzeiten hierher verweht worden und trägt zur Fruchtbarkeit der Böden bei. Nährstoffreiche Braunerden können sich aus vulkanischem Ausgangsmaterial entwickeln, wie auf den Bimstuffdecken im Neuwieder Becken. Aus den Buntsandsteinen des Pfälzerwaldes bildeten sich magere, sandige Ranker, Braunerden und Podsole, weshalb der Waldanteil dort besonders hoch ist. Der Westrich ist dagegen von kalk- und tonreicheren Gesteinen geprägt, aus denen besser nährstoffversorgte Braunerden, Pelosole (Tonböden) und Rendzinen (flache Kalkböden) entstanden, die landwirtschaftlich genutzt werden. Die mächtigen Lössablagerungen des Oberrheinischen Tieflandes aus der letzten Kaltzeit brachten für die Landwirtschaft sehr gut mit Wasser und Nährstoffen versorgte Böden wie Schwarzerden, Parabraunerden und nährstoffreiche Braunerden hervor. Nur auf den Schwemmfächern der Rheinzuflüsse entstanden weniger fruchtbare und trockene Sandböden (magere Braunerden und Podsole). In unmittelbarer Nähe zu den großen Flüssen können auch Grundwasser- und Aueböden auftreten.</p>