Rheinland-Pfalz

978-3-14-100857-9 | Seite 11 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 1.000.000
Rheinland-Pfalz |  |  | Karte 11/2

Überblick

Die beiden Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland gehören zu den Mittelgebirgsregionen Deutschlands. Den Norden nimmt das Rheinische Schiefergebirge ein. Dazu zählen die vor allem durch Hochflächen und Vulkane gekennzeichnete Eifel, der ebenfalls vulkanisch geprägte Westerwald, ein Teil des Taunus, den die Lahn vom Westerwald abgrenzt, sowie der durch die Mosel von der Eifel getrennte Hunsrück. Südlich der Nahe folgt das Saar-Nahe-Bergland, das südlich der Glan ins Pfälzer Bergland übergeht. Die historische Landschaft Rheinhessen umfasst das Alzeyer und das Rheinhessische Hügelland, das bis zum Rhein reicht. Den Südwesten dominiert der zum größten Teil aus Buntsandstein bestehende Pfälzerwald. Die von Ludwigshafen bis zur Landesgrenze im Süden reichende Vorderpfalz gehört zum Oberrheinischen Tiefland. Über den geologischen Untergrund, der zum Teil mitbestimmend für das geomorphologische Erscheinungsbild ist, informiert die Karte „Rheinland-Pfalz – Geologie”.

Großlandschaften

Das Rheinische Schiefergebirge wird durch die Flüsse Rhein, Mosel, Lahn und Sieg in zahlreiche Mittelgebirge gegliedert. Auf der rechtsrheinischen Seite folgen von Norden nach Süden: der südliche Teil des Siegerlandes, der westliche Teil des Westerwaldes mit dem Kannenbäckerland, das durch Vulkanismus entstandene Siebengebirge und südlich der Lahn der nordwestliche Taunus. Die Gebirge fallen, nur unterbrochen vom Neuwieder Becken, steil zum Rhein ab, der sich als Mittelrhein tief in das Rheinische Schiefergebirge eingeschnitten hat. Ein berühmtes Zeugnis dieser Aktivität ist der sagenumwobene Felsen Loreley bei Sankt Goarshausen. Spektakuläre Landschaften gibt es auch auf linksrheinischer Seite. In der im Süden bis zur Mosel mit ihren vielen Flussschleifen reichenden, größtenteils bewaldeten Eifel zeugen zahlreiche Vulkankegel aus Asche und Tuff, Maare und Mineralquellen von einer heftigen vulkanischen Aktivität. Lang gestreckte, dicht bewaldete Bergrücken, die sich über welligen Hochflächen erheben, kennzeichnen den zwischen Mosel und Nahe liegenden Hunsrück mit dem Idarwald und dem Soonwald. Der 818 Meter hohe Erbeskopf ist die höchste Erhebung von Rheinland-Pfalz. Mit dem Schwarzwälder Hochwald reicht der Hunsrück auch ins Saarland.

Das sich ebenfalls bis ins Saarland erstreckende Saar-Nahe-Bergland entstand aus einer mit Abtragungsschutt aufgefüllten und von vulkanischen Massen überzogenen Gebirgsrandsenke. Die abwechslungsreiche Berg- und Hügellandschaft wird im Süden und Westen begrenzt von Bliesgau, Saargau (links der Mosel) und Westrich. Es umfasst im Saarland den Saarkohlenwald und in Rheinland-Pfalz das Pfälzer Bergland mit dem durch vulkanische Hebung entstandenen Donnersberg. Hügelländer kennzeichnen auch Rheinhessen, das mit einem rebenbestandenen Steilabbruch zum Rheingraben abfällt.

Der dicht mit Mischwald bestandene Pfälzerwald mit seinen bizarren Buntsandsteinfelsen im Wasgau und im Dahner Felsenland geht jenseits der Grenze zu Frankreich im Süden in die Nordvogesen über. Der östliche Gebirgsrand, die Haardt mit ihren Weingärten, fällt steil zum Oberrheinischen Tiefland ab. Im nördlichen Teil der Vorderpfalz wird intensiver Gemüseanbau betrieben, im Süden wechseln sich Kiefern- und Auenwälder ab.

Ein topographischer Profilschnitt in 25facher Überhöhung bei einem Längenmaßstab von 1 : 1 000 000 führt vom Nachbarland Luxemburg mit dem Gutland bis nach Trier, dann mit einem Profilschnitt bis über den Rhein in das schon in Baden-Württemberg liegende Oberrheinische Tiefland. Markant haben sich die Flüsse, u. a. Mosel, Nahe und Alsenz in das Höhenprofil eingeschnitten.

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