Rheinisches Braunkohlenrevier - - Flächennutzung um 1980

Rheinisches Braunkohlenrevier - Landschaftswandel durch Bergbau

978-3-14-100391-8 | Seite 24 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 250.000
Rheinisches Braunkohlenrevier - | Flächennutzung um 1980 | Rheinisches Braunkohlenrevier - Landschaftswandel durch Bergbau | Karte 24/1

Überblick

Die Karte ist Teil eines Kartenvergleichs und zeigt das Rheinische Braunkohlenrevier um das Jahr 1980. Die Region wurde durch Braunkohlen-Tageabbau landschaftlich stark geprägt. Das begann schon weit vor 1980, beschleunigte sich aber mit der Eröffnung von Großtagebauen wie Hambach.

Das Revier im Überblick

Das Rheinische Braunkohlenrevier gilt als das größte Braunkohlenrevier innerhalb Europas. Es erstreckt sich etwa zwischen den Städten Mönchengladbach und Grevenbroich im Norden, Köln und Hürth im Osten, Düren im Süden und Eschweiler im Südosten. Landschaftlich ist die Region der Kölner Bucht zuzuordnen und umfasst Teile der Zülpicher und Jülicher Börde, der Erftniederung sowie der Ville.

 

Das gesamte Rheinische Braunkohlenrevier lässt sich in vier kleinere Reviere unterteilen: Das Nordrevier, das Mittlere Revier, das Westrevier und das Südrevier.

 

Das traditionelle Nordrevier umfasst die Region zwischen Grevenbroich und Bedburg – dort entstanden im Jahr 1907 die ersten Tagebaue. Zum Nordrevier zählen die Tagebaue westlich von Grevenbroich, z.B. der Tagebau Frimmersorf, aus dem der heutige Großtagebau Garzweiler entwickelte.

 

Als Mittleres Revier wird der Zentraltagebau in der nördlichen Ville bezeichnet. Es zieht sich etwa von Frechen im Südosten bis nach Bedburg im Nordwesten. Im Mittleren Revier befanden sich um 1980 die Tagebaue Fortuna-Garsdorf und Frechen.

 

Das Südrevier liegt zwischen Brühl und Erftstadt-Liblar und war schon 1980 zu großen Teilen rekultiviert.

 

Das Westrevier erstreckt sich zwischen Düren, Eschweiler und Jülich. Es umfasst die Tagebaue Zukunft und Inden. Der spätere Großtagebau Hambach zwischen m Westrevier und der Ville wurde erst kurz vor 1980 begonnen.

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Entwicklung bis 1980

Bis 1980 fand eine zunehmende Erweiterung der Abbauflächen statt. Insbesondere sechs Tagebaue prägten das Landschaftsbild: Die Tagebaue Frimmersdorf-Nord und -Süd im Nordrevier, die Tagebaue Fortuna-Garsdorf und Frechen im Mittleren Revier sowie die Tagebaue Zukunft und Inden I im Westrevier. Im Tagebau Hambach rückten 1978 die ersten Bagger an, ab 1984 wurde dort Braunkohle gefördert. Die größten Fördermengen wurden 1980 im Tagebau Fortuna-Garsdorf erzielt (vgl. auch Diagramm 25.4).

 

Im Südrevier wurde der Bergbau schon Mitte der 1960er-Jahre weitgehend eingestellt und man begann mit der Rekultivierung der Tagebaue. 1980 hatte sich dort bereits ein Wald-Seengebiet mit über 40 Gewässern entwickelt.

 

Mit dem Ausbau des Tagebaus wurden auch die Kraftwerke immer größer und leistungsfähiger. So wurde etwa die Leistung des Braunkohlekraftwerks Weisweiler (bei Eschweiler) von rund 1000 Megawatt (MW) auf über 2100 MW im Jahr 1975 erweitert. Bereits 1953 wurde der Tagebau Inden allein zur Kohleversorgung dieses Kraftwerks in Betrieb genommen. Das größte Braunkohlekraftwerk 1980 war Niederaußem mit einer Gesamtleistung von 2700 MW. Zu den Kraftwerken gelangt die Braunkohle von den Tagebauen über kilometerlange Kohlebahnen, etwa über die Nord-Süd-Bahn.

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Entwicklung bis in die 1950er-Jahre

Auf den Höhenrücken der südlichen Ville wurde Braunkohle seit Mitte des 18. Jahrhunderts an der Oberfläche abgebaut. Der Abbau erfolgte anfangs in Handarbeit. Ende des 19. Jahrhunderts ging der Abbau schließlich zum Groß- und Tieftagebau über; es begann die industrielle Kohleförderung. Ausgehend von der Ville entstanden weitere Abbaugebiete in den nördlichen und später auch in den westlichen Teilen des Rheinischen Reviers. In den 1950er-Jahren wurden neue Verfahren für den Tieftagebau entwickelt: Riesige Schaufelradbagger kamen zum Einsatz. Sie tragen große Mengen von Abraum ab, bevor die abbaufähigen Kohleflöze zum Vorschein treten. Mit der zunehmenden Tiefe und Fläche der Abbaufelder setzte eine Konzentration auf wenige Großtagebaue ein.

 

Die Ausdehnung der Tagebauflächen führte bereits Ende der 1940er-Jahre zu ersten Umsiedlungen der Bevölkerung. Ganze Dörfer wurden nach und nach umgesiedelt. Dabei wurde versucht, die Dorfgemeinschaften möglichst geschlossen in eine neue Siedlung zu überführen – wie zum Beispiel bei den Orten Berrenrath und Mödrath (südwestlich von Köln).

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Differenzierende Karte

Das Rheinische Braunkohlenrevier im Wandel
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