Rhein-Neckar-Raum um 1850

Bevölkerungsdichte

978-3-14-100752-7 | Seite 11 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 200.000
Rhein-Neckar-Raum um 1850 |  | Bevölkerungsdichte | Karte 11/3

Informationen

Die beiden Karten, die einen Teil des Rhein-Neckar-Dreiecks zeigen, verdeutlichen den Wandel einer Kulturlandschaft nach der Industrialisierung. Die Initialzündung für die Entstehung eines schnell wachsenden Ballungszentrums war in diesem Fall die Gründung der BASF (Badische Anilin- & Soda-Fabrik) 1865 im pfälzischen Ludwigshafen. Ursprünglich sollte die Fabrik im badischen Mannheim auf der gegenüberliegenden Rheinseite errichtet werden. Nachdem Verhandlungen über den Grundstückserwerb gescheitert waren, entschlossen sich die Firmengründer ins benachbarte Ludwigshafen auszuweichen, das damals zum Königreich Bayern gehörte.

Rhein-Neckar-Raum um 1850
Die größten Gemeinden waren damals neben der ehemaligen kurpfälzischen Residenz Mannheim die Stadt Frankenthal mit ihrer Porzellanmanufaktur von 1755, Mutterstadt und das bis 1938 selbstständige Oggersheim auf der linksrheinischen Seite sowie die Stadt Ladenburg, deren Geschichte bis in die Römerzeit zurückreicht, und die Marktgemeinde Schwetzingen auf badischer Seite. Ludwigshafen war ein kleines unbedeutendes Dorf, besaß aber schon einen Eisenbahnanschluss zur Pfälzischen Ludwigsbahn und lag an einer Rheinbrücke, damals wie heute wichtige Standortvorteile. Die noch sehr ländlich geprägte Altsiedellandschaft wurde vorwiegend ackerbaulich genutzt. Mutterstadt war noch Weinbaugemeinde.

Rhein-Neckar-Raum 2007
Nach Gründung der BASF, die rasch zu einem der größten Chemiekonzerne der Welt aufstieg, vollzog sich im Rhein-Neckar-Dreieck eine rasante wirtschaftliche Entwicklung, verbunden mit einem schnellen Bevölkerungswachstum. Neben der chemischen Industrie dominieren Fahrzeugbau (Mannheim), Maschinenbau und Metallverarbeitung, elektrotechnische, Papier- sowie Nahrungs-und Genussmittelindustrie. Im Norden von Ludwigshafen und im Süden von Mannheim entstanden große zusammenhängende Industriegebiete. Eine fast geschlossene bebaute Fläche reicht von Frankenthal und dem hessischen Viernheim im Norden bis nach Schwetzingen im Süden. Die Agglomeration ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt mit guter regionaler und überregionaler Anbindung. Auf dem Kartenausschnitt sind gleich vier Autobahnkreuze und ein Autobahndreieck zu sehen. Mannheim ist ICE-Bahnhof mit guten Verbindungen ins Rhein-Main-Gebiet, nach Köln, Basel, Stuttgart und München sowie über Saarbrücken nach Paris. Die Rheinhäfen von Ludwigshafen und Mannheim gehören zu den umschlagsstärksten Binnenhäfen in Deutschland. Die Landwirtschaft ist auf Sonderkulturen wie Obst und Gemüse spezialisiert.
Das Rhein-Neckar-Dreieck, zu dem auch Heidelberg gehört, ist das Kernstück der Metropolregion Rhein-Neckar. Der grenzüberschreitende Regionalverband umfasst ebenfalls die kreisfreien Städte Landau in der Pfalz, Neustadt an der Weinstraße, Speyer und Worms sowie sieben Landkreise in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg. Mit großen Dienstleitungsunternehmen, Forschungsinstituten und 22 Hochschuleinrichtungen ist die Metropolregion ein bedeutender Dienstleistungs- und Wissenschaftsstandort.
E. Astor

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