Rhein-Main - Wirtschaft

Wirtschaftsraum Rhein-Main

100750 | Seite 32 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 500.000
Rhein-Main | Wirtschaft | Wirtschaftsraum Rhein-Main | Karte 32/1

Informationen

Als Rhein-Main-Region bezeichnet man das Gebiet, das sich vom Rhein mit den Städten Bingen, Mainz und Wiesbaden im Westen bis nach Aschaffenburg im Osten und von Gießen im Norden bis südlich von Darmstadt erstreckt. Das innere Zentrum bildet das Städtedreieck Frankfurt/M. — Offenbach — Darmstadt.

Geographische Lage und Landwirtschaft
Das Rhein-Main-Gebiet liegt im nördlichen Teil der oberrheinischen Tiefebene, die aufgrund ihres Klimas und der Bodenbeschaffenheit als Gunstraum bezeichnet werden kann und deshalb seit langem landwirtschaftlich genutzt wird. Aufgrund der differenzierten naturräumlichen Gliederung finden wir verschiedene landwirtschaftliche Nutzungen, Waldbestände und Sonderkulturen.

Wirtschaft im Rhein-Main-Gebiet
Die Rhein-Main-Region zählt heute zu den wirtschaftsstärksten Regionen in Deutschland und Europa. Politisch, wirtschaftlich und kulturell wird sie vor allem durch die Finanzmetropole Frankfurt/M., die Wissenschaftsstadt Darmstadt, das industriell geprägte Offenbach und die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden geprägt. Die Entwicklung der Region zu einem bedeutenden Industriestandort begann um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Während in den 1980er-Jahren die Bedeutung der gewerblich-industriellen Produktion beständig abnahm, erlebte der tertiäre Wirtschaftssektor einen Aufschwung. Im Zuge der weltweiten Verflechtung der Märkte entwickelte sich die Rhein-Main-Region mehr und mehr zu einem europäischen Knoten- und Verteilerpunkt im internationalen Handelsverkehr (vgl. 49.6)

Zur Bevölkerungs- und Beschäftigtenentwicklung
Im Regierungsbezirk Darmstadt mit seinen zehn Landkreisen und 187 Städten und Gemeinden lebten zu Beginn des Jahres 2007 rund 3,77 Mio. Menschen. Der für das ganze Land Hessen prognostizierte Bevölkerungsrückgang von derzeit 6,08 Mio. auf nur noch 5,15 Mio. Einwohner im Jahr 2050 wird sich nach aller Voraussicht auch in der Rhein-Main-Region bemerkbar machen. Grund des Bevölkerungsrückgangs ist ein Geburtendefizit, das sich schon seit längerem abzeichnet. Bislang wurde das Defizit durch verstärkte Zuwanderungen ausgeglichen, es ist aber fraglich, ob dies auch in Zukunft der Fall sein wird. Diese Entwicklung ist kein Spezifikum der Rhein-Main-Region, sondern ein bundesweites Phänomen. Das unangefochtene Zentrum der Region ist Frankfurt/M. mit 653 000 Einwohnern, gefolgt von der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden mit ihren 275 000 Einwohnern.

Zum Verkehr
Einer der wichtigsten Standortvorteile des Rhein-Main-Gebiets ist die zentrale Lage in Deutschland und im Herzen der europäischen Union. In der Region hat sich ein weitverzweigtes Nahverkehrs- und Autobahnnetz mit hoher Verkehrsdichte entwickelt. Ein Verbundsystem im öffentlichen Personennahverkehr, der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), vereinigt die verschiedenen Verkehrsträger in einem Tarifsystem und trägt den weiträumigen polyzentralen Verflechtungen des Rhein-Main-Gebietes deutlich Rechnung. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) stellt schnelle Verbindungen innerhalb Frankfurts sowie vom Zentrum Frankfurts bis Limburg im Westen, bis ins Hinterland Marburgs im Norden und bis in den Raum Darmstadt/Bergstraße im Süden bereit. Der Flughafen Frankfurt ist eine Drehscheibe des Weltluftverkehrs. Durch die Binnenwasserstraßen Rhein, Main und Neckar gibt es eine Verbindung mit der Nordsee und dem Schwarzen Meer.
S. Gretschel, K. Wolf

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