Rhein - Hochwasser-Ereignis - Wetteranomalie

Landwirtschaft, Klima und Umwelt

978-3-14-100855-5 | Seite 17 | Abb. 5 | Maßstab 1 : 7.000.000
Rhein | Hochwasser-Ereignis | Landwirtschaft, Klima und Umwelt | Karte 17/5

Überblick

Die beiden Karten zeigen zum einen die Wetterlage, die zum Rheinhochwasser von 1995 geführt hat, zum anderen die Abweichung der Niederschlagsmenge vom langjährigen mittleren Niederschlag in dieser Jahreszeit. Das Diagramm weist die Pegelstände ausgewählter Messstationen am Rhein auf.

Hochwasser

Als Hochwasser bezeichnet man das über die normalen Verhältnisse hinausgehende Ansteigen des Wasserstandes von Flüssen und Seen, einschließlich des Ansteigens der Fließgeschwindigkeit. Die Ursachen von Hochwasser sind Dauerregen, Wolkenbrüche oder die Schneeschmelze. Wenn bei Starkregen die Regenmengen 25 mm in einer Stunde oder 35 mm in sechs Stunden überschreiten, wird eine Unwetterwarnung ausgesprochen. Der Klimawandel führt in unseren Breitengraden zu mehr milden und regenreichen Winter sowie zunehmenden Extremwetterlagen.

Auch der Mensch trägt zur Entstehung von Hochwasser bei. Flussbegradigungen führen beispielsweise zu hohen Fließgeschwindigkeiten, weil Auenwälder und Altarme fehlen. Rasch steigende Wasserstände und fehlende Überflutungsflächen (Polder) verursachen schnell Überschwemmungen. Weitere Ursachen sind der Anbau von Feldfrüchten wie Mais, die die Bodenerosion fördern, oder die zunehmende Bodenversiegelung mit verstärktem Oberflächenabfluss und geringerer Versickerung des Wassers.

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Rheinhochwasser 1995

Die Karten zeigen die Wetterlage, die zum Rheinhochwasser von 1995 geführt hat, sowie die Abweichung der Niederschlagsmenge vom langjährigen mittleren Niederschlag in dieser Jahreszeit. Das Diagramm bildet die Pegelstände ausgewählter Messstationen ab.  Bereits Ende Dezember 1994 waren in den höheren Mittelgebirgsregionen Starkniederschläge gefallen. Im Januar 1995 verstärkten sie sich und brachten dem gesamten Rheingebiet ergiebige Niederschläge. Hinzu kamen Schnee- und Graupelschauer, die in den höheren Lagen der Mittelgebirge zu einer bis zu 30 cm mächtigen Schneedecke führten. Mitte Januar 1995 folgte eine trockene Hochdruckwetterlage mit milder Festlandsluft, die das Abschmelzen der Schneedecke verursachte. Danach schlossen sich wieder Tiefausläufer an, die in den Hochlagen der Mittelgebirge, vor allem im Einzugsbereich der Mosel, für ergiebige Niederschläge sorgten. Schließlich kam es zu einer knapp zehn Tage andauernden Niederschlagsperiode Ende Januar. Die verschiedenen Frontensysteme sorgten dabei für räumlich und zeitlich stark variierende ergiebige Niederschläge. So kam es zeitweise zu Niederschlägen in den Einzugsgebieten von Mosel, Nahe und Lahn, zeitweise am Oberrhein und zeitweise im Einzugsgebiet von Ruhr, Lippe und Emscher. An einzelnen Messstationen wurden während der letzten Starkregenperiode über 150 mm Niederschlag registriert.

E. Astor, H. Kiegel

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