Region Mailand - Wachstumspol

Italien – Wirtschaft und Bevölkerung

978-3-14-100782-4 | Seite 57 | Abb. 6
Region Mailand | Wachstumspol | Italien – Wirtschaft und Bevölkerung | Karte 57/6

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Aus welcher Perspektive der Wirtschaftsstandort Mailand auch betrachtet wird, er zählt immer zu den führenden Europas: Nur London und Paris gelten als erstrangige Global Cities des Kontinents. In der weltweiten Bedeutung direkt dahinter liegen Moskau, Frankfurt am Main, Zürich und Mailand. Neben London, Paris, Hamburg und München gilt Mailand auch als ein Eckpunkt des Fünfecks, in dem sich Europas ökonomische Stärke bündelt. Die Metropolregion Mailand ist mit 8 Mio. Einwohnern eine der größten in Europa. Ihre nach dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf gemessene Wirtschaftsstärke wird nur von den Werten in München, London, Kopenhagen und Paris geschlagen. Kurs: Wachstum Auch in Italien ist Mailand bei den Top-Rankings ganz weit oben: Es ist Hauptstadt der Region Lombardei und der Provinz Mailand, die die wirtschaftlich wichtigste Provinz Italiens ist. 15 % der italienischen Hightech-Firmen haben ihren Sitz im Raum Mailand. Zehn der 40 erfolgreichsten Firmen Italiens werden von Mailand aus gesteuert. Dazu gehören der Baukonzern Italmobiliare, der Automobilzulieferer Pirelli sowie die Finanzdienstleister Mediobanca und Banca Popolare di Milano. Rund 20 % des landesweiten Bruttosozialprodukts (BSP) werden in der Lombardei erwirtschaftet, die Hälfte davon in deren Industrie-, Handels und Finanzzentrum Mailand. Neben den Unternehmen existieren zahlreiche Einrichtungen, die Norditaliens Metropole zum Standort erfolgreicher Industrie-Cluster machen. Dazu gehören die Börse, die Messe und einige Hochschulen wie die Universität, eine Wirtschaftsuniversität und eine Technische Universität, mit denen jeweils Forschungsinstitute verbunden sind. Der Blick auf die Karte zeigt die Innenstadt von Mailand als herausragenden Dienstleistungsstandort, der Kern des Wachstumspols ist. Neue Impulse werden mit der Expo 2015 gesetzt, deren Standort nordwestlich der City zu erkennen ist. In Mailands Außenbezirken und den umgebenden Städten herrscht eine hohe Dichte an Industrieunternehmen. Bei den Branchen dominieren die Metallindustrie und Kunststoff, Farben, Lacke. Wichtig und für ein zukünftiges Wachstum von wesentlicher Bedeutung ist auch die Elektronikbranche. Die Provinz Mailand profitiert von ihrer Verkehrsinfrastruktur: Über das Eisenbahn- und Autobahnnetz sind u. a. Bergamo und Parma erreichbar. Wichtiger sind jedoch die Anschlüsse an Turin und Genua, die das norditalienische Industriedreieck komplettieren. Dietmar Falk