Region Hannover - Flächennutzung und Raumplanung

Region Hannover

978-3-14-100700-8 | Seite 32 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 350.000
Region Hannover | Flächennutzung und Raumplanung | Region Hannover | Karte 32/3

Informationen

Die Region Hannover zählt mit 1,1 Mio. Einwohnern (2007) und etwa 578 000 Arbeitsplätzen (1999) zu den größten Ballungsräumen der Bundesrepublik Deutschland. Mit einer Fläche von 2287 km² ist sie fast so groß wie das Saarland. Hannover ist neben Hamburg und Bremen bedeutendster norddeutscher Wirtschafts- und Messestandort, außerdem Sitz der niedersächsischen Landesregierung und Hochschulstandort. Im Landesraumordnungsprogramm ist Hannover als Oberzentrum ausgewiesen.

Entwicklung zum Ballungszentrum
Gute Standortbedingungen erlangte die Stadt erst durch die leistungsfähigen Fernverkehrsverbindungen in West-Ost- und Nord-Süd-Richtung. Mit dem Bau des Eisenbahnknotens, der Fernstraßen einschließlich der Autobahnen, des Mittellandkanals und des Flughafens entwickelte sich der Raum Hannover zu einem heute monozentrischen Verdichtungsraum. Zur Steuerung des Wachstums wurde Mitte der 1960er-Jahre für den Großraum Hannover ein erster Verbandsplan erarbeitet.
Den Wachstumsprozessen seit den 1960er-Jahren trug das hierarchische System der zentralen Orte mit ihren vielfältigen Einrichtungen zur Daseinsvorsorge wie Einkaufsstätten, Schulen, kulturellen und medizinischen Einrichtungen sowie sonstigen Dienstleistungen im Oberzentrum, in den Mittelzentren und den weiteren Grundzentren durch eine Konzentration der schwerpunktmäßigen Siedlungsentwicklung Rechnung. Diese Siedlungsschwerpunkte sind untereinander durch einen leistungsfähigen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verbunden: Stadtbahn im Kernraum und DB-Nahverkehr, S-Bahn zur Anbindung von Mittel- und Grundzentren in den Randbereichen der Region (einschließlich Celle, Nienburg und Hameln) an das Oberzentrum Hannover.
Die wirtschaftliche Entwicklung im Großraum ist spätestens seit Mitte der 1970er-Jahre von einem tiefgreifenden Strukturwandel mit Arbeitsplatzverlusten im industriellen Bereich bei gleichzeitigen Zuwächsen im tertiären Sektor (Dienstleistungen, Verwaltung, Handel und Verkehr, Kommunikation usw.) geprägt. Nachdem die Region in den 1980er-Jahren Bevölkerung verlor, hat sie seit den 1990er-Jahren eine kontinuierliche Zuwanderung erfahren; zwischen 1997 und 2003 lag die Zuwachsrate mit 1,7 Prozent deutlich über dem Bundesmittel von 0,8 Prozent.

Regionalplanung und Infrastruktur
Die Regionalplanung in der Region Hannover muss sich im Sinne einer längerfristigen Vorsorge auch zukünftig auf zusätzliche Flächenbedarfe für Siedlungs-, Verkehrs-, Freizeit- sowie Ver- und Entsorgungszwecke einstellen. Gleichzeitig nehmen Fragen des Umwelt- und Ressourcenschutzes in der Regionalplanung, nicht zuletzt durch ein allgemein gewachsenes Umweltbewusstsein, einen bedeutenden Stellenwert ein. Die Prüfung der Umweltverträglichkeit von Großvorhaben ist integraler Bestandteil der regionalplanerischen Beurteilung.
Ausgewiesen werden in der vorliegenden Karte für die Region Hannover Vorranggebiete für Freiraumfunktionen (gesundes Stadtklima, Naherholung, Landschaftsschutz) im Sinne eines Grüngürtels um die verdichteten Siedlungsbereiche. Dem Umweltschutz dienen Wasserschutzgebiete sowie Klär- und Abfallbeseitigungsanlagen. In den durch Fluglärm gestörten Gebieten (Fluglärmzone) im Norden Hannovers wird kein weiteres Bauland ausgewiesen.
Im Jahr 2000 fand in Hannover die Internationale Weltausstellung EXPO 2000 unter dem Motto "Mensch—Natur—Technik" statt. Zu den konzeptionellen Ansätzen der Weltausstellung gehörten neben der Präsentation zukunftsträchtiger Lösungen für den Konflikt zwischen Technikentwicklung und sozialer und ökologischer Verantwortung der regionale Aspekt der Nachnutzung sämtlicher EXPO-bezogener Einrichtungen. Die erforderlichen städtebaulichen und infrastrukturellen Entscheidungen im Vorfeld der EXPO orientierten sich am längerfristigen Bedarf. Dies spiegelte sich sowohl bei der Standortentscheidung im Bereich Messe/Kronsberg als auch bei den Verkehrsmaßnahmen (insbesondere: Bau der Stadtbahnstrecke Süd, Bau eines Fernbahnhofs Messe/Laatzen, Einrichtung eines S-Bahnsystems u. a. durch Ausbau der Bahnstrecke Flughafen—Wedemark, Umbaumaßnahmen im Hauptverkehrsstraßennetz, z. B. Pferdeturm- und Kronsbergkreuzung) wider. Durch die teilweise Nutzung des Messegeländes reduzierte sich einerseits der EXPO-bedingte Flächenbedarf, andererseits wurde der erforderliche Umstrukturierungsprozess auf dem Messegelände gefördert. Nicht alle der sehr hoch gesteckten Ziele der Weltausstellung konnten allerdings erreicht werden. So blieben insbesondere die Besucherzahlen deutlich hinter den Prognosen zurück.

Die Region Hannover
Die "Region Hannover" ist eine neuartige Institution zur Lösung typischer Probleme eines großstädtischen Verdichtungsraumes. Sie wurde 2001 durch ein Landesgesetz geschaffen und setzt sich aus der Landeshauptstadt und den 20 umgebenden Städten und Gemeinden des bisherigen Landkreises Hannover zusammen. Damit tritt sie einerseits die Nachfolge des Landkreises Hannover und andererseits des Kommunalverbandes Großraum Hannover an. Dieser wurde ursprünglich 1963 als "Verband Großraum Hannover" gegründet. Die aktuelle Regionalreform zielt u. a. auf eine Effizienzsteigerung der Verwaltung, klarer geregeltere Zuständigkeiten und eine verbesserte politische Kontrolle durch ein direkt gewähltes Regionalparlament. Folgende zentrale Aufgaben nimmt die Region wahr:
• die Regionalplanung, also die Zuständigkeit für das Regionale Raumordnungsprogramm, und die Aufgaben der unteren Landesplanungsbehörde,
• die Trägerschaft des ÖPNV,
• die regionale Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung, soweit sie nicht Aufgabe von Bund und Land ist,
• die kommunale Förderung der regional bedeutsamen Naherholung.
R. Meyer, S. Borchert

Graphiken

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Flächennutzungsplan (Ausschnitt)

Im Flächennutzungsplan wird für das gesamte Gemeindegebiet die voraussichtliche Flächennutzung in den Grundzügen dargestellt. Die Erstellung eines Flächennutzungsplans ist Teil der Bauleitplanung.
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Dimensionen der Raumordnung

Raumordnung meint die Tätigkeit staatlicher Stellen, die Zielvorstellungen zur Gestaltung des Raumes (bzw. von Teilräumen) formulieren und Maßnahmen zur Verwirklichung dieser Ziele ergreifen. Zur planmäßigen Gestaltung des Raumes gehört u.a. die räumliche Ordnung von Wohngebäuden, Wirtschaftseinrichtungen und der Infrastruktur auf der Grundlage der Naturausstattung und unter Beachtung des Schutzes der Umwelt und der natürlichen Ressourcen. Oberstes Ziel der R. in Deutschland ist die Schaffung etwa gleicher Lebensbedingungen in allen Landesteilen.
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