Regierungsbezirk Gießen - Raumplanung

Regierungsbezirk Gießen - Verwaltung und Raumplanung

978-3-14-100389-5 | Seite 29 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 500.000
Regierungsbezirk Gießen | Raumplanung | Regierungsbezirk Gießen - Verwaltung und Raumplanung | Karte 29/2

Überblick

Der die Basis der Raumplanung in Hessen bildende Landesentwicklungsplan Hessen 2000 wurde 2018 zum dritten Mal an die geänderten Rahmenbedingungen und Ziele angepasst. Er bildet auch die Grundlage für die Raumplanung im Regierungsbezirk Gießen.

Flächennutzung

Der Regierungsbezirk Gießen erstreckt sich über 5381 km². Hinsichtlich der Flächennutzung überwiegen Landwirtschaft und Wald: Der Anteil der Landwirtschaftsfläche beträgt 44 Prozent, der Waldanteil liegt bei 40 Prozent. Von der Landwirtschaftsfläche werden wiederum ungefähr 56 Prozent als Ackerland genutzt und 43 Prozent als Grünland (Wiese, Weide).

Regionaler Grünzug

Um trotz der starken Besiedlung des Lahn- und Dilltals die Landschaft zu schützen, wurde ein regionaler Grünzug eingerichtet. Dies ist ein zusammenhängender Bereich, der für unterschiedliche ökologische Funktionen oder für die Erholung gesichert werden soll. Eine weitere Besiedlung oder Nutzungen, die die ökologische und Erholungsfunktion beeinträchtigen, sind hier nicht erwünscht. Der regionale Grünzug erstreckt sich von Haiger im Norden entlang der Dill bis nach Wetzlar und an der Lahn zwischen Braunfels im Süden und Cölbe im Norden und umfasst den Großraum Gießen.

Besiedlung

Im Regierungsbezirk Gießen lebten 2019 rund 1,05 Millionen Menschen. Die Siedlungsschwerpunkte konzentrieren sich vor allem entlang der Flüsse Lahn und Dill. Auch die drei Oberzentren des Regierungsbezirks – Wetzlar, Gießen und Marburg – liegen an der Lahn, Wetzlar an der Mündung der Dill in die Lahn. Die größte Stadt ist Gießen mit 88 500 Einwohnern (Stand Mitte 2018), gefolgt von Marburg (76 900) und Wetzlar (53 000). Limburg als viertgrößte Stadt mit 35 200 Einwohnern bildet ein Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums.

 

Oberzentren dienen der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen des langfristigen und gelegentlichen (episodischen) Bedarfs. Dazu gehören zum Beispiel Möbel oder Schmuck. Außerdem verfügen Oberzentren über hochwertige, spezialisierte Einrichtungen mit überregionaler Bedeutung (zum Beispiel Forschungseinrichtungen, Universitäten). Mittelzentren verfügen über ein breites Angebot von Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für die gesamte Region. Zudem bieten sie ein umfassendes Angebot an Gütern und Dienstleistungen des gehobenen Bedarfs. Zum gehobenen Bedarf gehören beispielsweise hochwertige Bekleidungsgeschäfte oder Buchhandlungen. Mittelzentren mit Teilfunktionen eines Oberzentrums nehmen auch Aufgaben der spezialisierten, höheren Bedarfsdeckung wahr. Dazu gehören beispielsweise Brautkleider oder Autos.

 

Die Einwohner- und Wirtschaftsentwicklung in den Ober- und den meisten zentral gelegenen Mittelzentren ist positiv. Problematischer sind vor allem die Unter- und Kleinzentren sowie zahlreiche Mittelzentren im ländlichen Raum. Diese weisen überwiegend eine schrumpfende oder stagnierende Entwicklung auf.

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Verkehr

Die wichtigsten Straßenverkehrsachsen im Kartenausschnitt sind die Autobahnen A 3 (Frankfurt – Köln), A 5 (Frankfurt – Kassel), A 45 (Dortmund – Hanau), A 485 (Gießen – Langgöns) sowie die Bundestraßen B 3 (Gießen – Kassel) und B 49 (Alsfeld – Limburg). Das stark verdichtete Zentrum des Regierungsbezirks Gießen mit Gießen und Wetzlar ist somit gut an das Autobahnnetz angeschlossen, Marburg hingegen liegt etwas abseits.
Dafür liegt Marburg an der IC-Strecke zwischen Frankfurt und Kassel, ebenso wie Gießen. Limburg ist über die ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Frankfurt – Köln angebunden. Regionalbahnen verlaufen entlang der Lahn und Dill und von Gießen Richtung Osten über Alsfeld.